Handel + Dienstleister

Glückliche Kühe statt glückliche Mitarbeiter

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Denn's und Alnatura kommen sich in die Quere

Übersicht eines Alnatura Bio-Supermarkts in Darmstadt. Zwei Drittel seines Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen mit seiner Handelskette für Bioprodukte. Quelle: dpa
Übersicht eines Alnatura Bio-Supermarkts in Darmstadt. Zwei Drittel seines Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen mit seiner Handelskette für Bioprodukte. Quelle: dpa

An Kundschaft dürfte es der Branche nicht mangeln: Im vergangenen Jahr haben die knapp 2400 Bio-Läden in Deutschland ihren Umsatz nach Angaben des Bundesverbands Naturkost Naturwaren um rund sieben Prozent auf 2,2 Milliarden Euro gesteigert. Etwa die Hälfte davon entfiel auf ein Mengen-, die andere auf ein Preiswachstum.

Die Geschäfte laufen gut. „Wir haben im vergangenen Geschäftsjahr 516 Millionen Euro umgesetzt“, sagt die Alnatura-Sprecherin, die über den Gewinn jedoch keine Angaben machen will. Nur so viel: „Es gibt natürlich einen, sonst könnten gar nicht so erfolgreich sein.“

Warum die Kunden jetzt mehr Macht haben

  • Smartphones

    Smartphones sorgen dafür, dass wir überall verbunden sind und pressen die Macht der besseren Informationen in jeden Winkel unserer Tages.

  • Cloud Computing

    Cloud-Computing-Services bedeutet, dass jades damit verbundene Gerät Zugang zu Rechnerkraft und Informationen hat, die ins Gewebe des Internets eingebettet sind.

  • Soziale Technologie

    Die soziale Technologie ist explodiert – die Leute können heute mehr Einfluss auf ihre Peers ausüben und mehr Macht aus ihnen ziehen als je zuvor. Egal ob es sich dabei nun um andere Kunden oder andere Beschäftige handelt.

  • Videos von allen

    Egal ob die Videos von Unternehmen oder Konsumenten stammen: Dass sie praktisch jeder heutzutage produzieren und ins Netz stellen kann, hat das Internet zu einem umfassenden Medienerlebnis gemacht.

Der Umsatz beim Rivalen Denn's lag 2012 bei 535 Millionen Euro. Doch nur 0,1 Prozent davon, etwa 180.000 Euro, hat die Bio-Kette laut CEO Thomas Greim als Gewinn erwirtschaftet. Hätte der Unternehmer die Gehälter seiner Mitarbeiter im vergangenen Jahr auf Tarifniveau gehoben, hätte er wohl Verlust gemacht, so Greim in der „taz“. Denn's könne es sich schlicht nicht leisten, mehr zu bezahlen. „Die Tarifverträge werden für den Mainstream gemacht“, sagt Greim. Für die Discounter zum Beispiel, die viel mehr Umsatz pro Mitarbeiter machten als die Bio-Branche. „Die sind natürlich in der Lage, einen Kassierer hervorragend zu bezahlen, weil er schlichtweg dreimal so viel kassiert wie ein Mitarbeiter bei uns“, so Greim in einem früheren Interview mit der „taz“.

So kommen sich die beiden Marktführer Denn's und Alnatura nicht mehr nur untereinander in die Quere. Sie zielen auch noch auf die gleiche Kundschaft wie die großen Handelsketten mit ihren Bio-Eigenmarken, womit der Druck auf die Löhne derzeit kräftig steigt.

Handelsexperte Gerrit Heinemann befürchtet, dass das niedrige Lohnniveau in Zukunft noch weiter fallen könnte. „Nach dem jüngsten Ausstieg von Karstadt aus der Tarifbindung zeigt nun auch die Bio-Branche mit ihrer untertariflichen Bezahlung wohin die Reise geht. Niedriglohn und Leiharbeit, wofür bisher ja eigentlich die Amazons und Co an den Pranger gestellt wurden.“ Diese Entwicklung treffe nun den stationären Handel mit voller Wucht. Bedenklich vor allem, wenn das Alleinstellungsmerkmal im Bio-Supermarkt Ethik und Nachhaltigkeit sein soll, die gelebte Unternehmenspraxis aber unethisch ist. Heinemann: „Das ist unaufrichtig und wird sich im Zeitalter der Nachprüfbarkeit rächen.“

  • 28.05.2013, 19:06 Uhrpool

    Giftmüll

    http://www.wiwo.de/technologie/ernaehrung-tiere-muessen-industriemuell-fressen/5154418.html

    Rinder, Schweine und Hühner müssen zunehmend Abfall schlucken, der in Unternehmen anfällt. Das gefährdet nicht nur die Tiere, es bedroht auch unsere Gesundheit.

    Mehr als die Hälfte des industriell erzeugten Tierfutters besteht mittlerweile aus teils problematischen Abfällen: Fischhäute, Kaffeesatz und Industriefette – all diese Nebenprodukte würden über Tiermägen „veredelt“, sagt Futtermittelexperte Walter Staudacher von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Genau diese Veredelung wird nun zu einer verlässlichen Quelle für immer neue Lebensmittelskandale. Denn das Futter aus Müll enthält oft Schadstoffe wie Pestizide, Nervengifte wie Dioxin, krebsverdächtiges Acrylamid und giftiges Methanol – alles Stoffe, die nachweislich auch der menschlichen Gesundheit schaden.

    Anm. Ein anderer Artikel, den ich abgespeichert habe lautet: Weltkrieg gegen die Natur.
    Was der Mensch bei seinem Raubzug übersieht, dass er sterben wird, bevor er seine Nahrungsgrundlage aufgefressen hat. Die wird im Schatten überleben.

    Chalton Hesten ist zwar ein knorriger Typ und nicht jedermanns Fall, aber seine Filme - Planet der Affen und Soilent Green - treffen den neuralgischen Punkt der Menschheit.

  • 28.05.2013, 19:04 UhrDeutelmoser1994

    Die öffentliche Berichterstattung dränge die Bio-Ketten-Chefs.... - Unfug - das Problem existiert schon von Anfang an, also seit etlichen Jahren. Es wird aber fast nie thematisiert. Schließlich will sich die weit überwiegend rot-grüne Presse ja nicht ans eigene Bein pinkeln !

  • 28.05.2013, 18:22 Uhrpool

    Flache Hierarchien sind die Hölle. Besondere Vorsicht ist geboten, wo "Teamfähigkeit" eingefordert wird und sich alle Duzen. Da wird gemobbt, dass die Schwarte kracht.

    "Bio" ist die reine Verbraucherverarschung. Denn Bio signalisiert, dass alles, was dieses Siegel nicht hat, Giftmüll ist. Was auch irgendwie stimmt.
    Mit Bio hat sich das Konzerninteresse fein herausgeredet. Verbraucherschutz wäre, wenn alle naturbelassenen Produkte nicht gekennzeichnet würden und der Giftmüll ein Gefahrenstoff-Kennzeichen bekäme.

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