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23.07.2008 

Die Folge: Einen Messestand hat fast keiner der deutschen Modemarken mehr auf der CPD. Selbst die Brinkmann Gruppe, deren geschäftsführender Gesellschafter, Klaus Brinkmann, Präsident des Modeverbands German Fashion ist, ist nicht mehr auf der Messe vertreten. Für die Marken Bugatti und Eduard Dressler betreibt das Familienunternehmen zwei Showrooms in Düsseldorf. Die Messehallen werden nur noch von Ausländern und Nischenanbietern genutzt. Beispiele sind Umstandsmode, Supersize, Accessoires, Ökomode und junge Designer.

Aber auch andere europäische Modemessen werden von den großen Modekonzernen nur noch als Termin und Ort für Inszenierungen fernab des Messegeländes genutzt. Bestes Beispiel: Hugo Boss und die Pitti Uomo. Der größte deutsche Modekonzern verabschiedete sich 2006 von der Herrenmodemesse in Florenz. Die Kundschaft wird seitdem in den 28 Showrooms betreut und mit Events bei Laune gehalten. Während der Pitti im Juni etwa lockte Hugo Boss die dort versammelte Branche zu einem Fest mit 1000 Gästen und Modeschau in die Hügel von Florenz.

Die Messen untereinander gönnen sich zudem keinen Stofffetzen. Den Alteingesessenen machen Neugründungen zu schaffen - und umgekehrt. Die Folge: Die Branche ist seit Jahren auf der Reise. Die Damen- mode pendelt zwischen Düsseldorf und Berlin, die Freizeitmode zwischen Berlin, Barcelona und Köln und die Sportmode zwischen München und Friedrichshafen. Dass es so nicht weitergehen kann, ist in der Branche ein erkanntes, aber ungelöstes Problem. "Düsseldorf hat bisher mit den Showrooms die Wirtschaft, Berlin den Glamour. Beides an einem Standort wäre ideal", sagt Haar.

Erste Ansätze, etwa der CPD mehr Glanz oder Trends zu geben, blieben in den Kinderschuhen stecken. Der Versuch, die Bread & Butter zu kopieren, floppte im Januar mit der Weare. Und eine Neuauflage der Modenschau auf der Königsallee wird seit Jahren diskutiert, ist aber noch nicht umgesetzt. Ein mit Unternehmern wie Gerry Weber, dem Messechef Frank Hartmann und Landes- und Lokalpolitikern initiiertes Fashion Network NRW soll jetzt den Durchbruch schaffen.

Die angespannte Lage hat die Igedo ins Ausland getrieben und zum internationalen Dienstleister gemacht. Die CPM, die CPD in Moskau, liefert hohe Wachstumsraten. Zur 10. Messe im Februar präsentierten sich 1500 Marken in Moskau. Fast jede vierte Marke ist dabei eine deutsche. Russland ist ein riesiger Wachstumsmarkt und vor Ort brauchen Seidensticker und Co. professionelle Unterstützung, auf die sie in der Heimat meinen verzichten zu können.

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