
DüsseldorfEs sind Vorwürfe, denen sich sonst die Billiganbieter im Handel ausgesetzt sehen. Vorwürfe, die so gar nicht zum guten und anthroposophischen Image in der Bio-Szene passen wollen und die leider auch kein Geheimnis mehr sind.
Viele Öko-Händler, die auf eine angemessene Bezahlung und Behandlung von Kleinbauern in Entwicklungsländern pochen, bezahlen ihre eigenen Mitarbeiter teils schlechter als die konventionellen Läden. Sogar die Discounter Lidl und Aldi zahlen Tarif, aber der Biofachhandel nicht. Öko-Händler, die zwar hohe Maßstäbe an einen fairen Umgang miteinander legen, die Kühe auf der Wiese dann aber besser behandeln als ihr Personal – bedenklich.
Aktueller Fall: Deutschlands größte Bio-Supermarktkette Denn's, bei der 1.300 Menschen arbeiten. Am Wochenende berichtete die Tageszeitung „taz“ von Dumpinglöhnen und Verstößen gegen das Arbeitszeitgesetz. Bei dem Öko-Unternehmen, so heißt es in der Recherche, müssen Beschäftigte oft länger und in kürzeren Abständen schuften als erlaubt und die Löhne liegen teils unter dem Niveau, das Gewerkschafter und Unternehmer als Untergrenze für den Einzelhandel vereinbart haben.
Knapp 800.000 Pflegekräfte erhalten seit dem 1. August 2011 einen gesetzlichen Mindestlohn. Pflegehilfskräfte in der Alten- und ambulanten Krankenpflege im Osten 7,75 Euro und im Westen auf 8,75 Euro.
Für die 170.000 Beschäftigten der Branche soll der Mindestlohn in allen Regionen Deutschlands ab Anfang 2013 mindestens 7,50 Euro betragen. Für einzelne Regionen im Osten bedeutet dies eine Lohnerhöhung um bis zu 60 Prozent. Die Verordnung, die seit dem 01. Juni 2011 gilt, ist bis 31. Dezember 2013 befristet.
Ob Straßenreiniger, Sortierkraft, oder Müllwerker: Für 160.000 Beschäftigte der Abfallwirtschaft hatten Union und FDP kurz vor Weihnachten 2009 nach internem Zwist den Weg für einen Mindestlohn frei gemacht. Dieser beträgt seit dem 1. November bundeseinheitlich 8,33 Euro.
Für die etwa 2500 Beschäftigten gilt seit Oktober 2009 ein Mindeststundenlohn. Ab dem 1. November 2011 werden 11,53 Euro für einfache Tätigkeiten gezahlt, Facharbeiter erhalten 12,81 Euro.
Für ungelernte Arbeitnehmer der Branche mit etwa 100.000 Beschäftigten gilt eine Lohnuntergrenze von 9,75 Euro, Gesellen verdienen 12,00 Euro pro Stunde.
Die etwa 35.000 Beschäftigten erhalten seit April 2012 mindestens 8,00 Euro im Westen und 7,00 Euro im Osten.
Der Mindestlohn für die rund 700.000 Beschäftigten wurde vor kurzem angehoben. In der Innenreinigung werden seit 2012 nun mindestens 8,82 Euro im Westen (7,00 Euro im Osten) gezahlt, während Fassadenreiniger 11,33 Euro (8,88 Euro) erhalten.
Die etwa 84.000 Arbeitnehmer bekommen seit Jahresanfang bundeseinheitlich einen Mindestlohn von 11,00 Euro. Ab Januar 2013 sind es 11,20 Euro.
Für die etwa 414.500 Beschäftigten im Westen gilt seit dem 01. Juli ein Mindestlohn von 11,05 Euro für Werker und 13,40 Euro für Fachwerker. Die 127.600 Beschäftigten im Osten verdienen einheitlich mindestens 10,00 Euro.
Betroffen sind etwa 280.000 Arbeitnehmer, die ein Mindestentgelt von 9,80 Euro (8,65 Euro Ost) erhalten.
Für die rund 30.000 Gerüstbauer in Deutschland gibt es seit dem 01. August einen bundesweiten Mindestlohn. Erstmals wurde eine untere Lohngrenze von 9,50 Euro in Ost und West vereinbart.
Auch rund 23.000 Angestellte, die als Lehrer, Sozialpädagogen oder Handwerksmeister Jugendliche aus- und Arbeitslose weiterbilden, bekommen einen Mindestlohn. Er liegt je nach Tätigkeit bei mindestens 12,60 Euro im Westen und bei 11,25 im Osten.
In weiteren Branchen ist ein Mindestlohn rechtlich möglich, aber nicht in Kraft. Betroffen ist zum Beispiel die Branche Briefdienstleistungen: Für Briefzusteller war 2009 ein Mindestlohn von 9,80 Euro festgelegt worden. Das Bundesverwaltungsgericht hat den Mindestlohn aber im Januar 2010 gekippt, da er rechtswidrig zustandegekommen sei.
Für diese Branche liegen Mindestlohntarifverträge vor, die noch nicht für allgemeinverbindlich erklärt wurden. Vereinbart sind 10,52 pro Stunde.
Auch im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk gibt es Mindestlohntarifverträge, die noch nicht für allgemeinverbindlich erklärt wurden. Vereinbart wurde ein Mindestlohn von 9,75 bis 11,00 Euro pro Stunde.
Hier galt bis Ende 2008 ein Mindestlohn von 9,10 Euro bis 11,96 Euro. Ausführliche Informationen zur Allgemeinverbindlichkeit und geltenden Mindestlöhnen bietet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Verkäuferinnen schildern, dass ihre Pausenzeiten regelmäßig zu kurz seien und ein ehemaliger Filialleiter, der im Schnitt elf statt acht Stunden arbeitete, schildert, wie er die Personaleinsatzpläne frisiert habe, „damit es ordentlich aussieht.“ Auch andere frühere Ladenchefs berichten davon, dass sie länger als erlaubt im Markt geständen hätten. Einer sagt: „Denn‘s ist ein Ausbeuterladen.“
Die Begründung von Denn's-Chef Thomas Greim, warum er seinen Angestellten einen Tariflohn verweigert, ist bemerkenswert: „Wir haben ja auch Kunden, die Fragebedürfnisse haben oder menschliche Nähe suchen. Das kostet Zeit.“ Damit sei keine Wertschöpfung verbunden. Dass Ruhepausen zu kurz waren, bestreitet er nicht. Feststehe aber, so Greim: „Die Stunden werden erfasst“, seit Mai in allen Läden auch mit einer Software, die Verstöße kontrolliere und verhindere.
Schnell taucht in der Debatte um das Lohnniveau in der Bio-Branche deshalb immer auch der Hinweis auf sogenannte weiche Faktoren auf: Der Verkauf von Bio-Lebensmitteln sei schließlich eine sinnvolle und befriedigende Tätigkeit. Das Arbeitsklima sei gut, die Hierarchien flach, die Arbeitszeiten flexibel gestaltbar und die Möglichkeit, Abläufe selbständig zu gestalten, sei höher als in konventionellen Betrieben.
Auch aus dem Hause Denn's wird gekontert: „Darüber hinaus gewährleisten wir eine pünktliche Lohnzahlung, einen deutlichen Einkaufsrabatt für Mitarbeiter, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Jahressonderzahlungen“, heißt es aus der Pressestelle.
Das niedrige Löhne und Selbstausbeutung in der Biobranche keine Seltenheit sind, zeigt auch der Fall von Denn's Öko-Konkurrenten Alnatura, der vor drei Jahren ebenfalls wegen Dumpinglöhnen in die Schlagzeilen geraten ist.

