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EU-Gesetzesvorhaben: Ein Angriff auf die Parfüm-Klassiker

Setzt die EU ihre Pläne zum Verbot von Allergie auslösenden Inhaltsstoffen durch, könnten Klassiker wie Chanels No. 5 für immer verschwinden. Die Branche fürchtet einen Angriff auf ihr größtes Heiligtum: Die Rezepturen.

Eine Parfüm-Legende: Chanel No. 5 steht bereits seit 1921 in den Ladenregalen. Quelle: AFP
Eine Parfüm-Legende: Chanel No. 5 steht bereits seit 1921 in den Ladenregalen. Quelle: AFP

Nicht nur zur Weihnachtszeit floriert das Geschäft mit dem guten Duft. Einige Klassiker wie Chanel No. 5, Shalimar oder Opium sorgen seit Jahrzehnten für Gewinne. Doch diese könnten bald aus den Regalen verschwinden: Die EU prüft ein Verbot von allergieeregenden Inhaltsstoffen - ein entsprechender Gesetzentwurf soll Anfang des kommenden Jahres vorgestellt werden. Die Branche schlägt Alarm.

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Vor allem natürlichen Essenzen droht dann das Aus und damit möglicherweise auch manchen Duft-Kompositionen und deren Herstellern. Doch nicht nur die Streichliste sorgt für helle Aufregung in der Branche. Die Pläne der EU-Bürokraten könnten auch Licht in das bestbehütetste Geheimnis des 25 Milliarden Dollar schweren Wirtschaftszweigs bringen: Die Rezepturen. „Das ist ein Tabu in der Industrie. Die Leute haben Angst, etwas darüber zu sagen", betont Fflur Roberts von der Marktforschungsfirma Euromonitor.

Luxusgüter-Branche

Auch in der Vergangenheit wurden die Zusammensetzungen der Düfte zwar schon mal angepasst. Das war entweder die Folge der immer strenger werdenden Auflagen der International Fragrance Association (IFRA) oder der steigenden Kosten für natürliche Ingredienzen. Ein neues, für ganz Europa geltendes Gesetz würde nun aber deutlich gravierendere Einschnitte bei den Rezepturen bringen - insbesondere für die Düfte, die vor mehr als einem halben Jahrhundert kreiert wurden. Chanel No. 5 etwa, immer noch ein Bestseller, stammt aus dem Jahr 1921.

Chanel hüllt sich in Schweigen, ob die Mischung, die beim fünften Anlauf entstanden ist - daher auch der Name - jemals angetastet wurde. Auch Luxusanbieter wie Guerlain, Dior oder Hermes, die auf natürliche Bestandteile setzen, halten sich unisono bedeckt. Doch Experten sind überzeugt: Wenn die neuen Vorschriften eingeführt werden, müssen hunderte Parfüms neu gemischt oder mit synthetischen, allergiefreien Stoffen „reformuliert" werden - wie es in der Branche heißt.

„Wenn dieses Gesetz kommt, bin ich am Ende, da meine Parfüms aus diesen Inhaltsstoffen bestehen", sagt Frederic Malle, Besitzer des Herstellers Editions de Parfums Frederic Malle. Die Folge des EU-Vorhabens für Luxus-Marken wäre „wie eine Atom-Explosion". „Es ist unerlässlich, Europas Geruchskulturerbe zu bewahren", mahnt auch der Luxuskonzern LVMH an, zu dem Dior und Guerlain gehören.

  • 28.12.2012, 12:21 Uhrmondahu

    Ist das ein öffentliches Bedürfnis, hier restriktiv einzugreifen?

  • 28.12.2012, 15:01 Uhrtsabo

    Jetzt wissen Sie warum kein Mensch an dieser EU noch interesse hat..
    Aus dem Kommissionen kommen überwiegend Schwachsinn und restrektiven..
    Nieder mit der EU..kann man da nur sagen..

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