
FRANKFURT. Mit einem Minus von 0,4 Prozent fiel der Rückgang bei Fraport deutlich niedriger aus als in den Monaten zuvor.
„Im Trend werden die Verkehrsrückgänge von Monat zu Monat geringer“, freute sich Stefan Schulte, seit Monatsanfang neuer Vorstandsvorsitzender des Flughafenbetreibers. Setze sich diese Entwicklung fort, könnte der Rückgang im Gesamtjahr mit fünf bis sechs Prozent deutlich niedriger ausfallen als die zunächst befürchteten bis zu neun Prozent.
Zuvor hatte die größte deutsche Fluglinie, Lufthansa, für den August einen Anstieg der Passagierzahlen um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat berichtet. Der Absatz legte sogar um 3,2 Prozent zu. Auch die Auslastung der Flugzeuge verbesserte sich um 1,7 Prozentpunkte auf 83 Prozent.
Die Investoren greifen solche Nachrichten aus der gebeutelten Branche begierig auf. Die Aktie von Fraport gewann am Donnerstag gut zwei Prozent. Offensichtlich fühlen sich viele Anleger in ihrer Hoffnung auf eine baldige Erholung der Branche bestätigt. So hat die Fraport-Aktie in den zurückliegenden fünf Tagen um sieben Prozent zugelegt, bei Lufthansa beträgt das Plus sogar 13 Prozent.
Allerdings ist der Strohhalm, nach dem Branchenmanager wie Investoren greifen, äußerst dünn. Die Erholung fußt zu einem großen Teil auf einem reinen Basiseffekt. Die einsetzende Wirtschaftskrise hatte bereits die Vergleichszahlen des August 2008 deutlich nach unten gedrückt. Bei Lufthansa belastete zudem ein Streik die Verkehrsleistung im vergangenen Jahr zusätzlich. Wie nachhaltig die Erholung am Ende tatsächlich ist, weiß derzeit keiner.
Der Europäische Luftfahrtverband AEA bleibt vorsichtig und verweist auf die nach wie vor katastrophale Gewinnsituation. „Wenn eine Fluggesellschaft nicht in der Lage ist, Geld zu verdienen, obwohl die Flugzeuge eine Auslastung von im Schnitt 81,8 Prozent haben, dann läuft ganz sicher irgendetwas sehr falsch beim Verhältnis Kosten zu Umsatz“, mahnt AEA-Generalsekretär Ulrich Schulte-Strathaus.
Grund dafür ist das am Boden liegende Geschäft mit den Premiumkunden in der Ersten und der Business-Klasse. Mit diesen beiden margenstarken Bereichen verdienen die Airlines ihr Geld. Doch trotz immer umfassenderer Rabatte bleiben die vordersten Sitze in den Maschinen weitgehend leer. Zudem haben die Fluggesellschaften ihre Kapazitäten weniger stark zurückgefahren als die Nachfrage eingebrochen ist. So dampften sie das weltweite Angebot seit Jahresbeginn um 3,8 Prozent ein. Der Umsatz je Passagier und geflogenen Kilometer gab aber gleichzeitig um 6,8 Prozent nach.
Analysten mahnen zur Vorsicht bei der Betrachtung der jüngsten Zahlen. „Obwohl der Markt klare Zeichen einer Stabilisierung zeigt, erwarten wir, dass die Erholung langsam sein und sich bis weit in das Jahr 2010 ziehen wird“, schreiben Frank Skodzik und Johannes Braun von der Commerzbank in einer am Donnerstag veröffentlichten Branchenstudie.