Die niedrigen Gehälter bei dem hessischen Unternehmen hatten auch deshalb für großes Aufsehen gesorgt, weil Alnatura damit wirbt, „fair mit unseren Partnern in Produktion und Handel“ zusammenzuarbeiten. Der niedrigste Stundenlohn einer Alnatura-Verkäuferin lag 2010 bei 7,50 Euro. Das waren 16 Prozent weniger als das geringste Gehalt im damals aktuellen Tarifvertrag.
Immerhin: Ausgelöst durch die Medienkritik am Lohndumping hat die Unternehmensleitung erkannt, dass die Lohnpolitik in „einigen Fällen nicht unserer Leitlinie entspricht“, so das Statement. Kaum drei Tage nach der Kritik kündigte Alnatura an, seinen 2.000 Mitarbeitern Tarif zahlen zu wollen. Inzwischen entspreche die Bezahlung mindestens dem Einzelhandelstarif des jeweiligen Bundeslandes, heißt es gegenüber Handelsblatt Online.
...Sie sich jeden Morgen aus dem Bett quälen,
(Quelle: Angelika Gulder, „Finde den Job, der dich glücklich macht“)
...Sie sich am Montag schon aufs nächste Wochenende freuen,
...ein wachsendes Gefühl von innerer Leere und Sinnlosigkeit in sich und in dem, was Sie tun, spüren,
...im Büro von den Dingen träumen, die Sie lieber täten, als im Büro zu sitzen,
...nur für Ihren nächsten Urlaub arbeiten und frustriert mit anderen über Ihre aktuelle Tätigkeit sprechen,
...nur "Ihren Job" machen und ein deutliches Verlangen spüren, anderen Anteilen Ihrer Persönlichkeit mehr Raum zu geben,
...sie sich beruflich unterfordert fühlen, aber aus Angst, keine neue Stelle zu finden, in Ihrem Job nur Ihre Zeit absitzen.
„Überprüfen können wir das nicht, da Alnatura keinen Tarifvertrag mit Verdi abgeschlossen hat“, heißt es dagegen bei Verdi. Alnatura widersetze sich außerdem noch immer der Forderung, dem Arbeitgeberverband beizutreten. „Daran wird sich auch nichts ändern“, erklärt eine Alnatura-Sprecherin. Das bedeutet für die Mitarbeiter des Bio-Unternehmens allerdings, dass sie keinen verbindlichen Rechtsanspruch auf den Tariflohn haben. Was die Gehaltserhöhungen Alnatura bislang gekostet haben, verrät die Sprecherin nicht. „Selbst wenn wir das beziffern könnten, würden wir es nicht kommunizieren.“
Die beiden Marktführer Denn's und Alnatura gehören definitiv zu den Gewinnern des Bio-Booms. Vor allem Alnatura wächst rasant. In den vergangenen Monaten eröffnete das Unternehmen unter anderem in Frankfurt, Stuttgart, Hamburg, Berlin und Hannover neue Märkte. Insgesamt 77 Filialen zählen inzwischen zum Konzern. Mindestens acht Neueröffnungen sind noch bis zum Jahresende geplant. Auch Denn's – aktuell 90 Filialen – hat mit seinen Bio-Märkten ambitionierte Expansionspläne und will noch in diesem Jahr zwischen 20 und 30 neue Geschäfte eröffnen.

