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Cargo-Geschäft: Lufthansa verliert in China die Geduld

In China liefern sich Frachtfluggesellschaften einen heftigen Preiskampf. Auf sein China-Joint-Venture schaut Lufthansa Cargo deshalb mit Argusaugen. Außerdem hadert das Unternehmen mit dem deutschen Nachtflugverbot.

Ein Flugzeug der Lufthansa Cargo landet in Frankfurt. Quelle: dapd
Ein Flugzeug der Lufthansa Cargo landet in Frankfurt. Quelle: dapd

FrankfurtDie Frachttochter der Lufthansa stellt ihr Geschäft in China wegen des ruinösen Wettbewerbs auf den Prüfstand. „Wir lassen alle Optionen offen“, sagte Lufthansa-Cargo-Chef Karl Ulrich Garnadt auf einer Logistikkonferenz von Reuters in Frankfurt.

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In dem Boom-Land erwirtschafte sein Unternehmen ein Fünftel seines Umsatzes, doch seien Marktanteile oder strategische Position weniger wichtig als die Profitabilität des Geschäfts. „Wenn wir kein Geld verdienen, gehen wir raus.“ Frachtfluggesellschaften lieferten sich in China einen harten Preiskampf, bei dem bisher kein Anbieter Gewinne erziele, erläuterte Garnadt.

Die Lufthansa-Tochter ist zu einem Viertel an der chinesischen Frachtgesellschaft Jade Cargo beteiligt, weitere 24 Prozent hält eine Tochter der staatlichen Förderbank KfW. Mehrheitseigner ist mit 51 Prozent die Fluglinie Shenzhen Airlines.

Die Kapitaldecke des Gemeinschaftsunternehmens sei seit Jahren dünn - Wechsel der Gesellschafter hätten es schwer gemacht, neues Geld in das Unternehmen zu stecken, sagte Garnadt. Doch so langsam nahe eine Lösung. „Wir sind in sehr konstruktiven Gesprächen mit der Bank of China und unserem Partner Shenzhen Airlines.“ Die Höhe des Kapitalbedarfs wollte er nicht verraten. Das Geld müsse aber bald fließen, betonte er.

Dass der Lufthansa bei ihrer chinesischen Beteiligung allmählich die Geduld ausgeht, zeigte sich bereits vor sechs Wochen. Konzernchef Christoph Franz hatte betont, dass die Kranich-Linie nicht unbedingt an ihrem Anteil an Jade Cargo festhalten müsse. „Wir werden uns aus verlustbringenden Einheiten, die keine vernünftige Turnaround-Perspektive haben, zurückziehen“, kündigte Franz an. Zu spüren bekam das bereits die britische Tochter BMI. Franz möchte die defizitäre Airline an einen Rivalen verkaufen - verhandelt wird mit British Airways und Virgin Atlantic.

Jade Cargo wurde 1994 gegründet und fliegt von der südchinesischen Industriestadt Shenzhen mit sechs Boeing-747-Großraumfliegern 14 Ziele in China und rund um die Welt an. Die Airline hat 390 Mitarbeiter.

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