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Betrugsverdacht: Edekas Chefkontrolleur in Nöten

Peter Simmel steht unter Verdacht, Sozialversicherungen Gelder vorenthalten zu haben. Mitarbeiter erhielten ihr Weihnachtsgeld wohl in Form von Warengutscheinen. Zusätzlich soll gegen den Kaufmann ein Verfahren wegen Nötigung angestrengt werden.

Verdi will gegen den Edeka-Kaufmann Peter Simmel zwei Ermittlungsverfahren beantragen. Quelle: dpa
Verdi will gegen den Edeka-Kaufmann Peter Simmel zwei Ermittlungsverfahren beantragen. Quelle: dpa

DÜSSELDORF. Die Bruchlandung mit seiner zweimotorigen Cessna im Mühlenberger Loch, einer Hamburger Elbbucht, meisterte Peter Simmel Ende April fast unbeschadet. Kaum verletzt schwamm Edekas Aufsichtsratschef 80 Meter bis ans rettende Ufer, um nach kurzem Krankenhausaufenthalt am gleichen Abend ins heimische Chemnitz zurückzufliegen.

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Der Hobbyflieger gerät nun erneut in Nöte - dass er auch diesmal nur mit leichten Blessuren davonkommt, darf bezweifelt werden. Seit gestern steht fest: Den selbstständigen Edeka-Kaufmann erwarten gleich zwei Ermittlungsverfahren, die der bayerische Verdi-Landesbezirk nach eigenen Angaben in den nächsten Tagen beantragen will. "Es geht um Nötigung und den konkreten Verdacht auf Sozialversicherungsbetrug", sagte Fachabteilungsleiter Hubert Thiermeyer dem Handelsblatt.

Zwar handelt es sich bei den angeblichen Verfehlungen um Vorgänge in Simmels eigenem Betrieb, einer Edeka-Handlung mit 32 Standorten in Sachsen, Thüringen und Bayern. Die Unterlagen, die Verdi vorliegen, könnten aber geeignet sein, Simmels Eignung als Chefkontrolleur von Deutschlands größtem Lebensmittelhändler in Zweifel zu ziehen.

Erhärtet sich der Verdacht, muss Simmel mit Nachzahlung rechnen

Die Vorwürfe richten sich weniger auf fragwürdige Überprüfungen von Mitarbeiter-Taschen und krankgeschriebenen Beschäftigten, wie sie das Nachrichtenmagazin "Focus" am Wochenende veröffentlichte. Weitaus gravierender wiegt ein anderer Verdacht: Simmel soll seinen Mitarbeitern Weihnachts- und Urlaubsgeld in Form von Warengutscheinen ausgezahlt haben, ohne die Beträge den Finanzämtern und den Sozialversicherungsträgern zu melden. "Wir haben die Lohnzettel überprüft", berichtete Verdi-Experte Thiermeyer, "dort aber keine Abzüge gefunden." Man werde deshalb beim Träger der Rentenversicherung eine Prüfung beantragen. Erhärte sich der Verdacht auf Sozialversicherungsbetrug, habe Simmel zwar nur mit einem geringen Bußgeld zu rechnen, wohl aber mit einer empfindlichen Nachzahlung. Immerhin sind in der unter Edeka-Flagge segelnden Simmel AG knapp 1 000 Mitarbeiter beschäftigt.

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