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Flaute an den Märkten: Deutsche Börse plant Sparprogramm

Die Finanzkrise macht sich auch bei der Deutschen Börse bemerkbar: Weil die Anleger weniger handelten, fiel der Gewinn deutlich geringer aus als im Vorjahr. Das Unternehmen will deswegen die Kosten senken.

Die Deutsche Börse senkt die Kosten. 70 Millionen Euro will das Unternehmen einsparen. Quelle: dpa
Die Deutsche Börse senkt die Kosten. 70 Millionen Euro will das Unternehmen einsparen. Quelle: dpa

FrankfurtDie Deutsche Börse läutet wegen der Flaute an den Finanzmärkten eine neue Sparrunde ein. Nach einem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr kündigte Deutschlands größter Börsenbetreiber am Dienstag an, die Kosten bis 2016 um 70 Millionen Euro drücken zu wollen. Mit dem neuen Sparprogramm will das Unternehmen zudem Geld für Investitionen in neue Angebote und die Expansion in Asien freischaufeln.

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Im vergangenen Jahr schrumpfte der Gewinn des Unternehmens um gut ein Fünftel auf rund 660 Millionen Euro. Der Konzern hat damit zu kämpfen, dass sich Investoren wegen der Euro-Schuldenkrise und härterer Auflagen der Aufseher im Handel zurückhalten. Besonders Banken handeln wegen der strengeren Eigenkapitalanforderungen weniger, den Handel auf eigene Rechnung haben viele Institute ganz eingestellt. Auch die New York Stock Exchange (Nyse) kündigte nach einem Umsatzrückgang im vierten Quartal an, die Kosten angesichts des schwierigen Marktumfelds zu senken.

Die Deutsche Börse plant, "die Maßnahmen ohne betriebsbedingte Kündigungen und so sozialverträglich wie möglich umzusetzen". Unternehmenskreisen zufolge können Mitarbeiter im Rahmen des Programms in Frührente gehen, das Unternehmen freiwillig gegen eine Abfindung verlassen oder ihre Arbeitszeit für eine bestimmte Zeit reduzieren. Details werden nun in Gesprächen mit dem Betriebsrat ausgehandelt.

Börsenfusionen

  • Nicht immer erfolgreich

    Der Wettbewerb im Börsenhandel ist hart. Alternative Aktienhandelsplattformen, meist gegründet von Investmentbanken, machen den klassischen Börsen das Leben schwer. Die relativ hohen Kosten zwingen die etablierten Betreiber zu Zusammenschlüssen. Doch nicht alle Fusionspläne glücken.

  • Paris/Amsterdam

    Die Aktien- und Derivatemärkte von Paris, Amsterdam und Brüssel schließen sich im Jahr 2000 zur europäischen Mehrländerbörse Euronext zusammen. Später kommen Lissabon und die Londoner Terminbörse Liffe hinzu.

  • New York/Amsterdam

    Euronext und die New Yorker Stock Exchange (NYSE) fusionieren 2007 zur transatlantischen Mega-Börse.

  • New York/Frankfurt

    Die Fusion der Börsen von Frankfurt und New York scheitert im Februar 2012 am Veto der EU-Wettbewerbshüter. Für Störfeuer sorgten zeitweise die Technologiebörse Nasdaq und die US-Rohstoffbörse Intercontinental-Exchange (ICE) mit einem rund elf Milliarden Dollar schweren feindlichen Übernahmeangebot für die NYSE/Euronext.

  • Singapur/Sydney

    Die Börse Singapur (SGX) versuchte 2011, die australische Börse ASX zu schlucken. Dafür bot sie 8,4 Milliarden australische Dollar (damals 5,9 Mrd Euro). Der australische Finanzminister Wayne Swanch erklärte aber klar, das Angebot der Asiaten sei „nicht im nationalen Interesse“.

  • London/Frankfurt

    Die Deutsche Börse versuchte mehrfach erfolglos, die London Stock Exchange (LSE) zu kaufen. Auch die Nasdaq bemühte sich mehr als einmal vergeblich um die Londoner.

  • London/Toronto

    2011 mussten die LSE und die Börse Toronto (TMX) ihre Hochzeit abblasen. Eine Gruppe kanadischer Finanzfirmen war den Briten in die Parade gefahren und hatte ein eigenes Übernahmeangebot vorgelegt. Damit wollten die Kanadier verhindern, dass der wichtigste Finanzhandelsplatz des Landes in ausländische Hände fällt. Die größere Londoner LSE hätte in der Ehe die Übermacht gehabt.

Kostensenken hat bei der Deutsche Börse eine lange Tradition. Das letzte, 150 Millionen Euro schwere Sparprogramm, hat das Unternehmen erst vor kurzem abgeschlossen. Am meisten Aufsehen in der Öffentlichkeit erregte die Verlegung der Konzernzentrale von Frankfurt ins benachbarte Eschborn, durch die das Unternehmen Gewerbesteuern spart.

Die nun geplanten Einschnitte werden folglich deutlich geringer ausfallen als bei anderen Unternehmen aus der Finanzbranche. Der Nachbar Deutsche Bank will seine Kosten beispielsweise um 4,5 Milliarden Euro senken, über 2000 Stellen werden gestrichen. Das Sparprogramm der Deutschen Börse falle mit 70 Millionen Euro jedoch etwas größer aus als erwartet, sagte DZ-Bank-Analyst Christoph Bast. An der Börse kam das gut an. Die Aktien des Konzerns gewannen knapp ein Prozent.

  • 06.02.2013, 11:07 UhrTorsten25x

    "Kostensenken hat bei der Deutsche Börse eine lange Tradition." - Andere Unternehmen haben andere Traditionen: Innovation, Zuverlässigkeit, technologische Kompetenz etc... Die DBAG und ihr Vorstand bzw. die hoch dotierten Berater können leider nur "billig"...

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