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Billigstromanbieter: Anklage gegen ehemalige Teldafax-Vorstände

exklusivSchwere Vorwürfe gegen die ehemaligen Chefs des Billigstromanbieters Teldafax: Sie sollen die Insolvenz zwei Jahre lang verschleppt haben - mit Hilfe des Geldes ihrer Kunden. Es drohen hohe Haftstrafen.

Ehemaliger Sitz des Unternehmens TelDaFax in Troisdorf bei Bonn: Der Billigstromanbieter stellte 2011 einen Antrag auf Insolvenz. Quelle: dpa
Ehemaliger Sitz des Unternehmens TelDaFax in Troisdorf bei Bonn: Der Billigstromanbieter stellte 2011 einen Antrag auf Insolvenz. Quelle: dpa

BonnDen ehemaligen Verantwortlichen des zusammengebrochenen Billigstromanbieters Teldafax drohen nach Informationen des Handelsblatts hohe Haftstrafen. Wie die Staatsanwaltschaft Bonn auf Anfrage des Handelsblatts (Freitagausgabe) bestätigte, hat die Behörde Anklage gegen Michael Josten, Klaus Bath und Gernot Koch erhoben. Josten war Vorstandsvorsitzender von 2004 bis 2007, Bath Vorstandsvorsitzender von 2007 bis 2011 und Koch Vorstandsvorsitzender in den letzten drei Wochen vor dem Insolvenzantrag im Juni 2011. Die Anklage gegen alle drei lautet auf „gewerbsmäßigen Betrug und Bankrotthandlungen“. Teldafax gilt gemessen an der Zahl der 500.000 Gläubiger als das größte Insolvenzverfahren der deutschen Wirtschaftsgeschichte.

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„Ich kann bestätigen, dass die Staatsanwaltschaft Bonn Anklage erhoben hat“, sagte Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel dem Handelsblatt. Zu Details könne er sich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern, denn es seien weitere Verfahren möglich. Kenner des Verfahrens rechnen mit Haftstrafen von fünf bis zehn Jahren.

Dossier zum Download Anklage gegen Teldafax-Chefs

Mehr als eine halbe Million Kunden verloren ihr Geld bei der Pleite des Stromanbieters Teldafax. Nun werden drei Spitzenmanager von damals angeklagt.

Josten, Bath und Koch sollen die Insolvenz des Stromanbieters um mehr als zwei Jahre verschleppt haben, bevor Teldafax im Juni 2011 völlig überschuldet und in verwahrlostem  Zustand zusammenbrach. Der Insolvenzverwalter Biner Bähr fand bei seiner Ankunft Berge ungeöffneter Post. Das Call-Center war zusammengebrochen, die massenhaften Beschwerden, und Mahnungen türmten sich in den Fluren. Täglich kamen laut Bähr 20 bis 40 Postkisten hinzu.

Für die Verantwortlichen des Chaos wird es nun eng. Die Staatsanwaltschaft kann ihre Anklage auf triftige Beweise stützen. In internen Unterlagen stellten die Beschuldigten bereits zwei Jahre vor dem Crash die Überschuldung des Unternehmens fest. Dem Handelsblatt liegt ein Brief des Teldafax-Vorstandes vom 9. Juli 2009 an den Aufsichtsrat vor. Darin heißt es: „In der Kalenderwoche 25 wurde der Tatbestand der Zahlungsunfähigkeit festgestellt.“ Doch statt Insolvenz zu beantragen, schleppte die Führung die marode Firma noch 24 Monate durch – mit den Erlösen aus der Vorkasse ihrer Kunden.

Das sind die größten Stromverbraucher weltweit

  • Platz 1: China

    China ist die weltweite Nummer Eins unter den Stromverbrauchern. Kein anderes Land benötigt mehr Strom. Auch bei der Stromerzeugung ist das Land an der Spitze, exportiert jedoch nicht besonders viel von seiner Energie. Im Ranking der Strom exportierenden Länder belegt die Volksrepublik nur den neunten Platz.

  • Platz 2: USA

    Der zweitgrößter Stromverbraucher der Welt ist die USA. Fast fünf Prozent der installierten Stromerzeugungskapazität waren im Jahr 2010 regenerative Energien.

  • Platz 3: Japan

    Den dritten Platz der größten Stromverbraucher belegt Japan. Das Land ist zugleich viertgrößter Stromproduzent der Erde, vor ihm liegen nur Russland, China und die USA. Mit seinen Erzeugungen versorgt sich Japan im Gegensatz zu diesen Ländern jedoch ausschließlich selbst.