An Kundschaft dürfte es der Branche nicht mangeln: Im vergangenen Jahr haben die knapp 2400 Bio-Läden in Deutschland ihren Umsatz nach Angaben des Bundesverbands Naturkost Naturwaren um rund sieben Prozent auf 2,2 Milliarden Euro gesteigert. Etwa die Hälfte davon entfiel auf ein Mengen-, die andere auf ein Preiswachstum.
Die Geschäfte laufen gut. „Wir haben im vergangenen Geschäftsjahr 516 Millionen Euro umgesetzt“, sagt die Alnatura-Sprecherin, die über den Gewinn jedoch keine Angaben machen will. Nur so viel: „Es gibt natürlich einen, sonst könnten gar nicht so erfolgreich sein.“
Smartphones sorgen dafür, dass wir überall verbunden sind und pressen die Macht der besseren Informationen in jeden Winkel unserer Tages.
Cloud-Computing-Services bedeutet, dass jades damit verbundene Gerät Zugang zu Rechnerkraft und Informationen hat, die ins Gewebe des Internets eingebettet sind.
Die soziale Technologie ist explodiert – die Leute können heute mehr Einfluss auf ihre Peers ausüben und mehr Macht aus ihnen ziehen als je zuvor. Egal ob es sich dabei nun um andere Kunden oder andere Beschäftige handelt.
Egal ob die Videos von Unternehmen oder Konsumenten stammen: Dass sie praktisch jeder heutzutage produzieren und ins Netz stellen kann, hat das Internet zu einem umfassenden Medienerlebnis gemacht.
Der Umsatz beim Rivalen Denn's lag 2012 bei 535 Millionen Euro. Doch nur 0,1 Prozent davon, etwa 180.000 Euro, hat die Bio-Kette laut CEO Thomas Greim als Gewinn erwirtschaftet. Hätte der Unternehmer die Gehälter seiner Mitarbeiter im vergangenen Jahr auf Tarifniveau gehoben, hätte er wohl Verlust gemacht, so Greim in der „taz“. Denn's könne es sich schlicht nicht leisten, mehr zu bezahlen. „Die Tarifverträge werden für den Mainstream gemacht“, sagt Greim. Für die Discounter zum Beispiel, die viel mehr Umsatz pro Mitarbeiter machten als die Bio-Branche. „Die sind natürlich in der Lage, einen Kassierer hervorragend zu bezahlen, weil er schlichtweg dreimal so viel kassiert wie ein Mitarbeiter bei uns“, so Greim in einem früheren Interview mit der „taz“.
So kommen sich die beiden Marktführer Denn's und Alnatura nicht mehr nur untereinander in die Quere. Sie zielen auch noch auf die gleiche Kundschaft wie die großen Handelsketten mit ihren Bio-Eigenmarken, womit der Druck auf die Löhne derzeit kräftig steigt.
Handelsexperte Gerrit Heinemann befürchtet, dass das niedrige Lohnniveau in Zukunft noch weiter fallen könnte. „Nach dem jüngsten Ausstieg von Karstadt aus der Tarifbindung zeigt nun auch die Bio-Branche mit ihrer untertariflichen Bezahlung wohin die Reise geht. Niedriglohn und Leiharbeit, wofür bisher ja eigentlich die Amazons und Co an den Pranger gestellt wurden.“ Diese Entwicklung treffe nun den stationären Handel mit voller Wucht. Bedenklich vor allem, wenn das Alleinstellungsmerkmal im Bio-Supermarkt Ethik und Nachhaltigkeit sein soll, die gelebte Unternehmenspraxis aber unethisch ist. Heinemann: „Das ist unaufrichtig und wird sich im Zeitalter der Nachprüfbarkeit rächen.“

