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Betrugsverdacht bei Hooters: Staatsanwalt ermittelt gegen freizügige Burger-Kette

exklusivMit freizügigen Kellnerinnen hat es die Hamburger-Kette Hooters in den USA zu großem Erfolg gebracht. Die Expansion in Deutschland wird von rechtlichen Querelen begleitet. Denn Dekolletés schützen nicht vor Pleiten.

Kellnerinnen bei der Eröffnung eines Hooters in Ungarn. Quelle: dpa
Kellnerinnen bei der Eröffnung eines Hooters in Ungarn. Quelle: dpa

DüsseldorfStaatsanwälte in Frankfurt, Saarbrücken und einer dritten deutschen Stadt ermitteln wegen Betrugs gegen Verantwortliche der US-Burgerkette Hooters in Deutschland. Das berichtet das Handelsblatt (Mittwochausgabe) unter Berufung auf die Behörden.

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Danach sollen die Verdächtigen, die hinter den Hooters-Lizenznehmern Flying Wings SA aus Luxemburg und Wings of Germany stehen, mehreren Betreibern der ehemals neun Restaurants der Kette zu Unrecht Unterlizenzen verkauft haben. Der entstandene Schaden soll den Informationen zufolge in die Millionen gehen. Neben den geprellten Franchise-Nehmern sollen auch Weltkonzerne wie Unilever zu den Geschädigten gehören.

„Breastaurants“ Hooters wird ein bisschen züchtiger

Kellnerinnen in Mini-Shorts, Bikini-Bilder, Football auf Großbildfernsehern: Die US-Restaurantkette Hooters war mit ihrem Männer-Konzept lange erfolgreich. Doch weil die Umsätze zurückgehen, soll nun ein neues Image her.

Die Burger-Kette ist vor allem durch ihre vollbusigen Kellnerinnen in engen T-Shirts und kurzen Hosen bekannt. In den USA betreibt das Unternehmen rund 450 Restaurants. Von den neun Filialen in Deutschland mussten bis auf eine in Frankfurt allesamt Insolvenz anmelden.

Artikel zum Download Die Hooters-Filialen, die gar keine waren

In Deutschland gab es neun „Hooters“, von denen offenbar einige keine waren. Ihnen fehlte eine gültige Lizenz — und die US-Zentrale wusste wohl nichts von ihnen. Die Betreiber sollen Vermittlern aufgesessen sein.

Deren Niedergang soll nach Informationen des Handelsblatts auch darauf zurückzuführen ein, dass die möglichen Opfer nicht nur zu Unrecht hohe Franchise-Gebühren abführen, sondern auch überteuerte Verträge etwa für Mieterräume und Kücheneinrichtungen abschließen mussten. Deren Kosten sollen in keinem Verhältnis zum zu erwartenden Umsatz gestanden haben. Darüber hinaus sollen die möglichen Täter Anschubgelder von Unternehmen wie Unilever, sogenannte Werbungskostenzuschüsse, nicht an die Betreiber der Filialen abgeführt haben.

Die größten Franchise-Nehmer

  • 463.000 Menschen verdienten ihr Geld Ende 2010 in der Franchise-Wirtschaft, 33,6 Prozent als zehn Jahre zuvor. Knapp die Hälfte arbeitet im Bereich Dienstleistung, mit 32 folgt der Handel, danach Gastronomie und das Handwerk.

  • Platz 1

    Tui/First

    Die meisten Reisebüros von Tui und First werden von Franchise-Nehmern geführt. In Deutschland waren es 2009 wie schon in den Vorjahren 1.405 Betriebe.

  • Platz 2

    Der wohl bekannteste Franchise-Geber der Welt liegt in Deutschland nur auf Rang zwei: McDonalds betreibt 1.334 Betriebe in diesem System.

