
LONDON. Wochenlang hatte sich Investor Nicolas Berggruen als Karstadt-Retter feiern lassen. Doch Helden sehen anders aus als der Mann, der in einem feinen Londoner Hotel zum Interview mit dem Handelsblatt erschien. Drei Wochen hatte er vergeblich versucht, eine Einigung mit den Vermietern der Karstadt-Häuser herbeizuführen. Doch diese Vermieter sind eben keine normalen Vermieter.
Highstreet heißt das Vermieter-Konsortium, in dem Goldman Sachs und die Deutsche Bank die führende Rolle spielen. Beide Banken steckten zugleich auch hinter einer Investorengruppe, die sich als Käufer des insolventen Karstadt-Konzerns angeboten hatte. Sie waren jedoch nicht zum Zug gekommen.
Als Bieter scheiterten sie an dem Widerspruch zwischen dem Bestreben, von Karstadt möglichst hohe Mieten einzunehmen, und dem gleichzeitigen Zwang als Kaufhaus-Betreiber, diese Mieten zu minimieren. Der Konkursverwalter sah einen Interessenkonflikt. Stattdessen konnte sich Berggruen in dem Bieterverfehren durchsetzen. Seither ist er ein Sieger, der zum Vollzug des Sieges die Besiegten braucht. Sein Sanierungsplan hängt von der Bedingung ab, dass Highstreet die Mieten senkt.
Beide Seiten hatten sich nach Handelsblatt-Informationen bereits auf eine Miete von 210 Mio. Euro für das Jahr 2011 geeinigt, die in den darauffolgenden Jahren schrittweise angehoben werden sollte. Am Wochenende gab es bei den Verhandlungen jedoch wieder einen Rückschlag, weil Highstreet mit neuen Forderungen nach einer Gewinnbeteiligung am Karstadt-Konzern-Ergebnis aufwartete. Durch die Hintertür wären die unterlegenen Bieter Goldman Sachs und Deutsche Bank dann doch noch halbe Sieger.
Berggruen ist entnervt. Er braucht Mietnachlass. Er braucht weniger Kostendruck. Er braucht jetzt vor allem Unterstützung. Also rief er im Interview mit dem Handelsblatt die Politik um Hilfe an: "Es muss jemand für Deutschland und Karstadt aufstehen. Das kann am Ende des Tages nur die Politik sein", sagte er. Er selbst, bekannte Berggruen in sympathischer Offenheit, sei mit seinem Latein am Ende: "Wir haben unseren Teil getan."
Wenn ich diese grenzdebilen Kommentare schon lese!
Herr Hubert, es geht nicht um die Mieten, das ist geregelgt. Es geht jetzt nur noch um mögliche Gewinnbeteiligungen des Highstreet-Konsortiums.
Herr Kruse, mir kommen die Tränen, es geht hier nicht um Staatshilfen wie bei den banken in der Finanzkrise, sondern, wie Frau v.d.Leyen sich ausdrückte, um "Politik als fairen Vermittler".
Herr Lang, der größte blödsinn überhaupt. Sie sollten nicht nur die Schlagzeilen lesen, sondern mal in die Artikel der Fachpresse schauen. Er übernimmt Karstadt zwar für einen Euro, zahl jedoch 5 Mio für die Namensrechte, investiert 65 Mio, muss die Gewinne in den nächsten vier(?) Jahren reinvestieren, zahlt obendrein die Gehälter der Mitarbeiter und sorgt zudem für die Existenz der Zulieferer.
Das sollten Sie sich mal alle vor Augen führen, bevor Sie solche Kommentare abgeben.
ich habe mein Problem mit diesem "Helden" Nicolas berggruen.
Als erfolgreicher Hedgefond Manager hat er wahrscheinlich kein interesse an einem langfristigen und nachhaltigem Aufbau eines Unternehmens, sondern sucht nur das schnelle und grosse Geld: Marke Heuschreckenschwarm, nach mir die Sintflut.
Ein kompetenter Manager hat eine wirksame Strategie und verfolt diese. Auch nicht absehbare Schwierigkeiten sind im Vorfeld einkalkuliert. Kompetente Manager bitten nicht bei lapidaren Problemen wie Mietpreise die Politik um Hilfe. Das kann jeder Schulknabe.
Nicolas berggruen erscheint jedoch nicht als "Macher" sondern als Absahner, der eigentlich nur an dem außerordentlicher Ertrag in der Karstadt-bilanz (bis zu zwei Milliarden Euro) interessiert ist. Abkassieren, danach kann das Unternehmen untergehen.
Wieso erhalten die " Großen " Hilfen vom Staat. Die " Kleinen " müssen schon seit einigen Jahren ihren langgedienten Mitarbeitern ( mehr als 25000, verehrte Frau von der Leyen ) kündigen,das interessiert die Poltik nicht.- Ein Staat für die Großen und Mächtigen.
Pfui.
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