
HB HAMBURG. „Wir haben gegen mehr als 100 Apotheker Anzeige erhoben, die sich bis 2007 über Pharma-Großhändler im Ausland die Bestandteile für sogenannte Zytostatika beschafft haben sollen“, sagte der Sprecher der Techniker Krankenkasse, Herman Bärenfänger. Diese Zellwachstums-Hemmer für Krebspatienten sind dort wesentlich günstiger, aber in Deutschland nicht zugelassen.
„Wir haben keine Anhaltspunkte, dass Präparate ohne Wirksamkeit abgegeben wurden“, sagte Bärenfänger. „Allerdings können wir auch nicht ausschließen, dass die Mittel qualitativ schlechter sind.“ So gebe es in anderen Ländern niedrigere Grenzwerte. Durch eine höhere Verunreinigung der Medikamente könnten etwa stärkere Nebenwirkungen ausgelöst werden.
Nach einem Bericht des Rundfunksenders NDR-Info stehen unter anderem Apotheker in Augsburg, Braunschweig, Celle, Kiel, Mainz, Münster und Wuppertal im Visier der Staatsanwaltschaft. Bereits im Januar war ein Mann aus dem badischen Raum angeklagt worden, weil er Medikamente falsch abgerechnet und rund 420 000 Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet hatte.
Inzwischen wird gegen mindestens rund 70 Apotheker in ganz Deutschland ermittelt, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Mannheim am Donnerstag. „Den Ersatzkassen entstand ein Gesamtschaden im zweistelligen Millionenbereich“, sagte Bärenfänger. Zudem bezifferte die AOK Niedersachsen ihren Schaden auf mehr als zwei Mio. Euro.
Von den bundesweit rund 22 000 Apothekern haben laut TK nur etwa 300 eine Zulassung für die Zytostatika-Zubereitung. Die Pharmazeuten stellen die Rezepturen individuell für Krebs-Patienten zusammen. Ein Drittel von ihnen soll nach Angaben von Bärenfänger dafür ausländischen Substanzen genutzt, aber den in Deutschland üblichen Satz abgerechnet haben. Dadurch seien erheblich höhere Gewinne erzielt worden. Weder Ärzte noch Patienten konnten nachvollziehen, woher das Medikament stammte.
Aufgeflogen war die Masche laut NDR-Info, weil einem Pharma-Großhändler ein Krebs-Mittel aus dem Ausland zu auffällig günstigen Konditionen angeboten wurde. Bei der Überprüfung der Substanzen stellte sich heraus, dass das über die Schweiz und Dubai gelieferte Präparat wirkungslos war. Der Großhändler benachrichtigte daraufhin die Krankenkassen, die Nachforschungen anstellten. Nach Angaben der TK gibt es aber keine Anhaltspunkte, dass das Mittel auf den deutschen Markt gelangte.
Laut offiziellen Zahlen hatten wir 2009 schon fast 21.600 Apotheken in Deutschland - und nun haben 100 davon Abrechnungen frisiert und es wird ein gewaltiger Zirkus davon gemacht, als wenn nun der Großteil der Apotheker betrügen würde? Wie albern ist denn das.
Wie wäre denn mal ein Artikel wo aufgeschrieben wird, was unsere Politiker so für Geld verpulvern in ihrem Tätigkeitsbereich, wo sie mit Abrechnungen mauscheln, um eine höhere Erstattung zu bekommen usw.?
DAS wäre mal ein Artikel, das hier ist ein trauriger Lückenfüller ohne wirklichen Wert.
"Weder Ärzte noch Patienten konnten nachvollziehen, woher das Medikament stammte" heisst es da. Aha, und wie können Ärzte und Patienten nachvollziehen, woher die Arzneistoffe der Generikafirmen kommen? Die kommen doch meist aus indien, China etc. und benutzen andere Synthesewege als der Originalhersteller. Da sind dann andere Nebenprodukte zwangsläufig. Das wird aber von den Gesundheitsbehörden (aus kostengründen) ignoriert. Der Originalhersteller muss alle Nebenprodukte auf Cytotoxizität (Krebsauslösung) prüfen. bei Generika verzichtet man darauf, weil sie ja angeblich ähnlich sind. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Wenn man bedenkt, dass in China die Wirtschaftskrise nur Firmen überlebt haben, die die behörden ausgetrixt haben. Und denen sollen wir bei Arzneistoffen für unsere Generika vertrauen?
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