Saftig, knackig, gesund? Obacht, meint die Umweltorganisation Greenpeace, denn frisches Obst und Gemüse enthält nicht nur viele Vitamine, Ballast- und Mineralstoffe, sondern bringt auch unerwünschte Substanzen auf den Tisch. Das ergab eine aktuelle Auswertung von mehr als 22.000 Proben der deutschen Lebensmittelüberwachung aus den Jahren 2009 und 2010. Die Ergebnisse, in einem Einkaufsratgeber für Obst und Gemüse zusammengefasst, sind nicht immer appetitlich...

Paprika
Auch wenn momentan darüber diskutiert wird, dass Bio-Lebensmittel nur wenig gesünder als konventionelles Essen sind: Sicher ist, dass sie bei der Belastung mit Pestiziden deutlich besser abschneiden. Die Auswertung von Greenpeace hat ergeben, dass vor allem Paprika aus der Türkei die gesundheitlich bedenklichen Konzentrationen besonders häufig überschreitet. Über 20 Pestizide fanden die Experten in dem Gemüse. Das Online-Magazin „Utopia“ berichtet davon, dass beim Paprikaanbau oft die gefährliche Chemikalie Ethephon verwendet wird, um das Gemüse schneller einzufärben. Im menschlichen Körper soll Ethephon wie ein Nervengift wirken.

Tafeltrauben
Auch Tafeltrauben aus der Türkei enthalten im Schnitt zu viele Pestizide. Darauf weist neben Greenpeace auch das Bundesamt für Verbraucherschutz hin. Nicht selten lassen sich Spuren von zehn Pestiziden in den Trauben nachweisen. Bei Tafeltrauben aus Deutschland sind es im Schnitt weniger als fünf.

Birnen
Und auch in Birnen, die aus der Türkei importiert werden, finden sich Substanzen, die den Umweltschützern Sorgenfalten auf die Stirn treiben. In ihrer Analyse konnten die Greenpeace-Experten im Schnitt zehn Pestizide finden.

Grünkohl
Auch wenn das Wintergemüse Grünkohl nicht jedermanns Sache ist: spätestens wenn man sich die Belastungen mit Pestiziden ansieht, kann einem der Appetit vergehen, denn häufig werden die gesetzlichen Höchstmengen für Pflanzenschutzmittelrückstände überschritten.

