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20.08.2008 
Bericht der Wettbewerbskommission

BAA soll drei britische Flughäfen verkaufen

Der britische Flughafenbetreiber BAA soll sich nach einer Entscheidung der Kartellaufsicht von drei seiner sieben Flughäfen trennen. Deutsche Konzerne haben bereits Interesse angemeldet. Für BAA ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen.

Der Flughafen Heathrow in London. Foto: dpaLupe

Der Flughafen Heathrow in London. Foto: dpa

HB LONDON. Die Wettbewerbskommission befand am Mittwoch in einem vorläufigen Bericht, dass die dominante Marktposition der BAA dazu geführt habe, dass es einen Mangel an Flughafenkapazitäten gebe. Außerdem gehe der unzureichende Wettbewerb zulasten der Passagiere, die hohe Gebühren zahlen müssten und unter schlechtem Service zu leiden hätten.

Die BAA soll zwei ihrer drei Londoner Flughäfen verkaufen. Die Wettbewerbskommission prüft noch, ob die Gesellschaft Heathrow, Gatwick oder Stansted behalten kann. Wahrscheinlich darf sie aber Heathrow behalten. Außerdem verlangt die Kartellbehörde den Verkauf entweder von Glasgow oder von Edinburgh.

Die BAA wickelt 63 Prozent aller Flüge von und nach Großbritannien ab. Allein im Ballungsgebiet Südostengland sind es etwa 90 Prozent. Mehrere Fluggesellschaften haben schon lange verlangt, dass die marktbeherrschende Stellung der BAA gelockert werden müsse. Potenzielle Käufer von Flughäfen sind die Manchester Airport Group und die Global Infrastructure Partners, ein Joint-Venture zwischen der Credit Suisse und dem Infrastrukturfonds von General Electric. Genannt werden aber auch der deutsche Hochtief-Konzern, der bereits den Flughafen Budapest von der BAA gekauft hat, der deutsche Fraport-Konzern, der den Frankfurter Flughafen betreibt, sowie die australische Macquarie Group, die Flughäfen in Brüssel und Kopenhagen betreibt.

Die BAA kündigte an, sie werde der Wettbewerbskommission neue Argumente vorlegen. Der vorläufige Bericht sei noch nicht das letzte Wort, sagte BAA-Vorstandschef Colin Matthews. "Wir glauben, dass ihre Analyse fehlerhaft ist."

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