Zur Verwirklichung seiner Pläne braucht Mehdorn Milliarden für Investitionen, die er aus der Privatisierung schöpfen wollte. Dieses Geld müsste ohne Börsengang vom Eigentümer Bund kommen. Doch die Politik steht für die Expansionspläne Mehdorns kaum zur Verfügung.
Es sei nicht die Aufgabe des Bundes, der Bahn dabei zu helfen, Schienenverkehrsleistungen in Frankreich oder Polen zu verkaufen und weltweit Logistik zu betreiben, heißt es in Berlin.
Unionspolitiker hatten kürzlich vorgeschlagen, die Bahn solle ihre Logistiktochter Schenker teilprivatisieren. Brächte man 49 Prozent an die Börse, könnte die Bahn bei einem geschätzten Schenker-Wert von vier bis fünf Mrd. Euro etwa zwei bis 2,5 Mrd. Euro erlösen. Im Konzern wird dieser Vorschlag mit „völliger Verständnislosigkeit“ kommentiert. Er würde die Zerschlagung des Unternehmens bedeuten und alle Expansionspläne ad absurdum führen.
Auf Schleuderkurs
Fit für die Börse: Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hat den Konzern in den vergangenen Jahren saniert und damit auf Börsenkurs getrimmt. Statt tiefroter Zahlen produziert die Bahn AG nicht zuletzt wegen ihrer Aktivitäten im weltweiten Logistikmarkt heute erhebliche Gewinne. Sie ist aber durch ihre Investitionen wie den Kauf der einstigen Eon-Tochter Stinnes mit der Spedition Schenker sowie dem Erwerb der US-Spedition Bax Global hoch verschuldet.
Fit für Führung: Der Konzern wird in der Holding mit Mehdorn an der Spitze von 80 Konzernführungskräften geleitet. Darunter folgt die Ebene der 800 „oberen Führungskräfte“. In diesen Gremien gibt es neben altgedienten Eisenbahnern seit Jahren viele Manager, die aus allen Teilen der Wirtschaft zur Bahn wechselten.

