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29.05.2008 

Auch der Einzelhandelsverband gibt demonstrativ Entwarnung: „Für den Zeitraum, der überhaupt überschaubar ist, können wir Entwarnung geben“, sagte Verbandssprecher Hubertus Pellengahr am Donnerstag in Berlin. Im Einzelhandel herrsche völlige Normalität. „Auch wenn die Kunden mehr kaufen, wie in den vergangenen Tagen, schafft es der Handel, die Regale wieder aufzufüllen“, betonte Pellengahr. Warnungen vor Engpässen seien Panikmache. „Wenn es zu einer Verknappung käme, hätte der Handel auch noch Instrumente, um die Entwicklung zu steuern“, sagte Pellengahr. Dazu gehöre etwa die Festsetzung einer Maximalmenge pro Käufer. „Aber noch nicht mal das passiert.“

Den könnten die Händler allerdings vielleicht noch gut gebrauchen. Denn der Milch-Lieferboykott weitet sich offenbar aus - und zwar über die deutsche Grenze hinaus. "Die wichtigen Länder wie Holland werden wohl dazustoßen. Da sind gestern letzte Gespräche mit der Milchindustrie gescheitert. In Frankreich haben gestern schon erste Maßnahmen begonnen, Molkereien lahmzulegen", sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, am Donnerstag im RBB-Inforadio zur Ausweitung des Boykotts auf andere europäische Länder. Inzwischen sollen sich auch Italien und Belgien mit den Bauern solidarisch erklärt haben: "Die liefern keine Milch mehr an", sagte Schaber.

Er rechne damit, dass am Freitag überall in Deutschland die Milch knapp werde. Heute werde "70 Prozent weniger Milch kommen". "Es springen immer mehr Betriebe mit auf, besonders im Osten, auch größere Betriebe", sagte Schaber. Aussagen des Handels, Milch aus dem Ausland importieren zu können, nannte Schaber ein "Märchen". Seit Dienstag machen Bauern ihrer Wut über zu niedrige Milchpreise mit einem Lieferboykott Luft. Sie bekommen derzeit je nach Region zwischen 27 und 35 Cent je Liter Milch, fordern aber mindestens 40 Cent.

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