
StockholmDie skandinavische Fluggesellschaft SAS fliegt nach roten Zahlen zum Jahresauftakt wieder mit Gewinn, kämpft aber mit hohen Treibstoffkosten und unsicheren Marktaussichten. Das in Dänemark, Norwegen und Schweden gemeinsam betriebene Unternehmen machte einen Nettogewinn von 320 Millionen Kronen (38,4 Mio Euro) nach einem Verlust von 729 Millionen Kronen in den ersten drei Monaten.
Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2011 mit 551 Millionen Kronen Plus sank der Ertrag deutlich. Als wichtigsten Grund nannte SAS am Mittwoch in Stockholm die gestiegenen Kosten für Treibstoff. Der Umsatz blieb mit 11,4 Milliarden Kronen im Jahresvergleich fast unverändert.
Für das zweite Quartal wies SAS einen Vorsteuergewinn von umgerechnet rund 44,5 Millionen Euro aus. Das Ergebnis fiel schwächer aus als von Experten erwartet, obgleich es durch eine Sondereinnahme durch einen Immobilienverkauf aufgebläht wurde. SAS teilte mit, die Ertragssituation bleibe unbefriedigend. Doch das jüngste Sparprogramm im Volumen von fünf Milliarden Kronen (rund 600 Millionen Euro) beginne allmählich Wirkung zu zeigen.
Air France (Frankreich) - 49,7 Millionen Passagiere
Die Franzosen leiden unter dem schwachen Geschäft in Europa und können ihren Platz in der Top 10 nur knapp behaupten. Billig-Airlines und Kerosinpreise verhageln das Geschäft. Nun erwägen sie sogar eine Kooperation mit dem aufstrebenden arabischen Konkurrenten Etihad einzugehen, um der Lufthansa ihren Spitzenplatz abzujagen.
United Airlines (USA) - 50,4 Millionen Passagiere
Mit 3500 Flügen am Tag gehört die Airline seit ihrer Fusion mit Continental zu den größten Fluggesellschaften in Nordamerika. Die Amerikaner fliegen ca. 700 Ziele in 127 Ländern weltweit an.
US Airways (USA) - 52,9 Millionen Passagiere
Einst als reine Logistik-Fluggesellschaft gegründet, transportieren die Amerikaner mittlerweile so viele Passagiere wie Südafrika Einwohner hat. Weltweite Bekanntheit erlangte die Airline im Jahr 2011 durch eine spektakuläre Notlandung im Hudson River. Gemeinsam mit American Airlines steigt die Fluggesellschaft bald zur größten der Welt auf.
China Eastern Airlines (China) - 53,9 Millionen Passagiere
Mitte 2011 wurde die chinesische Airline ins SkyTeam aufgenommen. Die 285 Flugzeuge steuern im wesentlichen Ziele im Inland an, aber auch Flughäfen in Nordamerika, Europa und Australien. Größter Anteilseigner der Fluggesellschaft ist die chinesische Regierung.
Lufthansa (Deutschland) - 63 Millionen Passagiere
Die größte deutsche Fluggesellschaft macht rund 75 Prozent ihrer Umsätze im Passagiergeschäft. Das Geschäft im Heimatmarkt wird derzeit getrübt durch die Schuldenkrise. Zuletzt musste die Airline sogar einen Verlust ausweisen. Nun soll gespart werden.
Ryanair (Irland) - 76,4 Millionen Passagiere
Ryanair-Chef Michael O'Leary ist berühmt für seine ausgeflippten Auftritte. Durch seine Billigstrategie sind die Iren mittlerweile die größte Fluggesellschaft Europas. Zuletzt wurden wollten die Iren erneut den heimischen Konkurrenten Aer Lingus übernehmen.
China Southern (China) - 80,5 Millionen Passagiere
Asiens größte Fluggesellschaft verfügt über eine Flotte von 360 Maschinen - darunter auch ein Airbus A380. Damit soll die Expansion noch lange nicht abgeschlossen sein, soll die Flotte in den kommenden Jahren um 121 Flugzeuge ausgebaut werden.
American Airlines (USA) - 86,1 Millionen Passagiere
Bronze geht an die Silberpfeile am Himmel. Dabei musste die Fluggesellschaft Ende 2011 Insolvenz anmelden. Durch die Fusion mit US Airways übernimmt die Airline bald wieder die Spitze in den USA.
Southwest Airlines (USA) - 110,5 Millionen Passagiere
Die bunten Texaner sind die größte Inlandsfluggesellschaft der Welt. Nachdem die Passagierzahl in der Finanzkrise zuletzt heftig gesunken war, erreichte sie 2012 wieder ein Rekordniveau weit über der 100-Millionen-Marke. Nur eine einzige Airline transportierte mehr Passagiere.
Delta Airlines (USA) - 113,7 Millionen Passagiere
Die Amerikaner sind noch die größte Fluggesellschaft der Welt - müssen ihren Titel aber bald abgeben. 752 Flugzeuge gehören zur Flotte, weitere 125 sind bestellt.
Konzernchef Rickard Gustafson meinte zu den Aussichten für die zweite Jahreshälfte: „Wegen der Kombination aus unsicherer Wirtschaftsentwicklung, Treibstoffkosten, Währungskursen und scharfem Konkurrenzdruck macht SAS für das Gesamtjahr 2012 keine Gewinnprognose.“
Die teilstaatliche Fluggesellschaft kämpft seit Jahren mit fast chronischen Verlusten. Die Fluggesellschaft, die zur Hälfte Schweden, Dänemark und Norwegen gehört, hat in den vergangenen Jahren eine Reihe von Sparplänen umgesetzt. Seit 2007 hat sie aber keinen Jahresgewinn mehr verbuchen können. Nur in drei der vergangen elf Jahre schrieb sie schwarze Zahlen.
SAS ist kein Einzelfall. Auch andere große europäische Fluggesellschaften wie Lufthansa, Air France-KLM sowie die Billigflieger Ryanair und Easyjet leiden unter der Branchenflaute und haben zum Teil Sparprogramme aufgelegt.
SAS gilt als möglicher Übernahmekandidat für einen der europäischen Branchenführer, darunter die Lufthansa.