
New York„Hooters“ heißt auf Deutsch so viel wie „Hupen“. Und da mit diesem Begriff nicht das Kommunikationsmittel von einem Auto gemeint ist, sondern eher das, was in der deutschen Umgangssprache mit „Möpsen“ bezeichnet wird, wäre das Geschäftsmodell der gleichnamigen US-Restaurantkette im Grunde bereits beschrieben. Knallenge weiße Tops, orangefarbene Mini-Shorts und dicke, plastikartige Strumpfhosen – so sieht die vorgeschriebene Dienstkleidung der Kellnerinnen aus. Wer Hooters-Girl werden will, isst dann wahrscheinlich eher selten jene Kalorienbomben, die tagtäglich serviert werden: Chicken Wings, Ribs oder Pommes.
„Jedes Mal, wenn ich mich in diese hanebüchenen Sachen hereinkämpfe, bekomme ich Probleme zu verstehen, wie jemand so ein Outfit sexy finden kann“, schrieb ein anonymes Hooters-Girl einmal im inzwischen in der „Huffington Post“ aufgegangen Frauenblog „Lemondrop“. Immerhin: „Wir werden gut bezahlt“.

Viele, sehr viele scheinen das sehr wohl sexy zu finden. Sonst hätte die 1983 gegründete Franchise-Kette mit der Eule im Logo nicht jahrelang einen so großen Erfolg gehabt. Angefangen als Diner-Restaurant in Clearwater, Forida, ist Hooters inzwischen auf ein kleines Imperium angewachsen, mit 430 Häusern in 28 Ländern, darunter in Frankfurt und im saarländischen Neunkirchen.
463.000 Menschen verdienten ihr Geld Ende 2010 in der Franchise-Wirtschaft, 33,6 Prozent als zehn Jahre zuvor. Knapp die Hälfte arbeitet im Bereich Dienstleistung, mit 32 folgt der Handel, danach Gastronomie und das Handwerk.
Tui/First
Die meisten Reisebüros von Tui und First werden von Franchise-Nehmern geführt. In Deutschland waren es 2009 wie schon in den Vorjahren 1.405 Betriebe.
Der wohl bekannteste Franchise-Geber der Welt liegt in Deutschland nur auf Rang zwei: McDonalds betreibt 1.334 Betriebe in diesem System.
In Deutschland brauchen immer mehr Kinder Nachhilfe. Davon profitiert auch die Schülerhilfe: Mit 1.023 Betrieben Platz liegt das Unternehmen auf Rang drei .
Es folgt der Studienkreis mit 1.006 Betrieben auf Rang vier.
Man findet sie praktisch in jeder Stadt - die Bäckerei-Filialen von Kamps. 930 davon werden im Franchise-System betrieben.
Subway rangiert in Deutschland in Deutschland auf Platz sechs mit 755 Betrieben.
Alles für den Hund - und andere Haustiere: Fressnapf setzte von Beginn an auf Franchising - heute sind es in Deutschland 723 Läden.
Apollo Optik hat in den vergangenen Jahren kräftig zugekauft und setzt auch auf das Franchise-System: 670 Filialen hat die Optikerkette.
Auch die Fastfood-Kette Burger King schafft es in die Top Ten. 650 Betriebe werden von Franchisern geführt.
Eine bekannte Marke, die es trotz der Insolvenz der Mutter noch gibt: Foto Quelle führt 560 Betriebe in Franchise-System.
Dicht dahinter folgt der Ad-Auto Dienst mit 550 Betrieben.
Besonders spannend ist das Genre von Datac nicht: Buchhaltung, Lohnabrechnung und solche Dienstleistungen übernimmt das Unternehmen in 524 Betrieben.
Die Schuhverkäufer von Reno folgen auf Rang 13 mit 498 Läden in Deutschland.
Musikalisch geht es weiter. 475 Betriebe unterhält die Musikschule Fröhlich im Franchise-System.
Zwei Plätze hinter Reno folgt Konkurrent Quick Schuh mit 400 Filialen.
Früher waren Rastplatztoiletten oft ein Graus - Sanifair hat da einiges zum Besseren gewandelt. Auf 368 Betriebe kommt das Unternehmen.
Auf Rang 17 folgt Wohnkultur - das schreibt sich Topa Team zumindest auf die Fahne in 340 Betrieben.
Die Autovermieter von Avis haben es mit 338 Betrieben noch in die Top 20 geschafft.
Mit Holiday Land steht ein zweiter Reiseanbieter in den Top 20. Immerhin kommt das Unternehmen auf 335 Büros in Deutschland.
Obi übersteht den Preiskampf unter den Baumärkten derzeit recht gut. 333 Läden betreibt Obi in Deutschland im Franchise-System.
Doch die guten Zeiten scheinen erst einmal vorbei zu sein: Hooters kämpft mit Umsatzrückgängen. Lagen die Einnahmen auf dem Heimatmarkt im Rekordjahr 2007 noch bei 960 Millionen Dollar, waren es im vergangenen Jahr nur noch 858 Millionen, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtete. Und das, während die Branche um 1,8 Prozent zulegte – trotz Jobkrise und schwindenden Verbrauchervertrauens. Zudem kämpft Hooters, dessen Mutter Hooters of America von Finanzinvestoren kontrolliert wird, mit Konkurrenz von anderen so genannten „Breastaurants“ wie „Tilted Kilt“ oder „Twin Peaks“ („Zwillingshügel“).