Eine Rolle spielte dabei die Übernahme des US-Spedition Bax Global, die in China im März abgeschlossen wurde. Mit der Integration habe sich die Zahl der Schenker-Niederlassungen im Reich der Mitte auf 70 verdoppelt. Wettbewerber Kühne & Nagel ist mit 36 Standorten präsent. Auch der Schweizer Konzern rechne mit überdurchschnittlichem Wachstum in China-Geschäft, sagte eine Sprecherin. Der Asien-Umsatz lag laut Geschäftsbericht im letzten Jahr bei 2,6 Mrd. Schweizer Franken (ca. eine Mrd. Euro). Marktführer in China ist die Deutsche Post mit dem Kleingut- und Expressgeschäft von DHL.
Der Markt biete den internationalen Logistik-Anbietern beste Möglichkeiten, heißt es in der Deutschen Botschaft in Peking. Bislang seien in dem Geschäft ganz überwiegend tausende Kleinunternehmer mit ihren Mini-LKWs unterwegs. Zudem würde die Verkehrsinfrastruktur in China mit Riesenschritten wachsen, so dass die großen Konzerne ihre weltumspannenden Transport- und Logistiknetze zunehmend auch im Reich der Mitte effizient knüpfen könnten. In das vom LKW-Verkehr völlig überlastete Fernstraßennetz will die chinesische Regierung in diesem Jahr die Rekordsumme von 30 Mrd. Euro investieren.
Schienen-Know-how für China
Container-Terminals
Die halbstaatliche Gesellschaft China United International Rail Containers (CUIRC) baut für 1,3 Mrd. Euro vorerst 18 Container-Terminals im Binnenland. Ab 2011 soll ein Zugnetz alle Umschlagplätze und die Seehäfen verbinden. Die Deutsche Bahn ist mit 8 Prozent an der Gesellschaft beteiligt. COO ist der Bahn-Manager Manfred Michel. Er rechnet mit einem Geschäftsvolumen in zweistelliger Milliardenhöhe.
Peking-Berlin
In drei Monaten wollen die beteiligten Bahnen nach mehreren Testläufen die durchgehende Containerzug-Verbindung zwischen Peking und Berlin-Großbeeren starten. Laut Michel gibt es einen Markt für schweres Ladungsgut, da beim Seetransport Container im Schnitt nur zehn Tonnen wiegen dürften.