Weinblätter
Ob türkisch, griechisch oder orientalisch: Weinblätter bereichern die mediterrane Küche. Allerdings sind auch sie besser mit Vorsicht zu genießen. Darauf weist die Zeitschrift „Ökotest“ hin. Das Fazit ihrer Untersuchung: Häufig lauern in den grünen Blättern so viel chemische Stoffe, dass sie den unbeschwerten Genuss völlig verderben. Die Zeitschrift sprach ein vielen Fällen sogar eine Nicht-Kauf-Empfehlung aus. Wer trotzdem darauf zurückgreifen möchte, sollte es auf jeden Fall Bio kaufen.

Kirschen
Hohe Rückstände von Pflanzenschutzmitteln tauchen regelmäßig auch in Süß- und Sauerkirschen auf. Von Kirschen aus konventionellem Anbau sollte man lieber die Finger lassen und sie statt dessen aus Nachbars Garten oder vom Biomarkt naschen.

Kopfsalat
Grün, knackig, gesund? Sollte man meinen, denn immerhin 4,8 Kilogramm essen die Deutschen pro Kopf durchschnittlich im Jahr. In regelmäßigen Abständen untersucht Greenpeace auch Kopfsalat. Nicht den aus Omas Garten, sondern Produkte aus Gewächshäusern und Riesenfeldern. Fast immer sind die Ergebnisse dabei erschreckend, viele Salatproben enthalten zunehmend mehrere Pflanzenschutzmittel. Dass viele Pestizide parallel eingesetzt werden liegt daran, dass sich so die Überschreitung der Höchstmenge bei einem einzigen Stoff vermeiden lässt.
Wie gesund Salat wirklich ist, damit hat sich auch das WDR-Fernsehen beschäftigt. Die Zusammenfassung des Beitrags lesen Sie hier.

Erdbeeren
Auch bei der kalorienarmen Vitamin-C-Bombe sind Bio-Erdbeeren oft die gesündere Wahl. Konventionelle Erdbeeren sind oft mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, die sie resistent gegen Ungeziefer und Schimmel machen sollen. Sieben Pestizide fanden die Greenpeace-Experten auf Erdbeeren aus Belgien, auf deutschen vier.

Gurken
Gesunde Salatgurke? Nicht immer, denn im konventionellen Anbau werden sie häufig mit Fungiziden, das sind Anti-Pilzmittel, behandelt. Bio-Gurken weisen hingegen nahezu gar keine Pestizid-Rückstände auf.
Saftig, knackig, gesund? Obacht, meint die Umweltorganisation Greenpeace, denn frisches Obst und Gemüse enthält nicht nur viele Vitamine, Ballast- und Mineralstoffe, sondern bringt auch unerwünschte Substanzen auf den Tisch. Das ergab eine aktuelle Auswertung von mehr als 22.000 Proben der deutschen Lebensmittelüberwachung aus den Jahren 2009 und 2010. Die Ergebnisse, in einem Einkaufsratgeber für Obst und Gemüse zusammengefasst, sind nicht immer appetitlich...
Deswegen glaubt Thomas Roeb von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, dass die Aussichten für die Angestellten in der Bio-Branche mittelfristig gar nicht so schlecht sind. Denn: „Der Image-Schaden für die Bio-Ketten wäre einfach zu groß“, so der Handelsexperte. Die öffentliche Berichterstattung dränge die Bio-Ketten-Chefs regelrecht zu einer angemessenen Bezahlung. „Die Löhne werden sich wohl eher ein wenig nach oben entwickeln.“
Am Ende heißt es in einer per E-Mail eingeschickten Stellungnahme aus dem fränkischen Töpen: „Denn’s etabliert sich derzeit im Markt. Das ermöglichte uns in 2012 vor allem die unteren Lohngruppen um bis zu 10 Prozent anzuheben, in 2013 ist eine weitere Erhöhung geplant.“
Douglas
Markenwert: 238 Millionen Dollar
im Vorjahr nicht in den Top 10
Netto
Markenwert: 262 Millionen Dollar
minus fünf Prozent gegenüber 2012
Obi
Markenwert: 283 Millionen Dollar
plus zwei Prozent gegenüber 2012
Rewe
Markenwert: 459 Millionen Dollar
plus 5 Prozent gegenüber 2012
dm
Markenwert: 485 Millionen Dollar
plus 19 Prozent gegenüber 2012
Kaufland
Markenwert: 551 Millionen Dollar
plus zwei Prozent gegenüber 2012
Media Markt
Markenwert: 1,3 Mrd. Dollar
minus drei Prozent gegenüber 2012
Edeka
Markenwert: 1,5 Mrd. Dollar
plus fünf Prozent gegenüber 2012
Lidl
Markenwert: 1,52 Mrd. Dollar
plus acht Prozent gegenüber 2012
Aldi
Markenwert: 2,9 Mrd. Dollar
minus sieben Prozent gegenüber 2012
Interbrand, März 2013
Bleibt die Frage, woher die ganzen Bio-Produkte kommen, die wegen anziehenden Nachfrage und der ganzen Bio-Supermarkt-Neueröffnungen zusätzlich gebraucht werden. Derzeit gibt es in Deutschland knapp über 23.000 Bio-Bauern, die Zahl der Umsteiger wächst dagegen nur langsam. Dazu kommt, dass viele Bauern die Bio-Produktion wieder aufgeben. Schon jetzt stammt bereits jeder zweite in Deutschland verkaufte Bio-Apfel und jede zweite Bio-Möhre aus dem Ausland, heißt es in einer Studie der Universität Bonn.
Allein in Polen und Litauen ist die Fläche der Äcker, die ökologisch bewirtschaftet werden, von 2004 bis 2010 um 531 Prozent (bzw. 290 Prozent) gestiegen, in Deutschland nur um 29 Prozent, heißt es im Blog des Berliner Handelsexperten Peer Schader. Doch die Bevölkerung vor Ort hat von der gestiegenen Nachfrage aus Deutschland nichts. Schader: „In Polen, wo die Fläche für Ökolandbau förmlich explodiert ist, lag der Pro-Kopf-Umsatz für Bio-Produkte 2011 bei lediglich 3 Euro. In Deutschland waren es 81 Euro.“

