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07.12.2007 
Preispolitik der Deutsche Bahn

Bahnfahren wird wieder teurer

Bahnfahren wird am Sonntag bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr teurer. Die Preise für Fahrkarten im Nah- und Fernverkehr steigen im Schnitt um 2,9 Prozent. Auch Bahncards und Reservierungen kosten mehr.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisierte am Freitag die regelmäßig steigenden Ticket-Preise. Foto: dpa.Lupe

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisierte am Freitag die regelmäßig steigenden Ticket-Preise. Foto: dpa.

HB BAHN. Die Preiserhöhung soll der Bahn Zusatzeinnahmen von rund 60 Mill. Euro pro Jahr bringen. Mit dem Fahrplanwechsel soll es auch neue ICE-Verbindungen und mehr Service in der Ersten Klasse geben. Unterdessen wuchs am Freitag die Hoffnung in Berlin, dass Kunden bei Verspätungen deutlich besser entschädigt werden als bisher.

Die Fahrgäste sollen nach Plänen von Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) ab 30 Minuten Verspätung Anspruch auf ein Viertel des Fahrpreises haben, nicht erst wie bislang nach einer Stunde. Die Hälfte des Preises soll schon bei einer Verspätung von einer Stunde fällig werden, nicht erst von zwei Stunden an, auch im Nahverkehr.

Die Deutsche Bahn hatte die Anhebung ihrer Preise bereits im September unter Hinweis auf höhere Energie- und Personalkosten angekündigt. Zuletzt waren Fahrkarten am 1. Januar teurer geworden. Damals stiegen die Preise im Fernverkehr im Schnitt um 5,6 Prozent, darin enthalten war die Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19 Prozent.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Regelmäßig steigende Preise in der Kritik

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisierte am Freitag, regelmäßig steigende Preise drohten vor allem neue Kunden abzuschrecken. Bahncards für Vielfahrer werden um durchschnittlich 3,8 Prozent teurer. So kostet die Karte mit 50 Prozent Rabatt künftig 220 Euro statt 212 Euro. Dafür ist die Auslands-Ergänzung „Railplus“ automatisch enthalten, bislang wurden dafür 15 Euro zusätzlich fällig.

Sitzplatzreservierungen für Fernzüge werden um 50 Cent teurer und kosten am Automaten oder im Internet künftig zwei Euro, am Schalter vier Euro. Der Preis für das Schönes-Wochenende-Ticket steigt um zwei auf 35 Euro. Auch zahlreiche Ländertickets werden um ein oder zwei Euro teurer.

Der VCD-Vorsitzende Michael Gehrmann warf der Bahn vor, die Kunden trotz immer neuer Rekordeinnahmen zum „Zahlmeister“ für den geplanten Börsengang zu machen. Im ersten Halbjahr hatte das Unternehmen einen Gewinnsprung verzeichnet. Das Ergebnis stieg nach Konzernangaben vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 44,4 Prozent auf 1,35 Mrd. Euro.

Dagegen begrüßte der VCD Verbesserungen bei Verbindungen ins europäische Ausland als „Alternative zum besonders klimaschädlichen Flugverkehr“. Von Sonntag an rollen ICE-Züge erstmals von Berlin und Hamburg nach Kopenhagen und Århus in Dänemark.

Österreich wird mit einer neuen Linie von Dortmund und Frankfurt/Main nach Wien ins ICE- Netz einbezogen. Auf der im Juni eröffneten Trasse nach Paris wird der ICE-Takt erhöht. Der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV fährt dafür erstmals bis nach München.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Verbesserter Service soll Kunden in die erste Klasse locken

Um mehr Kunden für die Erste Klasse der ICE zu gewinnen, soll der Service verbessert werden. Neben 200 zusätzlichen Mitarbeitern für die Betreuung in den Zügen wird laut Bahn das Tageszeitungsangebot erweitert. Auch kleine Snacks sollen verteilt werden. Die Zahl der Erste-Klasse-Tickets soll so innerhalb eines Jahres um eine Million gesteigert werden.

Im Streit über einen Ausgleich für Fahrgäste bei halbstündiger Verspätung und eine Ausdehnung der Entschädigungs-Regelungen auf den Nahverkehr hält das Verbraucherministerium eine Einigung mit dem Justizressort für möglich.

„Ich bin zuversichtlich, in den nächsten Wochen einen Gesetzentwurf zu haben, der die praxisrelevanten Fälle regelt“, sagte Verbraucherstaatssekretärin Ursula Heinen (CDU). Auch das Justizministerium zeigte sich offen für eine Lösung.

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