Selbst wenn keine Engpässe zu erwarten sind: Ist durch die Übernahme der Alitalia durch Air France-KLM mit negativen Folgen für den Wettbewerb im europäischen Luftverkehr zu rechnen?
Auf der Strecke zwischen Rom und Paris oder Rom und Amsterdam könnte der Wettbewerb zunächst nachlassen. Aber seit der Liberalisierung des europäischen Luftmarktes hat ja jede Airline das Recht von jedem europäischen Flughafen zu fliegen. Wenn Air France -KLM zu hohe Margen einfliegen würde, kämen schnell Konkurrenten in den Markt.
Angenommen, die Air France -KLM nimmt die Verhandlungen nicht wieder auf. Wie wäre aus volkswirtschaftlicher Sicht der Konkurs der Alitalia zu beurteilen?
Der italienische Steuerzahler müsste sich eigentlich freuen, wenn er mit seinem Geld nicht weiterhin ein marodes Unternehmen mitfinanzieren muss. Italienische Passagiere würden von einer effizienteren Linie mit höherer Qualität und einem wahrscheinlich größeren Steckennetz ebenfalls profitieren. Jahrelang hat eine vergleichsweise kleine Gruppe, nämlich die der Arbeitnehmer, von der Subventionierung der Alitalia profitiert, während der italienischen Steuerzahler über den Tisch gezogen wurde. Die Steuerzahler haben eben keine Lobby, weder in Italien noch sonst wo.
"Dieses Unternehmen ist verflucht. Nur ein Exorzist kann es retten", wurde der ehemalige Alitalia -Chef Maurizio Prato kurz vor seinem Rücktritt zitiert. Hat er Recht?
Ich denke schon. So wie die Alitalia jetzt aufgestellt ist, sehe ich keinen Ausweg. Ohne eine radikale Umstrukturierung, kann sie nicht gerettet werden.

