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Catering-Markt: Heiß und fettig - die große Schlacht ums Buffet

Nur 2,50 Euro für ein ganzes Mittagessen, der Preiskampf im Catering-Markt ist hart. Und er könnte noch härter werden - mit fatalen Folgen. Die Brechdurchfall-Epidemie an deutschen Schulen könnte kein Einzelfall bleiben.

Das Gastronomie-Geschäft ist hart umkämpft. Quelle: picture-alliance
Das Gastronomie-Geschäft ist hart umkämpft. Quelle: picture-alliance

DüsseldorfDiabetiker-Essen auf Rädern für Senioren, Feinkost-Bordmenüs für den Langstreckenflug oder Gulaschkanonen für Betriebskantinen und Universitätsmensen – der Markt rund um das Essen ist riesig. Und im vergangenen Jahr ist er laut Branchenexperten so stark gewachsen wie noch nie. "Die Caterer konnten ihren Umsatz um durchschnittlich fünf Prozent auf rund elf Milliarden Euro erhöhen", sagt Andreas Erdpresser von der Beratungsgesellschaft Interconnection Consulting zu Handelsblatt Online.

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Der Markt ist hart umkämpft - mit fatalen Folgen, wie sich erst kürzlich zeigte. Verseuchte Erdbeeren aus China hatten bei rund 11.000 Kindern und Erwachsenen an ostdeutschen Schulen eine Brechdurchfall-Epidemie ausgelöst. Das verunreinigte Essen führte zu einer Debatte um die Qualität des Essens in Schulen und Kantinen. Denn eine Mahlzeit an deutschen Schulen darf im Schnitt nur 2,50 Euro kosten. Entsprechend knapp kalkulieren die Großküchen bei Einkauf, Löhnen und anderen Kosten.

Der Preiskampf könnte demnächst sogar noch zunehmen. Die Euro-Krise und die gedämpften Konjunkturaussichten belasten den Ausblick für die Catering-Branche. Bei unsicherer Konjunkturlage halten sich die Unternehmen bei Investitionen zurück, etwa in die Verköstigung der Mitarbeiter. Steigt die Arbeitslosigkeit, sinkt natürlich auch die Zahl der Kantinenbesucher.

Branchenkenner Erdpresser rechnet daher für 2012 mit deutlich geringeren Wachstumsraten von rund 2,2 Prozent. „Wie die Vergangenheit gezeigt hat, ist auch gerade der Event-Catering-Bereich besonders von der wirtschaftlichen Entwicklung betroffen“, so Erdpresser. Die Branche muss sich also auf weniger üppige Zeiten einstellen.

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Zu den Top-Unternehmen zählen die britische Compass Group, die in Kontinentaleuropa auch unter Eurest firmiert, der US-Konzern Aramark, sowie die vom Erdbeeren-Desaster betroffenen Franzosen Sodexo und der heimische Anbieter Dussmann.

Das Geschäft mit Schulessen ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen - im Schnitt pro Jahr um fünf Prozent. Ein Wachstumstreiber ist der Ausbau von Ganztagesschulen, den die Bundesregierung vorantreibt. Rund elf Millionen Schüler besuchen die rund 45.000 Schulen in Deutschland – und wollen mittags versorgt werden.

Die größten Akteure im Catering-Markt

  • Aramark

    Die Wurzeln des Konzerns aus Philadelphia reichen bis ins Jahr 1936 zurück. Damals gründete Davre Davidson einen Automatenbetreiber. Zusammen mit seinem Partner William Fishman stellte er Automaten für Erdnuss-Snacks in den Fabrikhallen auf. Nach und nach entstand daraus der einer der größten Kantinenbetreiber und Catering-Gesellschaften weltweit. 2011 erzielte Aramark einen Umsatz von rund 13 Milliarden Dollar und beschäftigte 255.00 Menschen.

  • Compass Group

    Das britische Unternehmen bietet Catering für Schulen, Krankenhäuser oder private Unternehmen an. In Deutschland erzielte das Unternehmen nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2009/2010 einen Umsatz von 664 Millionen Euro und beschäftigte rund 19.000 Mitarbeiter. Weltweit arbeiten 470.000 Menschen für den Compass-Konzern.

  • Sodexo

    Das französische Unternehmen hat von der Krankenpflege über die Reinigung bis hin zur Essenslieferung fast alle Dienstleistungen im Angebot. Der Konzern macht weltweit geschätzt 18 Milliarden Euro Umsatz. Mit 391.000 Mitarbeitern gehören die Franzosen zu den 25 größten Arbeitgebern der Welt. Die Familie des Gründers Pierre Bellon gilt als eine der reichsten Sippschaften Frankreichs. Nach der Wende hatte Sodexo verstärkt in sein Deutschland-Geschäft investiert.

Aber auch die Alterung der Bevölkerung hatte der Branche weiteres Wachstum beschert. Immer mehr Menschen sind auf Essenslieferungen angewiesen. Das sogenannte "Essen auf Rädern" bleibt dabei nicht allein den Wohlfahrtsverbänden und Pflegediensten überlassen. Laut Branchenmagazin GV-Praxis beschäftigten die 30 größten Küchen-Betreiber mehr als 60.000 Mitarbeiter.

  • 18.10.2012, 23:52 UhrPrivatier

    @Rebublikaner
    Ich denke nicht, dass sie eine Ahnung von meinem Weltbild haben.
    Da viele Dinge aus meine Garten kommen weiß ich was ich esse. Und Pommes stehen nicht auf meinem Speiseplan.
    Wenn ich was im Laden kaufe, kann ich die Qualität nicht beurteilen und schon gar nicht über den Preis.
    Auch prominente Starköche sind an Geschmackstests von diversen Bio, billig und teuer Produkten gescheitert.
    Also nochmals, wie soll Normalo im Laden bzw. im Restaurant Qualität erkennen?
    Letztendlich ist es reine Vertrauenssache.

  • 18.10.2012, 22:14 UhrMister_Child

    Ich kann mir nicht vorstellen, daß diese Zutaten in den Großküchen noch irgendetwas mit "Lebensmitteln" überhaupt zu tun haben. Wenn aber nur noch der heutigen Erwartungshaltung der Aktionäre, dem Geschmacksempfinden der geschmacksverstärkerbetäubten Dosenöffner, der Profitgier der Handels- und Agrarlobby Rechnung getragen werden muß, kann eigentlich nur noch Sondermüll bei rauskommen. Wobei Ausnahmen selbstverständlich die Regel bestätigen.

    Esst mehr Butter!

  • 18.10.2012, 19:01 Uhrnetshadow

    Vor einigen Wochen mußte ich mal wieder in einer großen deutschen Ladenkette einkaufen.
    Was gibt es eigentlich noch außer teilgekochtes, getrocknetes Zeug mit dem angeblich Mahlzeiten zubereiten kann? Wer kann noch eine Soße machen?
    Ekelhaft was man sich alles reinstopfen soll, um des lieben Welthandels willen.
    Mit den Enkeln zu einer bekannten Burgerkette - 25 €!!! und noch waren sie nicht wirklich satt.
    Dafür koche ich selbst für 3 Tage jeweils ein 3-Gänge Menü ohne irgendwelche Tüten, Aromat oder sonstiges Zeug was da alles drin ist, und man nicht sehen kann.
    Wie sagte unser Opa immer: Wenn kein Wurm mehr in Apfel will, sollte ein Mensch den auch nicht mehr essen.
    Aber schüttet das Zeug mal lieber in die Biogasanlagen, gibt wenigstens eine warme Hütte.
    Pervers ist das, es muß noch viel mehr passieren - leider.

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