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Chefwechsel bei Air Berlin: Hartmut Mehdorn tritt ab

Air Berlin bekommt einen neuen Chef. Anstelle von Hartmut Mehdorn soll künftig der Airline-Manager Wolfgang Prock-Schauer die Geschicke der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft lenken.

BerlinHartmut Mehdorn hört als Vorstandschef bei Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft Air Berlin auf. Sein Nachfolger wird mit sofortiger Wirkung der bisherige Strategie-Vorstand Wolfgang Prock-Schauer, wie das Unternehmen am Montag in einer Pflichtmitteilung für die Börse mitteilte. Mehdorn wird auch künftig dem Verwaltungsrat (Board of Directors) angehören. Mehdorn hatte Air Berlin 15 Monate lang als Interimschef geleitet.

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„Jetzt ist die richtige Zeit für den Führungswechsel“, wird Hartmut Mehdorn in einer Mitteilung der Airline zitiert. Schon im vergangenen Jahr hatte Mehdorn laut über einen Führungswechsel nachgedacht, allerdings immer betont, dass er Air Berlin vorher wieder in die schwarzen Zahlen führen wolle.

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Wesentlicher Einfluss bei der Neubesetzung wird dem größten Air-Berlin-Aktionär, der arabischen Fluggesellschaft Etihad, zugeschrieben. Etihad-Chef James Hogan sitzt seit diesem Jahr im Aufsichtsrat. Seine Gesellschaft hatte Air Berlin mit frischem Kapital und einem Darlehen in Höhe von 270 Millionen Euro gerettet. Mitte August hatten mehrere Medien übereinstimmend gemeldet, dass Etihad die Ablösung Mehdorns vorantreiben wolle.

Zum Abschied hat Verwaltungsratschef Hans-Joachim Körber versöhnliche Worte gewählt: „Er hat das Unternehmen in der Krise der europäischen Luftfahrt auf einen neuen Weg gebracht, marktgerechter positioniert und entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt“. Mit Prock-Schauer übernehme nun ein anerkannter Branchenexperte die Spitzenposition. Der als Sanierer bekannte Manager soll das auf zwei Jahre ausgelegte Sparprogramm "Turbine" weiter vorantreiben.

Das Leben des neuen Air-Berlin-Chefs

  • 1956

    Wolfgang Prock-Schauer wird am 12. November geboren. Später studiert er Wirtschaft an der Universität Wien.

  • 1981

    Seine Karriere startet er bei der Fluggesellschaft Austrian Airlines. Er arbeitet viele Jahre im Planungsstab, wo er schließlich zum Vice President der Konzernplanung aufsteigt.

  • 1999

    Prock-Schauer ist daran beteiligt, als Austrian Airlines dem Luftfahrtbündnis Star Alliance beitritt.

  • 2000

    Er wird Chef der Konzernplanung und des Managementteams für Marketing und Vertrieb von Austrian Airlines sowie Mitglied des Aufsichtsrats von Tyrolean Airways. Er wirkt an der Verschmelzung von Austrian Airlines, Lauda Air und Tyrolean mit.

  • 2002

    Er steigt an die Spitze des Managements der Star Alliance auf.

  • 2003

    Prock-Schauer wird Vorstandschef der indischen Fluglinie Jetairways. Er saniert sie, bringt sie an die Börse und baut das Auslandsgeschäft auf. In Indien ist er ein gefragter Manager. Ein Angebot des indischen Konkurrenten Kingfisher, über das die „Times of India“ groß berichtet hat, lehnt er 2008 ab.

  • 2009

    Wolfgang Prock-Schauer wird am 1. November 2009 Chief Executive Officer bei der damaligen Lufthansa-Tocher British Midland und soll die Sanierung vorantreiben.

  • 2012

    Wolfgang Prock-Schauer wechselt am 1. Oktober 2012 zu Air Berlin und leitet die Bereiche Netzwerkplanung, Allianzen und Revenue Management.

Der Ex-Bahnchef Mehdorn hatte die Leitung von Air Berlin vor knapp anderthalb Jahren übernommen und ein schweres Erbe angetreten. Unter seinem Vorgänger Joachim Hunold war die Airline rapide gewachsen und hatte Konkurrenten wie DBA, LTU und Niki geschluckt. Die Strategie ging nicht auf und Air Berlin schreibt seit Jahren tiefrote Zahlen. Mehdorn leitet einen harten Spar- und Schrumpfkurs ein und holte die kapitalkräftige Golf-Fluglinie Etihad an Bord, um über die Runden zu kommen.

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Auch die immer wieder hinausgeschobene Eröffnung des Berliner Großflughafens BER macht Air Berlin zu schaffen. Mit einem Marktanteil von rund 33 Prozent ist Air Berlin die einzige Fluggesellschaft mit einem Drehkreuz in Berlin. Durch die erneute Verschiebung muss der komplette neue Flugplan über die Flughäfen Tegel und Schönefeld, die schon jetzt an der Kapazitätsgrenze arbeiten. Um die finanziellen Verluste in Grenzen zu halten, hat die Airline eine Klage vor dem Landgericht Potsdam eingereicht und fordert nun Schadensersatz in zweistelliger Millionenhöhe. Die Flughafenbetreiber rechnen der Klage keine hohen Erfolgschancen aus. Air Berlin habe " keinen Anspruch auf Schadenersatz", meint Flughafenchef Schwarz.

  • 07.01.2013, 09:10 Uhr

    Überall versagt und trotzdem abkassiert.

  • 07.01.2013, 09:15 Uhr

    Der Branchenanalyst sagt, Etihad/airberlin haben zu wenig Geld für die Langstrecke.Toller Experte.

  • 07.01.2013, 09:16 Uhr

    "Mehdorn tritt ab"

    Steht schon fest welches Unternehmen er als nächstes versenken wird?

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