Dass die Bemühungen der Fluggesellschaften diesmal erfolgreich sind, erwartet HVB-Luftfahrtanalyst Uwe Weinreich, der bereits von einem „Superzyklus“ spricht: „Dieser Zyklus hätte das Potenzial trotz hoher Ölpreise nachfragegetrieben im Jahr 2010 Rekordergebnisse zu dokumentieren“.
Dass derzeit die Devise gilt, Gewinn vor Umsatz, hängt auch daran, dass den Fluggesellschaften bei Kapazitätsausbau und Übernahmen die Hände gebunden sind. Zum einen lässt die Auslieferung des Riesenjets A 380 auf sich warten, zum anderen ver- und behindern nationalstaatliche Interessen und bürokratische Hürden Übernahmen. Die Übernahme der Swiss etwa konnte die Lufthansa aufgrund langwieriger Verkehrsrechtsverhandlungen erst nach zwei Jahren abschließen. Die Konsolidierung in Europa kommt entsprechend nicht in Gang. Schon seit Wochen stehen Alitalia, Iberia sowie eine Hand voll weiterer kleiner nationaler Fluglinien zum Verkauf, doch die Verhandlungen kommen nur langsam in Gang.
Mit hoher Profitabilität und Konzentration auf das Kerngeschäft positionieren sich Europas Fluggesellschaften auch im Konkurrenzkampf mit den aggressiven Angreifern aus dem Nahen und Fernen Osten. Schon ab dem kommenden Jahr werden sie aufgrund ihres überdurchschnittlichen Kapazitätsausbaus massiv Marktanteile gewinnen müssen. Emirates ist mit 45 bestellten Maschinen der mit Abstand größte Kunde der A 380, Qatar Airways der der neuen A 350. Ihre Expansion gilt unter Analysten als das „größte Risiko“ für eine „gesunde“ Branchenentwicklung. Um den Angreifern entgegen zu treten, fliegt SAS ab Oktober von Kopenhagen nicht mehr nach Schanghai, sondern nach Dubai. Eine von SAS angefragte Kooperation lehnte Emirates ab.
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