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24.08.2005 

Der Schweizer Fluglinie Swiss kommt diese Vita bekannt vor: Auch sie hat mit Christoph Franz einen deutschen Chef, der zuvor lange bei der Lufthansa war. Und die Vorgaben, die von Kraus und Franz ausgehen, laufen erstaunlich parallel: So hat Swiss die kostenlose Bordverpflegung wieder eingeführt und eine Produktoffensive gestartet – genau wie einst Air Dolomiti. Die Schweizer Fluglinie soll ihre nationale Identität, die Lufthansa-Vorstand Wolfgang Mayrhuber „Swissness“ nennt, weiter ausleben dürfen – genau wie die Italiener. Und sie muss auf schlanke Strukturen achten – wie Air Dolomiti.

„Die Swiss soll die Verantwortung für ihr eigenes Geschäft behalten – abgesehen von der Frage der Dimensionierung des Unternehmens und zentraler Services, die bei gemeinsamer Nutzung einfach billiger zu haben sind“, sagt Mayrhuber. Im Klartext heißt das: Dass die Swiss bald eine Nummer kleiner ausfallen wird, ahnt die Belegschaft bisher nur. „Lufthansa geht die Übernahme mit Samthandschuhen an. Der Bammel vor der Schweizer Öffentlichkeit ist riesig“, sagt ein Lufthansa-Kenner.

Dennoch: Von der guten alten Zeit, als die kleine Schweiz noch eine große Airline betreiben durfte, bleiben dem fliegenden Personal wohl nur noch Erinnerungen. Etwa, wenn demnächst Artikel aus der Konkursmasse letztmals versteigert werden. Im Angebot stehen ab 24. September alte Flugzeugmodelle und Ölbilder aus der Swissair-Direktionsetage, darunter ein Werk des Designers Camille Graeser.

Das Innenleben der neuen Swiss verspricht unter Lufthansa-Führung weit weniger Glamour. „Das Geschäftsmodell der Lufthansa zu begreifen heißt auch zu akzeptieren, dass man Zubringer ist“, sagt Dolomiti-Chef Kraus. Für die Swiss könnte sich das zum Kulturschock entwickeln: „Das Problem ist, dass die Swiss von oben heruntergespart werden muss, während Air Dolomiti von Beginn an recht schlank war“, sagt ein ranghoher Lufthanseat.

Deshalb fühlen sich die Italiener vergleichsweise wohl in der Rolle, kleine Zulieferer in einem großen Betrieb zu sein. Die Flugbegleiter etwa, im Schnitt 24 Jahre jung und ausschließlich weiblich, kletterten beim Branchenwettbewerb Skytrax in der Kategorie „Bestes Kabinenpersonal“ erstmals aufs Treppchen. Italien müsse schon mit dem Einstieg in die Maschinen beginnen, fordert Kraus. Also serviert sein Personal handgeschöpften Käse, nach alten Rezepten hergestellte Salami und einen Cocktail namens „Settimocielo“. Nicht schlecht für einen kleinen Taxibetrieb aus der Po-Ebene.

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