  • Platz 3

    In Deutschland brauchen immer mehr Kinder Nachhilfe. Davon profitiert auch die Schülerhilfe: Mit 1.023 Betrieben Platz liegt das Unternehmen auf Rang drei .

  • Platz 4

    Es folgt der Studienkreis mit 1.006 Betrieben auf Rang vier.

  • Platz 5

    Man findet sie praktisch in jeder Stadt - die Bäckerei-Filialen von Kamps. 930 davon werden im Franchise-System betrieben.

  • Platz 6

    Subway rangiert in Deutschland in Deutschland auf Platz sechs mit 755 Betrieben.

  • Platz 7

    Alles für den Hund - und andere Haustiere: Fressnapf setzte von Beginn an auf Franchising - heute sind es in Deutschland 723 Läden.

  • Platz 8

    Apollo Optik hat in den vergangenen Jahren kräftig zugekauft und setzt auch auf das Franchise-System: 670 Filialen hat die Optikerkette.

  • Platz 9

    Auch die Fastfood-Kette Burger King schafft es in die Top Ten. 650 Betriebe werden von Franchisern geführt.

  • Platz 10

    Eine bekannte Marke, die es trotz der Insolvenz der Mutter noch gibt: Foto Quelle führt 560 Betriebe in Franchise-System.

  • Platz 11

    Dicht dahinter folgt der Ad-Auto Dienst mit 550 Betrieben.

  • Platz 12

    Besonders spannend ist das Genre von Datac nicht: Buchhaltung, Lohnabrechnung und solche Dienstleistungen übernimmt das Unternehmen in 524 Betrieben.

  • Platz 13

    Die Schuhverkäufer von Reno folgen auf Rang 13 mit 498 Läden in Deutschland.

  • Platz 14

    Musikalisch geht es weiter. 475 Betriebe unterhält die Musikschule Fröhlich im Franchise-System.

  • Platz 15

    Zwei Plätze hinter Reno folgt Konkurrent Quick Schuh mit 400 Filialen.

  • Platz 16

    Früher waren Rastplatztoiletten oft ein Graus - Sanifair hat da einiges zum Besseren gewandelt. Auf 368 Betriebe kommt das Unternehmen.

  • Platz 17

    Auf Rang 17 folgt Wohnkultur - das schreibt sich Topa Team zumindest auf die Fahne in 340 Betrieben.

  • Platz 18

    Die Autovermieter von Avis haben es mit 338 Betrieben noch in die Top 20 geschafft.

  • Platz 19

    Mit Holiday Land steht ein zweiter Reiseanbieter in den Top 20. Immerhin kommt das Unternehmen auf 335 Büros in Deutschland.

  • Platz 20

    Obi übersteht den Preiskampf unter den Baumärkten derzeit recht gut. 333 Läden betreibt Obi in Deutschland im Franchise-System.

  • 03.04.2013, 14:47 Uhrmon_yburns@central.banktunnel.eu

    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • 03.04.2013, 14:17 UhrTimTalerJr

    zum letzten Abschnitt möchte ich nur zwei Anmerkungen geben, da wir sonst zu sehr "off Topic" werden:

    1. Das möchte ich in Deutschland auch nicht!

    2. Wir haben beide ein komplett verschiedenes Bild von den USA.

  • 03.04.2013, 13:02 Uhrtabascoman

    TGI Friday gibt es in D.
    Zumindest in Berlin im Stadtteil Mitte.
    Dort war alles voll versteckter und unversteckter Fette bei schlechtem Service.

    Die Abfall/Fastfood gibt es bei Discountern, - wer sich damit mästen will, darf es gerne.

    Einer der ganz wenigen Pluspunkte in den USA-Restaurants (Family-operated oder Ketten) sind die "free refills".

    Ansonsten kommen bei mir die USA nicht gut weg, wenn ich Plus und Minus zusammenzähle. Leider kenne ich das Land "etwas". Dort möchte ich nicht zufällig "zur falschen Zeit am falschen Ort" sein !

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