Die angekündigte Zusammenarbeit der US-Fluggesellschaften United und Continental Airlines
sowie der angekündigte Beitritt von Continental zur Star Alliance nützt auch Lufthansa
. Continental wird als vierte Fluggesellschaft das Atlantik-Joint Venture von Lufthansa
, United und Air Canada ergänzen. Das Joint Venture geht über die üblichen Codeshares und die gegenseitige Akzeptanz von Meilenprogrammen weit hinaus.
Die Fluggesellschaft Continental wird künftig das Luftfahrtbündnis Star Alliance verstärken. Foto: ap
tak/HB DÜSSELDORF/NEW YORK. Alle Umsätze, die die vier Fluggesellschaften über dem Atlantik machen, fließen in einen Topf und werden entsprechend der Verkehrsleistung der einzelnen Fluggesellschaften wieder verteilt. Ein Preiskampf ergibt folglich für keinen der Beteiligten Sinn.
Lufthansa
profitiert desweiteren insofern, als dass die größte deutsche Fluggesellschaft ihren Passagieren aus den Drehkreuzen von Continental in Newark und Houston Weiterflüge anbieten kann. Bisher war dies Lufthansa
nur in den Drehkreuzen von United in Chicago und Washington sowie von Jetblue in New York möglich.
Die nach Kundenzahlen zweitgrößte US-Gesellschaft United und die Nummer vier Continental haben eine enge Kooperation beschlossen. Sie wollen ihre Streckennetze in den USA und weltweit miteinander verknüpfen, hatten sie am Donnerstag in Chicago mitgeteilt. Beide hatten zuvor über eine volle Fusion verhandelt, diese aber als zu kompliziert verworfen. Die Kooperation solle nun auch ohne rechtlichen Zusammenschluss ähnliche Synergien bringen, dafür aber finanzielle Risiken und Widerstand bei den Gewerkschaften umgehen.
Continental gehört bisher zum mit dem Lufthansa
-Bündnis Star Alliance und seinen derzeit 23 Mitgliedern konkurrierenden Skyteam mit der französisch-niederländischen Air France-KLM
.
Erst Mitte April hatten die Nummer drei Delta Air Lines und der fünftgrößte Anbieter Northwest
ihre Fusion verkündet. Der Zusammenschluss muss wie die nun geplante Kooperation zwischen United und Continental noch von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden.
Den meisten traditionellen US-Fluggesellschaften geht es wegen der hohen Öl- und Spritpreise sowie der lahmenden US-Konjunktur sehr schlecht. In den vergangenen Jahren brachten sie gerade erst Insolvenzverfahren hinter sich. Nun fliegen sie bereits wieder in den roten Zahlen.
Zuletzt verkündeten fast alle US-Fluggesellschaften massive Einschnitte in ihrem Streckenplan und die Streichung Tausender Stellen. Weil auf dem Heimatmarkt in den den USA der Wettbewerb ruinös ist, suchen viele ihr Heil auf internationalen Strecken zum Beispiel über den Atlantik. Hier machen sie europäischen Anbietern wie der Lufthansa
Konkurrenz.

