Wie groß die Blase im Beteiligungsmarkt ist, veranschaulicht eine Aufstellung der Investmentbank Morgan Stanley: Während es 1989 weltweit nur fünf Private-Equity-Fonds gab, die mehr als eine Milliarde Dollar eingesammelt hatten, sind heute schätzungsweise 150 solcher Mega-Fonds unterwegs.
Eine neue Ära bricht auch für die übernommenen Unternehmen an, denn bei weiter steigenden Zinsen nimmt der Druck auf die Private-Equity-Häuser zu, sich weniger auf die Finanzakrobatik zu verlassen und stärker auf das operative Geschäft zu schauen. „Es reicht nicht mehr, sich nur an einem Unternehmen zu beteiligen und nach einigen Jahren wieder auszusteigen. Das reine ,Deleveragen’, also das Erzielen von Erträgen durch finanzielle Hebel, ist vorbei,“ sagt Joachim Spill, Leiter des Bereichs Transaction Services bei der Beratungsgesellschaft Ernst & Young.
Die Zeiten exzessiver „Rekapitalisierungen“, bei denen immer mehr Schulden auf den Portfoliounternehmen abgeladen wurden, gehen gleichfalls zu Ende. Letztlich dürfte das den Druck der Regulierungsbehörden und der Politiker mildern, die dem Treiben der Finanzinvestoren nicht mehr tatenlos zusehen wollen. In Großbritannien übt die Beteiligungsbranche schon Selbstkritik und bastelt an Verhaltensregeln, die auch mehr Transparenz über die Verschuldung in den gekauften Firmen vorsieht. „Wir wurden den Hedge-Fonds mit ihren kurzatmigen Strategien immer ähnlicher, deshalb kann die eingeleitete Korrektur nur heilsam sein“, sagt ein Beteiligungsmanager.
Die meisten Akteure setzen jetzt darauf, dass es sich nicht nur um eine vorübergehende Abkühlung handelt. „Der Markt hat gezeigt, dass er nicht mehr alles schluckt. Das ist gut so. Ich hoffe nur, dass wir in zwei Monaten nicht wieder mit dem gleichen Übermut konfrontiert werden“, sagt ein Investmentbanker.
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