  • Platz 4: Russland

    Fast genauso viel Strom wie Japan verbraucht Russland und liegt somit auf dem vierten Platz der weltweit größten Verbraucher. Das Land ist zudem drittgrößter Stromproduzent.

  • Platz 5: Indien

    Der fünftgrößte Stromverbraucher der Welt ist Indien. Kein Wunder: Das Land ist nach China das bevölkerungsreichste der Welt, 1,3 Milliarden Einwohner leben dort laut Schätzungen.

  • Platz 6: Kanada

    Auf dem sechsten Platz der größten Stromverbraucher gibt es eine Überraschung: Kanada. Dabei ist das Land relativ spärlich besiedelt, nur 34 Millionen Menschen leben dort.

  • Platz 7: Deutschland

    Mehr als doppelt so viele Einwohner wie Kanada hat Deutschland, und ist dennoch hinter dem nordamerikanischen Land, wenn es um den Stromverbrauch geht. 545 Milliarden Kilowattstunden wurden 2011 verbraucht. Beim Export von Strom ist Deutschland hingegen fast Spitze. Im weltweiten Vergleich exportiert nur Nachbarland Frankreich mehr.

  • Platz 8: Frankreich

    Als Stromexporteur ist Frankreich die weltweite Nummer Eins. Beim Stromverbrauch liegt das 65 Millionen Einwohner-Land dagegen nur auf dem achten Platz.

    Die Franzosen setzen bei der Stromerzeugung voll auf Atomkraft. 58 Meiler waren 2011 in Betrieb. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im gleichen Zeitraum neun Atomkraftwerke, in Spanien acht und im Vereinigten Königreich 18.

  • Platz 9: Brasilien

    Neungrößter Stromverbraucher ist Brasilien. In dem südamerikanischen Land leben 200 Millionen Menschen.

  • Platz 10: Südkorea

    Südkorea ist auf dem zehnten Platz der größten Stromverbraucher der Welt. Das Land versorgt sich laut der US-Informationsbehörde CIA komplett selbst, importiert also keinen Strom. Seinen Strom erzeugte Südkorea im Jahr 2010 zu fast einem Drittel mit Atomkraft, bis 2024 soll sie fast 50 Prozent der Stromproduktion ausmachen.

Für Michael Josten, den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden, späteren Aufsichtsrat und eigentlichen Kopf von Teldafax ist die Lage besonders prekär: Der 59-Jährige wurde schon 2007 wegen gewerbsmäßigen Betrugs in einem anderen Fall verurteilt und saß von Juni 2010 bis August 2011 in Haft. Als Freigänger steuerte er die Geschicke von Teldafax aus dem Gefängnis heraus. Bei der Strafzumessung dürfte sich seine frühere Verurteilung negativ auswirken. Außerdem hat er erst die Hälfte seiner Haftzeit aus seinem ersten Vergehen, einem Betrug mit Immobilienfonds, abgesessen.

  • 15.02.2013, 09:07 UhrGORDONGECKO

    und wie ist es mit der Anklage gegen die Zuständigen in der Steuerbehörde, ich hoffe das die Staatsanwaltschaft dort auch mal vorbeischaut

  • 15.02.2013, 10:25 UhrSchuischel

    Ach, man hat sie doch so lange von den Aufsichtsbehörden einfach mal machen lassen. Das passiert doch derzeit schon wieder. Ein derzeitiger Stromanbieter, mit "F" beginnend, zeigt die gleichen Anzeichen. Es werden Stromrechnungen nicht bezahlt, es wird der Saft abgedreht, Kunden fallen in die Ersatzversorgung durch die Stadtwerke, Kunden bekommen Ihren Bonus nicht rechtzeitig, Kunden bekommen Ihre Rückerstattungen nicht rechtzeitig... Und was machen unsere Aufsichtsbehörden? Nichts. So wie die BaFin die Banken gewähren hat lassen, so wie man die Manipulationen an der Börse behandelt (ich erinner mich an das Fernsehinterview von Friedhelm Busch bei n-tv, als er vermutete, dass die Börsenaufsicht mit dem Fahrrad nach Frankfurt fährt...). Alles Schmierentheater. Wer zahlts? Die Kunden. Denn der verbrauchte Strom wird bezahlt. Entweder als Verlust bei den Stadtwerken durch die Kunden der Stadtwerke oder durch die Kunden von den Stromversorgern, die Rückerstattungen und Vorschüsse abschreiben müssen.

  • 15.02.2013, 10:36 Uhrmalnachdenken

    deregulierung bringt wachstum,wachstum,wachstum

    und scheiternde geschäftsmodelle bringen noch mehr wachstum

    ist gleich :
    marktkonforme demokratie

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