Giftmüll
http://www.wiwo.de/technologie/ernaehrung-tiere-muessen-industriemuell-fressen/5154418.html
Rinder, Schweine und Hühner müssen zunehmend Abfall schlucken, der in Unternehmen anfällt. Das gefährdet nicht nur die Tiere, es bedroht auch unsere Gesundheit.
Mehr als die Hälfte des industriell erzeugten Tierfutters besteht mittlerweile aus teils problematischen Abfällen: Fischhäute, Kaffeesatz und Industriefette – all diese Nebenprodukte würden über Tiermägen „veredelt“, sagt Futtermittelexperte Walter Staudacher von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG). Genau diese Veredelung wird nun zu einer verlässlichen Quelle für immer neue Lebensmittelskandale. Denn das Futter aus Müll enthält oft Schadstoffe wie Pestizide, Nervengifte wie Dioxin, krebsverdächtiges Acrylamid und giftiges Methanol – alles Stoffe, die nachweislich auch der menschlichen Gesundheit schaden.
Anm. Ein anderer Artikel, den ich abgespeichert habe lautet: Weltkrieg gegen die Natur.
Was der Mensch bei seinem Raubzug übersieht, dass er sterben wird, bevor er seine Nahrungsgrundlage aufgefressen hat. Die wird im Schatten überleben.
Chalton Hesten ist zwar ein knorriger Typ und nicht jedermanns Fall, aber seine Filme - Planet der Affen und Soilent Green - treffen den neuralgischen Punkt der Menschheit.

Die öffentliche Berichterstattung dränge die Bio-Ketten-Chefs.... - Unfug - das Problem existiert schon von Anfang an, also seit etlichen Jahren. Es wird aber fast nie thematisiert. Schließlich will sich die weit überwiegend rot-grüne Presse ja nicht ans eigene Bein pinkeln !

Flache Hierarchien sind die Hölle. Besondere Vorsicht ist geboten, wo "Teamfähigkeit" eingefordert wird und sich alle Duzen. Da wird gemobbt, dass die Schwarte kracht.
"Bio" ist die reine Verbraucherverarschung. Denn Bio signalisiert, dass alles, was dieses Siegel nicht hat, Giftmüll ist. Was auch irgendwie stimmt.
Mit Bio hat sich das Konzerninteresse fein herausgeredet. Verbraucherschutz wäre, wenn alle naturbelassenen Produkte nicht gekennzeichnet würden und der Giftmüll ein Gefahrenstoff-Kennzeichen bekäme.
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