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Betrug und Bestechung: Ikea kämpft in Russland mit Korruption

Ikea will in Russland Möbelhäuser bauen - und scheitert regelmäßig an korrupten Beamten. Jetzt geht der Konzern in die Offensive. Öffentlich prangert Unternehmensgründer Ingvar Kamprad die Missstände an. Was er zu berichten hat, ist ein Alptraum für westliche Investoren.

Ikea-Filiale: Das Geschäft in Russland scheitert an der mangelnden Rechtssicherheit. Quelle: dpa
Ikea-Filiale: Das Geschäft in Russland scheitert an der mangelnden Rechtssicherheit. Quelle: dpa

STOCKHOLM. Der weltweit größte Möbelkonzern, Ikea aus Schweden, hat erneut massive Probleme mit seinem Russland-Engagement: Wie Unternehmensgründer Ingvar Kamprad am Wochenende in einer Radiosendung erklärte, sei sein Unternehmen bei Gas- und Stromlieferungen an die elf russischen Ikea-Warenhäuser um rund 1,5 Mrd. Kronen (140 Mio. Euro) betrogen worden.

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"Wir wurden bei den Strom- und Gaslieferungen richtig über den Tisch gezogen", sagte er. "Das wird uns mehr als anderthalb Milliarden Kronen (136 Mio. Euro) kosten", erklärte der 83-jährige und sagte, dass derzeit in Moskau über Schadenersatzklagen verhandelt wird. Wann sich der Betrugsfall abgespielt hat, blieb unklar. Ikea hat nach Kamprads Aussagen mittlerweile eigene Stromgeneratoren für seine russischen Warenhäuser angeschafft.

Es ist nicht das erste Mal, dass Kamprad und sein Konzern offen über Korruption und Kriminalität in Russland berichten. Bereits vor fünf Jahren ging das Unternehmen an die Öffentlichkeit, als ein bereits fertig gestelltes Möbelhaus bei Moskau nicht öffnen konnte, da angeblich eine Baugenehmigung für eine Zufahrtsstraße fehlte.

Jetzt kämpft der Möbelriese mit den Behörden in Samara an der Wolga um die Eröffnung seines zwölften Einkaufszentrums. Obwohl die Waren im Ikea-Möbelhaus sowie vielen angeschlossenen Geschäften bereits eingeräumt sind, kann das Zentrum nicht öffnen, da die zuständigen Behörden überraschend neue Bauvorschriften erließen. "Jetzt ist unser 100 000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum nicht sturmsicher genug", erklärte Ikeas Russland-Chef Per Kaufmann. "Ein Beamter in Samara sagte allerdings, er kenne einen Bauunternehmer, der uns schnell helfen könnte". Kaufmann ließ keinen Zweifel daran, dass für die schnelle Lösung Bestechungsgelder gezahlt werden müssten. Das lehnt Ikea strikt ab und hat zunächst knapp 250 Mitarbeiter in Samara entlassen. Außerhalb des Energiesektors ist Ikea einer der größten ausländischen Investoren in Russland.

Kamprad gründete Ikea vor 66 Jahren im südschwedischen Älmhult. Mittlerweile setzt der Konzern mit seinen 253 Möbelhäusern in 24 Ländern etwa 21 Mrd. Euro jährlich um. Ikea beschäftigt weltweit knapp 130 000 Mitarbeiter.

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