4 Bewertungen ****
18.07.2008 
Kosmetikbranche

Douglas-Großaktionäre kaufen weitere Aktien

von Christoph Schlautmann

Der stark gesunkene Aktienkurs der Douglas-Holding versetzt die Großaktionäre des Hagener Handelskonzerns in Kauflaune. „Wir kaufen in überschaubaren Stückzahlen, aber stetig zu“, berichtet Mitinhaber Henning Kreke in Münster. Der Vorstandschef des MDax-Konzerns ist am Douglas-Großaktionär Eklöh-Gruppe beteiligt. Noch stärker ausgebaut hat Großaktionär Oetker seine Position.

Douglas-Filiale in Frankfurt am Main: Der Kurs fällt, ohne dass das Unternehmen für schlechte Nachrichten sorgt. Foto: APLupe

Douglas-Filiale in Frankfurt am Main: Der Kurs fällt, ohne dass das Unternehmen für schlechte Nachrichten sorgt. Foto: AP

MÜNSTER. Nach Recherchen des Handelsblatts hat Krekes Vater Jörn über die Gesellschaften Lobelia und Hejana allein seit Anfang Juni Aktien im Wert von 2,4 Mill. Euro hinzugekauft. „Die Familie Kreke hält inzwischen 12,5 Prozent der Anteile“, bekundete Henning Kreke. Der Anteil der gesamten Eklöh-Gruppe habe sich dadurch auf 30 Prozent vergrößert. Anfang April waren Kreke senior, der dem Aufsichtsrat des Mischkonzerns (Douglas, Thalia, Appelrath-Cüpper, Hussel) vorsitzt, lediglich 10,9 Prozent der Aktien zugerechnet worden.

Noch stärker ausgebaut hat Großaktionär Oetker seine Position. Seit Jahresanfang sicherte sich der Bielefelder Familienkonzern per Optionsgeschäft in zehn Schritten jeweils 250 000 Aktien. „Oetker kommt nun knapp unter 20 Prozent“, sagte Vorstandschef Kreke. Im April waren dort gerade einmal 15 Prozent gemeldet worden. Obwohl sich die Großaktionäre gemeinsam der 50-Prozent-Grenze nähern, sei kein Übernahme-Pflichtangebot in Sicht. Zwischen den beiden Aktionärsgruppen gebe es keinen Poolvertrag.

Die Zeit für Zukäufe scheint günstig. In den vergangenen zwölf Monaten fiel der Kurs um 34 Prozent auf aktuell 31,80 Euro, ohne dass es bei Douglas zu enttäuschenden Ergebniszahlen gekommen wäre. Nach wie vor hält der Vorstand an dem Ziel fest, den Jahresumsatz um vier bis sechs Prozent auf rund drei Mrd. Euro zu verbessern, wobei auch der Vorsteuergewinn von 143 auf 150 Mill. Euro klettern soll. Investmenthäuser wie Dresdner Kleinwort halten deshalb weiterhin an ihrem Kursziel von 42 Euro fest und empfehlen die Aktie zum Kauf.

„Ich verstehe die Großaktionäre bei ihren Zukäufen voll und ganz“, kommentiert Branchenexperte Hans-Peter Kuhlmann von der LBBW die Aktivitäten von Oetker und Kreke/Eklöh. Den Kurseinbruch führt er auf die insgesamt negativen Konjunkturerwartungen zurück. Die Talfahrt sei in diesem Ausmaß aber unverständlich.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterKöpfe

Mr. Apple bittet wieder zur Audienz  Artikel in Merkliste

Der Apple-Gründer Steve Jobs stellt am Dienstag in San Francisco neue Produkte vor – und seine Fitness unter Beweis Artikel


Anzeige