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Bilanz: Tui leidet unter sinkender Reiselust

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres ist der Betriebsverlust des weltgrößten Reisekonzerns Tui weiter gestiegen. Dabei hat das Sorgenkind Hapag-Lloyd die Bilanz kaum belastet. Viel härter trifft das Unternehmen die Winterflaute, verstärkt durch die mangelnde Reiselust in der Krise.

Tui hat in der schwachen Wintersaison sein Flug- und Bettenangebot gekürzt. Quelle: ap
Tui hat in der schwachen Wintersaison sein Flug- und Bettenangebot gekürzt. Quelle: ap

HB HANNOVER. Der Touristikkonzern Tui bekommt weiter die in der Wirtschaftskrise gesunkene Reisefreude der Kunden zu spüren, hat die Krise in der Touristik aber mit einem Sparkurs in der Verwaltung und einer Steuergutschrift überraschend gut abgefedert. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 stieg der saisontypische bereinigte Betriebsverlust (Ebita) im fortgeführten Geschäft auf 138 (Vorjahr: minus 98) Mio. Euro, wie TUI am Montag mitteilte. Damit schnitt TUI etwas schlechter ab, als Analysten erwartet hatten. Dank geringerer Zins- und Steuerzahlungen sowie Einsparungen in der Verwaltung verbesserte sich der Nettoverlust allerdings auf 165 Mio. Euro. Der Umsatz schrumpfte auch wegen des gekürzten Flug- und Bettenangebots um 15 Prozent auf 2,95 Mrd. Euro.

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Der Verlust der Containerschifffahrts-Beteiligung Hapag-Lloyd fiel dank angesprungener Geschäfte nur noch klein aus. Die Container-Reederei, an der Tui noch mit gut 43 Prozent beteiligt ist, belastete dem Konzern unter dem Strich einen Verlust von 14 Mio. Euro ein.

Hapag-Lloyd nähert sich dank gestiegener Frachtraten und -volumina wieder der Gewinnzone an. In den letzten drei Monaten 2009 fiel der operative Verlust mit 21 Mio. Euro zwar 13 Mio. Euro höher aus als ein Jahr zuvor, wie Großaktionär TUI am Montag mitteilte. Im Vorquartal - im Zeitraum Juli bis September 2009 - hatte das bereinigte Ebita allerdings noch minus 219 Mio. Euro betragen. Insgesamt dürfte sich der operative Verlust der Reederei 2009 damit auf rund 700 Mio. Euro belaufen, was weniger ist als zunächst befürchtet. Der Umsatz sank im abgelaufenen Quartal auf rund 1,2 (Vorjahr: 1,6) Mrd. Euro. Die Frachtpreise lagen trotz teils deutlicher Steigerungen noch immer 16 Prozent unter den Vorjahreswerten.

Im abgelaufenen Quartal lag das Transportvolumen von Hapag-Lloyd noch 13 Prozent unter dem Vorjahresniveau, die Frachtraten fielen im Schnitt 16 Prozent niedriger aus. Die Reederei hat stark unter dem in der Wirtschaftskrise eingebrochenen Welthandel gelitten und mit einem 1,1 Mrd. Dollar schweren Sparprogramm reagiert. Laut dem neuen Tui-Finanzvorstand Horst Baierhat Hapag-Lloyd den Großteil des Sparprogramms bereits umgesetzt. Von 1,1 Mrd. US-Dollar seien bereits 820 Mio. Dollar erreicht worden. Dem Sparprogramm sollen auch 120 Arbeitsplätze zum Opfer fallen. Zudem mussten die Eigner Geld nachschießen und der Staats gewährte im Herbst eine 1,2 Mrd. Euro schwere Staatsbürgschaften, die Hapag bislang aber nicht beansprucht hat.

Zuletzt gab es Gerüchte, die EU könnte die Staatshilfe wider Erwarten nicht genehmigen. Allerdings hatte Tui-Finanzchef Rainer Feuerhake ohnehin als Ziel ausgegeben, dass Hapag-Lloyd die Bürgschaft gar nicht in Anspruch nehmen muss.

  • 15.02.2010, 12:16 UhrAnonymer Benutzer: bilanzcheck1

    "Für das Gesamtjahr bestätigte die Tui-Führung ihre Prognose, das um Sondereffekte bereinigte Ebita im Gesamtjahr 2009/2010 (30. September) in der Touristik stabil halten zu können. Wegen geringerer belastungen im Zentralbereich soll das bereinigte Ebita der fortzuführenden bereiche sogar wachsen."

    Was heißt denn das? Absolute Angaben/Daten zur Ebita-Prognose, wären da schon hilfreich/angebracht...immerhin liegt ein beachtlicher Quartalsverlust vor, der fortgeschrieben wird.

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