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Einzelhandel: Verdi nimmt Kündigung der Tarifverträge nicht hin

Den 2,7 Millionen Beschäftigen im Einzelhandel stehen nervenaufreibende Monate bevor. In einer ungewöhnlichen Aktion kündigen die Arbeitgeber Tarifverträge. Verdi-Verantwortliche nehmen schon das Wort Streik in den Mund.

Eine Kassiererin bei der Arbeit. Quelle: dpa
Eine Kassiererin bei der Arbeit. Quelle: dpa

DüsseldorfFür Reinhard Bispinck, den Leiter des WSI-Tarifarchivs der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, ist die Entscheidung des Handelsverbands Deutschland (HDE) eine „Kampfansage an die Gewerkschaft“. Die Arbeitgeber hatten am Donnerstagabend angekündigt, die Lohn- und Manteltarifverträge zu kündigen. „Die vollständige Kündigung aller Vergütungs- und Manteltarifverträge einer Branche ist eine absolute Ausnahme und hat es in der jüngeren Vergangenheit nicht gegeben“, sagte Bispinck im Gespräch mit Handelsblatt Online.

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Die Verträge gelten jeweils auf regionaler Ebene, die Ankündigung auf Bundesebene ist daher Zeichen einer bundesweiten Koordination der Arbeitgeber. Im Einzelhandel mit 2,7 Millionen Beschäftigten drohe daher ein heftiger Tarifkampf, so die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. „Dass wir im baden-württembergischen Einzelhandel wirksam und ausdauernd streiken können, haben wir in den letzten Jahren immer wieder unter Beweis gestellt“, hieß es in einer Mitteilung des Verdi-Landesbezirks Baden-Württemberg.

Lebensmittel Das Siegel-Wirrwarr im Supermarkt

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Die Arbeitnehmervertreter rechnen mit einer hohen Bereitschaft der Beschäftigten im Einzelhandel, für die Absicherung ihrer Abkommen, für Arbeitszeit- und Zuschlagsregelungen und die Schutzvorschriften zu kämpfen. Der Einzelhandel sei geprägt von Teilzeitstellen vor allem für Frauen, von niedrigen Löhnen, langen Arbeitszeiten und der Sechstagewoche. Im „knallharten Verdrängungswettbewerb der Branche“ seien Löhne und Arbeitsbedingungen in den vergangenen Jahren zunehmend zu Wettbewerbsfaktoren geworden, die vor allen auf Kosten der überwiegend weiblichen Beschäftigten gingen. Auf Arbeitgeberseite setzten viele „auf noch mehr prekäre Arbeitsverhältnisse im Einzelhandel“ und nähmen dabei „auch billigend Lohndumping in Kauf“, kritisierte er.

Die größten Einzelhändler der Welt

  • Platz 10

    Best Buy (USA)

    Das US-Amerikaner aus Richfield, Minnesota sind einer der führenden Anbieter für Unterhaltungselektronik. Der Umsatz im Jahr 2010 betrug 50,27 Milliarden Dollar.

  • Platz 9

    Walgreens (USA)

    Mit rund 7.000 Filialen in den USA und Puerto Rico, von denen ein Drittel 24 Stunden am Tag geöffnet sind, schafft es Walgreens unter die zehn größten Einzelhändler. Am Hauptsitz in Deerfield, Illinois, konnte man sich 2010 über einen Umsatz von 67,42 Milliarden Dollar freuen.

  • Platz 8

    Home Depot (USA)

    Die Amerikaner bezeichnen sich selbst als größte Baumarktkette der Welt. Was den Umsatz angeht, haben sie recht. Mit rund 68 Milliarden Dollar kann keine andere Baumarktkette mitthalten.

  • Platz 7

    Costco Wholesale (USA)

    Die 500 Cash&Carry-Märkte der US-Großhandelskette sind in den USA weit verbreitet. Der Hauptsitz liegt in der Kleinstadt Issaquah bei Seattle im Bundesstaat Washington. Mit 77,95 Milliarden Dollar fiel der Umsatz auch 2010 gigantisch aus.

  • Platz 6

    Kroger

    Was als kleiner Lebensmittelladen in Cincinnati begann, ist mittlerweile einer der größten Supermarktketten der Welt. Im Jahr 2010 setzte der Lebensmittelhändler 82,19 Milliarden Dollar um.

  • Platz 5

    Metro (Deutschland)

    Der deutsche Handelsriese aus Düsseldorf ist der drittgrößte Einzelhändler Europas. International erreicht der Dax-Konzern mit einem Umsatz von 89,08 Dollar im Jahr 2010 ebenfalls einen Spitzenplatz.

  • Platz 4

    Tesco (Großbritannien)

    Die blau-weiße Handelskette aus Cheshunt gehört schon seit Jahren zu den größten Supermarktkonzernen. Weltweit betreiben die Briten 5390 Supermärkte Großbritannien 94,185 4,104 384.389 Einzelhandel Philip Clarke

  • Platz 3

    CVS Caremark (USA)

    In der Kleinstadt Woonsocket im US-Bundesstaat Rhode Island ist die drittgrößte Handelskette der Welt beheimatet. Die Drogerie- und Pharmahändler setzten im Jahr 2010 rund 96,4 Milliarden Dollar um.

