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29.11.2007 
Neues Tarifsystem

Bahn einigt sich mit Transnet und GDBA

Die meisten Bahn-Beschäftigten bekommen bis Ende 2010 mindestens zehn Prozent mehr Lohn. Darauf einigten sich Deutsche Bahn sowie die Gewerkschaften Transnet und GDBA nach mehrmonatigen Verhandlungen am Donnerstag in Berlin.

Im Zuge der aktuellen Tarifstreitigkeiten wird der Bahnkonzern sein Tarifsystem neu ordnen.Lupe

Im Zuge der aktuellen Tarifstreitigkeiten wird der Bahnkonzern sein Tarifsystem neu ordnen.

HB BERLIN. Zugleich gliederten sie das Tarifsystem des Konzerns völlig neu und eröffneten damit einen Weg zur Lösung des Konflikts mit der Lokführergewerkschaft GDL. So soll es künftig unter dem für alle Mitarbeiter gültigen Basistarifvertrag sechs Funktionstarifverträge für die einzelnen Berufsgruppen geben.

Für die Gruppe der Lokführer könne dann die GDL Arbeitszeit und Entgelt aushandeln, sagte Bahn-Personalvorstand Margret Suckale. Sie hoffe, dass die GDL dies am Montag akzeptieren werde.

Die GDL wollte sich zu dem neuen Tarifsystem zunächst nicht äußern. Sie fordert einen eigenständigen Tarifvertrag und hatte sich daher weder an den Lohn-Verhandlungen im Sommer noch an den Gesprächen über die neue Entgeltstruktur beteiligt. Die größte Bahn-Gewerkschaft Transnet und die GDBA dagegen einigten sich im Juli mit dem Konzern auf eine Gehaltserhöhung von 4,5 Prozent, die im Januar 2008 in Kraft tritt.

Diese 4,5 Prozent sind Teil der mindestens zehn Prozent Lohnsteigerung, die der Konzern den Beschäftigten nun bis Ende 2010 zusagte. Darüber hinaus sollen weitere vier Prozent in die neue Entgeltstruktur fließen, die die Experten in den kommenden Monaten im Detail ausarbeiten wollen. Transnet-Chef Norbert Hansen rechnet mit einem endgültigen Abschluss des Vertragswerks noch in der ersten Jahreshälfte 2008.

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn sagte nach der Einigung, er hoffe, dass sich nun auch der Konflikt mit der GDL lösen lasse. Suckale verwies darauf, dass das neue Tarifsystem auch den großen Gewerkschaften die Möglichkeit gebe, sich gegenüber einzelnen Berufsgruppen oder Spezialgewerkschaften offener aufzustellen.

Zahlreiche Großgewerkschaften waren in den vergangenen Jahren unter Druck geraten, weil einzelne Berufsgruppen wie Ärzte oder Piloten aus den allgemeinen Tarifgesprächen ausgeschert waren und mit ihrer größeren Verhandlungsmacht mehr Geld herausgeholt hatten.

Bahn und GDL wollen sich am Montag zu einer neuen Verhandlungsrunde treffen. Die GDL fordert dabei Klarheit von dem Konzern, ob sie tatsächlich einen eigenständigen Tarifvertrag bekommt. Andernfalls droht die Gewerkschaft mit unbefristeten Streiks.

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