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Bilanz: Bahn bricht der Gewinn weg

exklusivLahme Konjunktur, hoher Tarifabschluss, teures Hochwasser: Die Bahn macht weniger Gewinn als erwartet. Für Finanzminister Schäuble sind das schlechte Nachrichten – die Dividende des Staatsunternehmens ist in Gefahr.

Gleise unter Wasser: Die Flut in vielen Teilen Deutschlands hat das Ergebnis der Deutschen Bahn belastet. Quelle: dpa
Gleise unter Wasser: Die Flut in vielen Teilen Deutschlands hat das Ergebnis der Deutschen Bahn belastet. Quelle: dpa

DüsseldorfBahn-Chef Rüdiger Grube wird zur Vorstellung des Halbjahresergebnisses der Deutschen Bahn an diesem Donnerstag in Berlin sein Gewinnziel für das laufende Geschäftsjahr kassieren müssen. Der Konjunktureinbruch, die Folgen des Hochwassers und der Tarifabschluss vom Frühjahr belasten nach Informationen des Handelsblatts (Donnerstagausgabe) aus Unternehmenskreisen die Bilanz.

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Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) wird nicht, wie noch Anfang des Jahres von Grube erwartet, in diesem Jahr von 2,7 auf 2,9 Milliarden Euro steigen, sondern nach Handelsblatt Informationen auf 2,3 Milliarden Euro sinken.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) muss deshalb wohl die Hoffnung begraben, mit der staatseigenen Deutschen Bahn auf eine sichere Einnahmequelle zurückgreifen zu können. Zwei Jahre lang lieferte das Unternehmen eine satte Dividende von mehr als einer halbe Milliarde Euro ab. Jetzt ist die Zahlung gefährdet. Schäuble rechnet dennoch mit unverändert 525 Millionen Euro für seinen Haushalt. Der unerwartet starke Gewinneinbruch bei dem Staatskonzern hat unterdessen im Aufsichtsrat eine Debatte über die Ausschüttung an den Alleineigentümer ausgelöst.

Bauprojekt Bahn rechnet mit Verspätung bei Stuttgart 21

Stuttgart 22? Nach neun Monaten Pause hat sich der Lenkungskreis für das umstrittene Bauprojekt Stuttgart 21 am Dienstag getroffen. Danach räumte die Bahn ein: Das Projekt wird später fertig - und das kostet.

„Natürlich steht jetzt die Höhe der Dividende zur Disposition“, sagte ein Aufsichtsrat dem Handelsblatt. Noch schärfere Töne schlägt der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft EVG, Alexander Kirchner, an. Nach der Bundestagswahl werde die EVG „die völlige Reinvestierung der Dividende in das System Schiene – und zwar on top“ fordern. Was nichts anderes heißt, als dass Kirchner die Dividende streichen, zugleich aber die jährlichen Zuschüsse des Bundes für Bau und Erhalt der Schienenwege in Höhe von knapp fünf Milliarden Euro erhalten will.

Schon die Dividende für das Geschäftsjahr 2013, so Kirchner gegenüber dem Handelsblatt, müsse auf jeden Fall sinken. „Ich halte es für falsch, die Höhe einer Dividende gleich für mehrere Jahre festzulegen. Sie muss sich an den jeweiligen Wirtschaftsergebnissen orientieren. Konjunktureinbrüche oder - wie jetzt ganz aktuell - die Belastungen durch die Hochwasserschäden, müssen Berücksichtigung finden“, sagte er. Kirchner ist zugleich auch stellvertretender Vorsitzender des Bahn-Aufsichtsrats.

  • 24.07.2013, 23:18 UhrMichkenntman

    Das größte Problem der Bahn sind die neuen Fahrkartenautomaten nach französischem Vorbild. Es kann ja nicht angehen, dass wenn man kurz mal ein Ticket braucht für eine bestimmte Stadt per ICE, man geschlagene 15 Minuten vor dem Gerät steht, weil man noch den Zug für Hin und Rückfahrt auswählen muss, dazu der DB-Fahrplan uhrzeitabhängig angezeigt werden muss usw. WER HAT SICH DIESEN MIST AUSGEDACHT FÜR EINEN FAHRKARTENAUTOMATEN? Kein QUICKSELECT?

    Die Schlange hinter mir ist, obwohl ganze 2 Automaten da waren, rucki-zucki auf 10 Leute angewachsen gewesen und jeder hat mich fluchen hören können über diesen Mist ohne jede Plausibilitätsprüfung der Eingaben bzw. Korrekturvorschlägen. Der findet einfach nix, wenn einem der Rückfahrtzeitpunkz egal ist und man für die Rückfahrt den Abfahrtszeitpunkt gleich setzt wie die Hinfahrt. Welcher Dödel hat denn das programmiert und welcher zweite Dödel das auch noch abgenommen?

    Kein Wunder geht der Umsatz zurück...

  • 24.07.2013, 22:55 UhrPortobello

    Ein Unternehmen macht weniger Gewinn als erwartet- das kommt vor, und zwar relativ häufig.Das bezeichnet man korrekt als Gewinneinbruch zum Vorjahr.Gewinn bricht weg klingt dramatischer,fast wie kein Gewinn.Dies ist definitiv falsch wie genannten Zahlen der Bahn zeigen.Es gibt immer Parameter die nicht vorhersehbar sind,das Wetter gehört dazu.Wir werden uns an Wetterereignisse gewöhnen und mit Gewinnvorhersagen vorsichtiger sein müssen.Branchen wie Landwirtschaft können durch Klimaereignisse bis zu 100 Prozent der Einnahmen verlieren.Der Bahn geht es sehr gut,nur keine Panik.Ihre Manager können nicht vernünftig rechnen und planen(siehe Großprojekte),das ist aber ein ganz anderes Problem!

  • 24.07.2013, 22:20 UhrZugfahrer

    Denke man könnte mehr Wachstum und Gewinn dadurch erreichen, indem man auf Bahnhöfen bessere Zustieg Möglichkeiten schafft.
    Auch der Zustieg in die Züge muss besser werden.
    Wenn da nichts geschieht, verzichtet die Bahn auf Umsätze die vermutlich hunderte von Millionen sind. Die Bahn muss hier unbedingt auch für ältere Menschen die gerne mit der Bahn reisen würden, etwas tun.
    Gerade diese Menschen haben oft viel Zeit und wollen reisen. Wenn es ihnen aber erschwert wird, werden sie dies nicht tun und somit ihr Geld wo anders nur nicht bei der Bahn lassen.
    Mann sollte es nicht für möglich halten, wenn man es nicht selbst immer wieder erleben würde. Da bleiben in viele Bahnhöfe zeitgerechte Inventionen unerledigt.
    Gerade hier müsste angesetzt werden um mehr Fahrgäste zu haben, so bleiben viele der Bahn fern. Viele Bahnhöfe in Grossstädten sehen noch gleich aus wie nach dem Krieg.
    Das kann es doch nicht sein. Ein Mindestmaß an Service könnte man schon erwarten dürfen.
    Hier stellt sich wohl die Frage ob denn wirklich fähige Menschen bei der Bahn in den oberen Positionen an der richtigen Stelle sitzen. Anders kann ich mir da nicht erklären.

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