  • Platz 2

    Carrefour (Frankreich)

    Kein europäischer Einzelhändler ist größer als Carrefour. Mit 471.755 Mitarbeitern weltweit machten die Franzosen im Jahr 2010 einen Umsatz von 120,3 Milliarden Dollar. Nur ein Einzelhändler setzte mehr um.

  • Platz 1

    Walmart (USA)

    Unangefochten an der Spitze bleibt der Handelsgigant aus Bentonville, Arkansas. Gigantische 421,85 Milliarden Dollar setzte der Konzern 2010 um - bei einem Gewinn von 16 Milliarden Dollar. Weltweit beschäftigt der Konzern 2,1 Millionen Angestellte.

„Die Tarifverträge im Einzelhandel stammen im Kern aus den 50er Jahren“, hatte HDE-Tarifgeschäftsführer Heribert Jöris die Kündigung begründet. Eine Modernisierung sei „überfällig - viele der aktuellen Regelungen haben mit der modernen Arbeitswelt nichts mehr zu tun“. Die Tarifverträge sollten attraktiver für Unternehmen werden, um der zurückgehenden Tarifbindung entgegenzuwirken, erklärte Jöris. „Wir sind von Verdi immer wieder vertröstet worden. Irgendwann muss man nicht nur die Lippen spitzen, sondern auch pfeifen.“

  • 25.01.2013, 16:08 UhrRTW

    Der Wohlstand in Deutschland schmilzt seit Jahren. Um Kaufkraftverlust etc. auszugleichen müssen die Arbeitgeber bluten. Aber niemand kommt zur Einsicht, dass an dem Wohlstandsverlust besonders der Staat beteiligt ist mit seinen ständigen Steuererhöhungen, die für alle Bürger nichts anderes bedeuten als eine Besitz-Enteignung. Ich wiederhole: Steuern sind Enteignung! Ständige Steuererhöhungen sind zunehmende Enteignung der Bürger! Benzinsteuer, Tabaksteuer, Hundesteuer, Umsatz-/Konsumsteuern, Einkommenssteuern etc. Seit der Wiedervereinigung steigt jährlich die Steuerlast der Bürger. Die Staatsquote ähnlelt mehr und mehr sozialistischen Ländern. Und der deutsche Michel hat nichts besseres zu tun, als die Arbeitgeber auszupressen, anstatt denen auf die Finger zu hauen, die ihm die vorhandene Kohle aus der Tasche ziehen. Wenn wir in Deutschland immer ärmer werden, der Staat aber ständig die Steuerquote erhöht, dann sind grundsätzlich immer die Arbeitgeber die Bösen?

  • 25.01.2013, 17:11 UhrOLDENDORP

    ...................................
    ..........VERDI............
    WER WIND SEHT - WIRD STURM ERNTEN
    ...................................
    ..
    diese gewerkschaft und ihre unter-
    gliederungen sind im gegensatz zu
    vielen anderen immer wieder auf kon-
    frontation aus..
    ..
    mit warnstreiks im luftverkehr und
    bei der bahn wird immer zulasten un-
    beteiligter unser gemeinwesen gescha-
    digt.
    ..
    mit dem streik an den flughäfen hat
    VERDI ihre moralische motivation end-
    gültig verloren, denn zahlreiche fa -
    milien werden um ihren verdienten ur-
    laub gebracht..
    ..
    eine gehaltserhöhung um 30% kann nur
    dem vorsitzenden & mitglied der LINKEN
    einfallen.
    ..
    deshalb ist es sinnvoll, den tarifvertrag
    im einzelhandel zu kündigen..
    ..
    sollte VERDI auch diesmal streiken ?? wäre
    ich für aussperrung..
    ..
    es gibt - gott sei dank - noch verantwortungs-
    volle gewerkschaften - zb. in der chemieindu -
    strie..
    ..
    gute zusammenarbeit mit den arbeitgebern -
    gute vertragsabschlüsse..
    ..
    aber der vorsitzende ist auch kein kommunist
    wie bei verdi..!!
    ..
    ..

  • 25.01.2013, 19:23 UhrAndre

    Streiks müssen wehtun, sonst bewirken sie nichts. Gerade der Einzelhandel wurde in den letzten 15 Jahren immer weiter auf Kosten der Beschäftigten flexibiisiert und die Lohnabschlüsse auf Niveau des Inflationsausgleichs getätigt. Aber der deutsche Michel lehnt sich natürlich lieber satt in seinen Sessel und meckert, statt zu handeln.
    Wie zu hören ist, soll in diesem Jahr ja auch im Verkehrswesen gespart werden. Komisch, die Kfz Steuer sind doch für den Straßenverkehr da, Naja, da kann die CSU dann endlich die PKW Maut bringen. Gute Nacht Deutschland...Im Wahljahr sollten Mutti und Konsorten in die Oposition geschickt werden...Ein Wutbürger

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