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09.07.2008 
Medco auf dem deutschen Markt

„Deutsche Lösung mit US-Technik“

von Mathias Eberle

Medco drängt nach Deutschland. Der US-Pharmakonzern hält den hiesigen Markt für sehr interessant. Im Handelblatt-Interview erklärt Europa-Chef John Driscoll warum.

John Driscoll ist verantwortlich für das Europa-Geschäft von Medco.Lupe

John Driscoll ist verantwortlich für das Europa-Geschäft von Medco.

Handelsblatt: Medco hält sich trotz Börsenkrise in der Nähe seines Rekordhochs, während die Aktie des europäischen Wettbewerbers Celesio seit Monaten schwer unter Druck steht. Inwieweit hängt diese Entwicklung auch mit Ihren im April veröffentlichten Plänen zur Expansion nach Deutschland zusammen?

Driscoll: Offen gestanden: Ich glaube nicht, dass unser maßvolles Investment im deutschen Markt große Auswirkungen auf die Börse hat. Auf unseren eigenen Aktienkurs hatte es kurzfristig jedenfalls nahezu keinen Einfluss. Wir hoffen natürlich, dass das langfristig der Fall sein wird.

Immerhin hat Medco 120 Mill. Euro für den Einstieg bei einer vergleichsweise kleinen Online-Apotheke ausgegeben. Ist der europäische Markt, speziell der deutsche, so attraktiv für Medco? In den USA sind die Ausgaben für Medizin pro Person doch viel höher.

Die Strukturen des US-Gesundheitssystems sind zwar sehr unterschiedlich zu denen in Deutschland. Die Menschen und deren Krankenversicherungen stehen aber in beiden Märkten vor der gleichen Herausforderung: Eine alternde Bevölkerung, die über ein relativ begrenztes Budget verfügt, benötigt immer mehr Medikamente, um gesund zu bleiben. Insofern bietet der deutsche Markt große Möglichkeiten.

Was kann Medco besser als seine neuen Wettbewerber in Deutschland?

Wir glauben erstens, dass wir über eine sehr fortgeschrittene Software für Ärzte und Apotheker verfügen, um die Sicherheitsstandards bei der Verschreibung von Medikamenten zu erhöhen. Außerdem bringen wir große Erfahrungen bei der Distribution mit und können auf diese Weise sicherlich zur Kostensenkung beitragen.

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