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Billigläden in der Krise: Wenn Geiz nicht mehr geil ist

Der deutsche Einzelhandel boomt wie lange nicht, aber ausgerechnet Preisbrecher wie Praktiker oder Media Markt stecken in einer tiefen Krise. Billig sein kann eben nicht jeder.

Saturn-Werbung mit dem Slogan "Geiz ist geil". Quelle: Pressefoto Saturn
Saturn-Werbung mit dem Slogan "Geiz ist geil". Quelle: Pressefoto Saturn

DüsseldorfWie passt das zusammen? Am Freitag meldet das Statistische Bundesamt rekordverdächtige Zahlen vom deutschen Einzelhandel: Bereinigt um saisonale Schwankungen hatten die Ladenbetreiber 6,1 Prozent mehr in der Kasse als im Mai -  das stärkste Umsatzplus seit 1994. In der gleichen Woche aber mussten kurz hintereinander zwei große Händler schmerzhafte Quartalsverluste beichten, die Baumarktkette Praktiker und Europas größter Elektronikhändler Media-Saturn. Letzterer kündigte daraufhin an, Tausende Stellen zu streichen.

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Was paradox klingt, lässt sich erklären: Es geraten vor allem die Einzelhändler immer mehr in Schieflage, die alles auf die Preiskarte gesetzt haben. Billig zu sein, sagt Tim Brzoska von der Beratungsfirma Simon Kucher, reicht beim Kampf um die Kunden längst nicht mehr aus. "Nur wenn sie auch die entsprechenden Kostenstrukturen besitzen, haben Billiganbieter noch eine Überlebenschance."

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Die Elektronikketten schreiben rote Zahlen, jetzt müssen 3000 Mitarbeiter gehen.

Saturn und Media Markt: Jetzt wird gegeizt

Das mussten zuletzt nicht nur Kleinpreis-Kaufhäuser wie Woolworth oder Mäc-Geiz erfahren. Sie rutschten in die Insolvenz, weil mit den kalkulierten Handelsspannen am Ende die hohen Standortmieten nicht mehr zu bezahlen waren. Rote Zahlen gibt es längst auch bei anderen großen Discountanbietern.

"Wir machen seit drei Jahren Verlust", offenbarte vergangenen Monat Lars Schlecker, der in dem Drogerieimperium seines Vaters eine Führungsrolle übernommen hat. Europas Nummer eins bei Zahnpasta, Duschgel und Deorollern hatte sich Marktanteile gesichert, indem sie an entlegenen Standorten Läden eröffnete. Weil dort aber kaum Umsatz zu machen war, wuchsen dem schwäbischen Händler die Kosten - vor allem für das Personal - über den Kopf.

  • 22.12.2011, 15:38 UhrAnonymer Benutzer: Larsemann

    Dennoch sind die Personalkosten, neben der Standortmiete, bei Schlecker nicht unerheblich. Es sind ja nicht nur die €4,32 der gerade arbeiteten Kassierin, die zu Buche schlagen, sondern der gesamte Apparat inkl. einer wahnsinnigen Fluktuation gemeint.

    Dennoch pflichte ich bei und boykottiere Schlecker ebenfalls seit einigen Jahren.

  • 30.07.2011, 01:49 UhrAnonymer Benutzer: RoRo

    Teuere Billigläden.

  • 29.07.2011, 18:09 UhrAnonymer Benutzer: buerger76

    Gut geschrieben, stimmt aber nicht. Unser Sozialstaat ist ein Monster, der einen Großteil unserer Steuereinnahmen verschlingt. Hier hat ein Ideologe geschrieben

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