
Die Insolvenz kann Schlecker nach Einschätzung eines Rechtsexperten auch dazu dienen, die teuren Tarifverträge mit der Gewerkschaft Verdi zu kündigen. „Der größte Vorteil ist, dass Schlecker nicht zerschlagen wird“, sagte der Bremer Insolvenz-Anwalt Klaus Klöker dem „Spiegel“.
„Das Unternehmen bleibt als Rechtsträger erhalten und kann sich von allen nicht lukrativen Geschäften trennen, die lukrativen aber kann es behalten“, sagte Klöker. Der Insolvenzverwalter kann laut „Spiegel“ helfen, im Planverfahren das Unternehmen von allen langfristigen Verträgen durch Sonderkündigungsrechte zu entlasten. Dazu gehören demnach neben Miet-, Pacht-, Leasing- und Lieferverträgen insbesondere auch die Arbeits- und Tarifverträge. „Gerade hier liegen die Vorteile gegenüber eine außergerichtlichen Unternehmenssanierung“, so Klöker.
Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kritisiert die Führung der Drogeriemarktkette Schlecker. Das Unternehmen habe sein Filialnetz lange stark ausgebaut, ohne genug in einzelne Geschäfte zu investieren, sagte Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger der „Passauer Neuen Presse“ laut Vorabbericht. Hinzugekommen seien hoher Druck auf die Beschäftigten, starke Kontrolle und Dumpinglöhne.
„Ziel ist auf jeden Fall der Fortbestand des Unternehmens und daran ausgerichtet der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze“, sagte Nutzenberger. Verdi erwarte von Firmenpatriarch Anton Schlecker, dass er sich auch mit seinem Privatvermögen an der Rettung beteilige. Die Gewerkschaft forderte zudem Mitspracherechte für die Belegschaft während des Insolvenzverfahrens.
Die sogenannte Planinsolvenz, die die Drogeriekette Schlecker anstrebt, ist ein Spezialfall des Insolvenzverfahrens. Ziel ist der Insolvenzordnung (InsO) zufolge der Erhalt des Unternehmens.
Bei einer Planinsolvenz wird beim zuständigen Amtsgericht neben dem Insolvenzantrag auch ein Vorschlag für ein Insolvenzplanverfahren und einem bereits erstellter Insolvenzplan eingereicht.
Bei der Planinsolvenz oder strukturierten Insolvenz bleibt - abweichend vom „normalen“ Insolvenzverfahren - die alte Geschäftsführung im Amt, der bestellte Insolvenzverwalter tritt nur beratend auf. Die Planinsolvenz wird in der Regel von einem Sanierer begleitet, der zusammen mit der Unternehmensführung vor der Antragstellung den Insolvenzplan ausarbeitet. Über den zusammen mit dem Insolvenzantrag beim Amtsgericht eingereichten Plan entscheiden dann die Gläubiger.
Wenn es eine Perspektive für den Fortbestand des Unternehmens gibt, soll es den Verfahrensbeteiligten durch diesen Plan ermöglicht werden, im Insolvenzverfahren ganz oder teilweise von der Insolvenzordnung abzuweichen. Der Plan soll vor allen Dingen ermöglichen, zumindest überlebensfähige Unternehmensteile zu erhalten, statt das Unternehmen zu zerschlagen.
Angesichts der Tatsache, dass die Insolvenz noch nicht einmal beantragt wurde, ist es durchaus ein wenig ungewöhnlich ist, dass sich die Konkurrenz so frühzeitig zu Wort meldet. Das tat zumindest die Drogeriekette Rommand. Unternehmenschef Dirk Roßmann sagte dem Nachrichtenmagazin „Focus“: „Ich wage die Prophezeiung, dass der Insolvenzverwalter nicht viele Läden weiter betreiben wird können.“
Die allermeisten der noch rund 7000 Märkte in Deutschland müssten schließen, weil sie nicht mehr zeitgemäß seien. Roßmann sagte: „Die Wettbewerber Rossmann, dm und Müller sind dieser Kette schon vor Jahren meilenweit enteilt.“ Rossmann habe nur an 50 bis 80 Schlecker-Märkten Interesse.
Wenn er persönlich haftet, ist er einfach nur doof. Kann ich mir aber gar nicht wirklich vorstellen. Was ich einfach nicht verstehe, ist, wie einer der reichsten Menschen Deutschlands (so er das denn ist) einfach behaupten kann, zahlungsunfähig zu sein. Ich habe den Insolvenzantrag als Faksimile (im web) gesehen. Da steht drin "über das Vermögen des Anton Schlecker) nix GmbH oder Holding oder wasauchimmer.
Seit wann ist denn ein e. K. eine Personengesellschaft?
Ich möchte sie bitten nur über Dinge zu schreiben von denen sie auch Ahnung haben,bei Schlecker arbeitet seit 16 Jahren schon keiner mehr für einen Hungerlohn!!!!!!!!!!
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