Die Gruppe um den persönlich haftenden Gesellschafter der Hamburger Privatbank M.M. Warburg, Christian Olearius, und den Logistik-Unternehmer Klaus Kühne-Michael will durch den Kauf den Wegzug der Traditionsreederei aus der Hansestadt verhindern und bezeichnet ihr Projekt daher als "Hamburger Lösung". Olearius und Kühne hatten Peiner mit der Suche nach weiteren Geldgebern für ihr Vorhaben beauftragt. Wie groß die Investorengruppe nun ist, blieb zunächst unklar. Aus Finanzkreisen hieß es, der Kreis beschränke sich nicht auf Hamburger Kaufleute.
Die Stadt Hamburg hat ihre Unterstützung inzwischen konkretisiert. Unter Beteiligung der Hansestadt wird eine Gesellschaft gegründet, über die Investoren eine Offerte abgeben können. Dadurch solle das gemeinsame Angebot beschleunigt werden, sagte Finanzsenator Michael Freytag. Hapag-Lloyd, weltweit Nummer fünf, sei eine "Juwel der hamburgischen Wirtschaft", das in der Stadt gehalten werden solle. Eine finanzielle Beteiligung der Hansestadt im Rahmen einer Offerte schloss der Finanzsenator zwar nicht grundsätzlich aus. Allerdings seien der Stadt enge finanzielle Grenzen gesetzt. Der Großteil müsse von Privatinvestoren kommen.
Peiner sagte der "Financial Times Deutschland", er rechne Mitte Juni mit dem Versand der Verkaufsunterlagen durch den Hapag-Lloyd-Mutterkonzern TUI
. Da es noch keine Unterlagen von TUI
gebe, sei auch noch nicht klar, wie der Konzern den Verkauf gestalten wolle. Wenn es dazu Details gebe, werde man auch die Einzelheiten der Finanzierung festzurren. "Wir sind bereit", sagte Peiner. Der Wert der Reederei werde auf rund vier Mrd. Euro taxiert - sei aber davon abhängig, ob Immobilien und Schulden mitveräußert würden, berichtete die Zeitung. Analysten schätzen den Preis inklusive Schulden auf mindestens fünf Mrd. Euro. Tui
selbst hatte die Vermögenswerte von Hapag-Lloyd mit zwei bis 2,5 Mrd. Euro beziffert. Diese Summe sei aber keineswegs mit dem Marktpreis gleichzusetzen, hatte Finanzvorstand Rainer Feuerhake kürzlich gesagt. Tui
will mit den Einnahmen ihre Schuldenlast von derzeit 3,5 Mrd. Euro senken und sich Spielraum für Investitionen in das Kerngeschäft Touristik verschaffen.
Großaktionär John Fredriksen hatte zusammen mit anderen Aktionären Anfang des Jahres eine Abspaltung der Schifffahrtstochter bei dem Reisekonzern durchgesetzt. Der Verkauf von Hapag-Lloyd soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen.

