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Bahnindustrie: Der Nahverkehr wird zum milliardenschweren Zukunftsmarkt

Windschnittige Hochgeschwindigkeitszüge sind weltweit die Zugpferde der Bahnindustrie. Doch das milliardenschwere Zukunftsgeschäft der Branche liegt ganz woanders: in den Großstädten und ausufernden Ballungsgebieten rund um den Globus.

Passagiere in einer U-Bahn in Peking: Allein in Asien werden jährlich etwa 440 Mio. Euro investiert. Quelle: Reuters
Passagiere in einer U-Bahn in Peking: Allein in Asien werden jährlich etwa 440 Mio. Euro investiert. Quelle: Reuters

BERLIN. Schnelle Züge im Sekundenabstand, Metros ohne Fahrer: Moderne Bahnsysteme sollen künftig in Mega-Cities wie Tokio zum Einsatz kommen. "Mobilität in den Mega-Cities zu erhalten, das geht auf Dauer nur mit hochqualifizierten Bahnsystemen", sagte Hans-Jörg Grundmann, Chef der Sparte Siemens Mobility. Allein in Asien würden jährlich etwa 440 Mio. Euro in U-Bahnen investiert. Aber auch in Europa und Nordamerika gebe es zweistellige Wachstumsraten.

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Metros, Trams, Stadt- und Vorortbahnen - der Schienenverkehr muss in Zukunft eine schnell wachsende Menge Menschen schnell und sicher befördern und dabei möglichst wenig Energie verbrauchen. "Überall auf der Welt wächst eine Generation heran, die das erkannt hat, aufs Auto verzichtet und gerne Bahn fährt", erklärte Grundmann im Gespräch mit dem Handelsblatt auf der Bahntechnikmesse "Innotrans" in Berlin.

Für die Industrie sei das eine Herausforderung, weit über die Bahntechnik hinaus. "Wir müssen öffentlichen Verkehr und Individualverkehr zu einem ineinander greifenden System verknüpfen", fordert Grundmann. Informationssysteme, Verkehrssteuerung, Parkleitsysteme - alles müsse aufeinander abgestimmt sein, um Mobilitätswünsche optimal erfüllen zu können. Dabei werde sich die Eisenbahn, die in Deutschland gerade ihr 175-jähriges Bestehen feiert, zu einem High-Tech-System weiterentwickeln, das vor allem IT-Möglichkeiten nutzt.

U-Bahnen ohne Fahrer

Mit modernen Signalsystemen könnten Züge im 90-Sekunden-Abstand fahren. Die Zukunft gehört vollautomatischen Metrosystemen, die ohne Fahrer funktionieren: Dann ließen sich bei plötzlich steigenden Fahrgastzahlen schnell zusätzliche Zug-Kapazitäten aus dem Depot auf die Strecken schicken.

Ein wichtiges Detail sei der sparsame Umgang mit Energie. Neben neuen Leichtbautechniken für die Fahrzeuge geht es laut Grundmann vor allem um den Stromverbrauch im Betriebsalltag: "Allein durch die intelligente Steuerung der Fahrzeuge lassen sich bis zu 20 Prozent Energie einsparen."

  • 24.09.2010, 14:13 UhrAnonymer Benutzer: JoNe

    Man könnte dann plötzlich ohne Fahrer weitere Züge auf die Strecke im Nahverkehr schicken - wenn man sie denn hätte. Wird man aber nicht haben - aus Kostengründen. Wer hat die idee denn geäußert - bahnindustrie oder Verkehrsunternehmen ...

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