Zwar verlor die Aktie in diesem Jahr - beeinflusst durch stark steigende Kerosinpreise und Rezessionsängste - rund zehn Prozent, doch unter dem Strich meistert Lufthansa
die gegenwärtige Krise der Branche leichter als ihre Wettbewerber. Sie peilt auch für 2008 einen Gewinn an. Analysten verweisen auf den "guten Mix" der Geschäftstätigkeit: Knapp 40 Prozent des Umsatzes kommen aus den Bereichen Cargo, Technik, Catering und IT-Services. British Airways dagegen macht 85 Prozent des Geschäftes nur mit den Passagieren.
Mit der bei Aua beginnenden Partnersuche habe die Konsolidierung im Airline-Geschäft eine neue Qualität erreicht, sagte NordLB-Analystin Martina Noß. Die kleineren Fluggesellschaften mit einer ungünstigeren Kapitalausstattung könnten den Preisanstieg bei Kerosin nicht so gut abfedern wie größere Airlines mit mehr Geld.
Der Weltluftfahrtverband IATA kündigte kürzlich an, dass seine über 200 Mitglieder zusammengenommen 2008 nicht mehr mit 3,4 Mrd. Euro Gewinn, sondern 2,3 Mrd. Euro Verlust rechnen. Allein in Europa seien 50 Airlines theoretisch gefährdet, meint John Kohlsaat, Deutschlandchef des britischen Billigfliegers Easyjet. Dem "Tagesspiegel" sagte er, nach einem "Selbstreinigungsprozess" werde es in Europa nur noch fünf maßgebliche Fluggesellschaften geben: British Airways, Air France/KLM, Lufthansa
, Ryanair und Easyjet.
Lufthansa gewinnt neue Kunden
Lufthansa legt im schwierigen Markt weiter zu. Die gestern veröffentlichten Verkehrszahlen für Mai zeigen ein Passagierwachstum von 3,2 Prozent auf 5,2 Millionen. Da die Airline ihre Kapazitäten ausgebaut hatte, ging die Auslastung leicht auf 78,4 Prozent zurück. In den ersten fünf Monaten 2008 liegt die Auslastung mit 77,6 Prozent fast auf dem Vorjahresniveau. Besonders stark erweitert hat Lufthansa die Flüge nach Amerika. Das Frachtgeschäft ging im Mai um 8,6 Prozent zurück.

