
HB BERLIN. Die Luftverkehrsbranche zeigt sich offen für eine Besteuerung von Kerosin - wenn die Bundesregierung im Gegenzug auf die Einführung der Luftverkehrsabgabe verzichtet. Das erfuhr das Handelsblatt aus Verbandskeisen. Flughäfen und Fluggesellschaften lehnen eine Besteuerung zwar grundsätzlich ab, hieß es. Wenn sich dies aber nicht verhindern ließe, solle dies zumindest die Branche nicht gefährden.
Die Ticketabgabe soll je nach Flugentfernung 8, 25 oder 45 Euro betragen und dem Fiskus eine Mrd. Euro einbringen. Allerdings benachteiligt sie etwa Billig-Airlines, die die Steuer kaum an die Kunden weiterreichen können. Ebenso zahlen sie vor allem inländische Anbieter und gefährdet Flughäfen in Grenzregionen.
Eine Kerosinsteuer brächte dem Bund laut Subventionsbericht der Bundesregierung 680 Mio. Euro jährlich. Zusätzliche Einnahmen ergäben sich aus dem wachsenden Luftverkehr sowie ab 2012 aus dem Emissionshandel, in den die Fluggesellschaften einbezogen werden. Die Steuer würde nur bei Inlandsflügen gelten, den Wettbewerb nicht verzerren und wäre ökologisch zielgenau, hieß es in Verbandskreisen.
Auch politisch hätte dieser Ausweg aus Sicht der Branche seinen Reiz: Sie würde die Konflikte um die Luftverkehrsabgabe beseitigen. Vor allem Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Peter Ramsauer (CSU) wollen die Abgabe befristen, weil sie den Wettbewerb verzerre.
Obendrein würde der Subventionsabbau in die Philosophie von Schwarz-Gelb passen, hieß es: Die FDP will Steuern senken - und nicht neue einführen. Schwarz-Gelb möchte ohnehin lieber Subventionen abbauen. Und die 680 Mio. - Tendenz steigend - plus die 150 Mio. aus dem Emissionshandel ergäben fast die Summe, die der Finanzminister einplant.
"warum auf billigfliegern für 5e nach London herumgehackt wird...auf...reinen Spaßflügen von Hobbypiloten nicht"
Lieber Chrissflyer,
ihr Statement beweist, daß neidgeschwängertes Geschwätz durch Fehlbehaptungen nicht gehaltvoller wird.
Wie der nachfolgende beitrag richtig feststellt, werden Flugkraftsoffe ausserhalb von zugelassenen Luftfahrtunternehmen voll besteuert. Übrigens höher als Tankstellensuperbenzin.
im Gegensatz zum "Spaßflug" des Privatpiloten und der Wochenend-Spaßfahrt eines Auto- oder Motorradfahrers wird also der "Spaßflug" des Ryanair-billigheimers nicht besteuert, sondern im Gegenteil auch noch vom Land über lächerlich niedrige Landegebühren subventioniert.
Mit welcher begründung?
ich denke, auf den beitrag von Chrissflyer hin, muß hier mal einiges klargestellt werden: Privatflieger zahlen bereits seit eh und jeh Steuern auf ihr Flugbenzin. Die Preise von AVGAS (vergleichbar mit Superbenzin) liegen im Augenblick zum beispiel bei etwa 2,20 EUR/L (inkl. Steuern), Jet-A1 (vergleichbar mit Diesel) bei 1,90 EUR/L. Die einzigen, die nach derzeitigem Stand von der Flugbenzinsteuer freigestellt sind, sind Flüge, welche zu gewerblichen Zwecken stattfinden. Und dazu zählen KEiNE Privatflieger! Dieses weitläufige Missverständnis fördert übrigens nicht unerheblich die Aggressionen gegenüber Hobbyfliegern. Vielleicht sollte diese Tatsache auch mal öffentlich klargestellt werden.
Der Vorteil dabei ist: Auch die großen Verschmutzer die bosse wie Ackermann und Co müssten zahlen: Denn eine Kerosinsteuer beträfe auch Privatflieger. Mich wundert immer warum auf billigfliegern für 5e nach London herumgehackt wird die für den normalen bürger einen Gewinn darstellen, auf den Luxusflügen im Privatjet und reinen Spaßflügen von Hobbypiloten nicht: Ein Fluggast in Ryanairs 189er bestuhlung Weeze-Stansted verbraucht die Hälfte von dem was ein businespassagier bei Lufthansa in den deutlichen älteren 737 Classic mit freiem Mittelplatz verbraucht.
Daher würde die Kerosinssteuern dieses Gerichtigkeistproblem lösen.
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