
DüsseldorfKay Schitteck hat genug. Mit frischer Farbe und neuen Schildern schafft er Fakten. Der Düsseldorfer Franchisenehmer der Schnellimbisskette Subway stellt seine sieben Filialen derzeit auf das Konkurrenzsystem Mr. Sub um.
"Das, was ein Franchisesystem ausmachen sollte, gibt es bei Subway nicht wirklich", ärgert er sich über geringe Unterstützung aus der deutschen Zentrale des US-Unternehmens. In den vergangenen zwei Jahren sei der Umsatz bei ihm wegen mangelnder Werbung um 30 Prozent zurückgegangen.
Subway hat seit Jahren Ärger mit seinen deutschen Franchisenehmern. 350 davon gibt es in Deutschland, sie betreiben 640 Restaurants. Zwischenzeitlich waren es schon 800, die Zielmarke von 1500 hat Subway längst fallengelassen.
Doch jetzt soll die Trendwende gelingen: Bis Ende des Jahres will Hans Fux, der seit einem Jahr das Geschäft in Deutschland leitet, das Ruder herumreißen. "Wir verzeichnen derzeit eine positive Umsatzentwicklung und gehen davon aus, dass sich dies bis Ende des Jahres fortsetzen wird", sagte der Manager dem Handelsblatt. 40 Läden seien 2011 bereits neu- oder wiedereröffnet worden.
463.000 Menschen verdienten ihr Geld Ende 2010 in der Franchise-Wirtschaft, 33,6 Prozent als zehn Jahre zuvor. Knapp die Hälfte arbeitet im Bereich Dienstleistung, mit 32 folgt der Handel, danach Gastronomie und das Handwerk.
Tui/First
Die meisten Reisebüros von Tui und First werden von Franchise-Nehmern geführt. In Deutschland waren es 2009 wie schon in den Vorjahren 1.405 Betriebe.
Der wohl bekannteste Franchise-Geber der Welt liegt in Deutschland nur auf Rang zwei: McDonalds betreibt 1.334 Betriebe in diesem System.
In Deutschland brauchen immer mehr Kinder Nachhilfe. Davon profitiert auch die Schülerhilfe: Mit 1.023 Betrieben Platz liegt das Unternehmen auf Rang drei .
Es folgt der Studienkreis mit 1.006 Betrieben auf Rang vier.
Man findet sie praktisch in jeder Stadt - die Bäckerei-Filialen von Kamps. 930 davon werden im Franchise-System betrieben.
Subway rangiert in Deutschland in Deutschland auf Platz sechs mit 755 Betrieben.
Alles für den Hund - und andere Haustiere: Fressnapf setzte von Beginn an auf Franchising - heute sind es in Deutschland 723 Läden.
Apollo Optik hat in den vergangenen Jahren kräftig zugekauft und setzt auch auf das Franchise-System: 670 Filialen hat die Optikerkette.
Auch die Fastfood-Kette Burger King schafft es in die Top Ten. 650 Betriebe werden von Franchisern geführt.
Eine bekannte Marke, die es trotz der Insolvenz der Mutter noch gibt: Foto Quelle führt 560 Betriebe in Franchise-System.
Dicht dahinter folgt der Ad-Auto Dienst mit 550 Betrieben.
Besonders spannend ist das Genre von Datac nicht: Buchhaltung, Lohnabrechnung und solche Dienstleistungen übernimmt das Unternehmen in 524 Betrieben.
Die Schuhverkäufer von Reno folgen auf Rang 13 mit 498 Läden in Deutschland.
Musikalisch geht es weiter. 475 Betriebe unterhält die Musikschule Fröhlich im Franchise-System.
Zwei Plätze hinter Reno folgt Konkurrent Quick Schuh mit 400 Filialen.
Früher waren Rastplatztoiletten oft ein Graus - Sanifair hat da einiges zum Besseren gewandelt. Auf 368 Betriebe kommt das Unternehmen.
Auf Rang 17 folgt Wohnkultur - das schreibt sich Topa Team zumindest auf die Fahne in 340 Betrieben.
Die Autovermieter von Avis haben es mit 338 Betrieben noch in die Top 20 geschafft.
Mit Holiday Land steht ein zweiter Reiseanbieter in den Top 20. Immerhin kommt das Unternehmen auf 335 Büros in Deutschland.
Obi übersteht den Preiskampf unter den Baumärkten derzeit recht gut. 333 Läden betreibt Obi in Deutschland im Franchise-System.
Das deutsche Geschäft soll sich stabilisieren - denn der negative Trend stört die internationale Erfolgsgeschichte der Gruppe. 34265 Filialen in 96 Ländern meldete Subway zum Jahresbeginn, mehr als McDonald's, allerdings bei geringerem Umsatz. 15,2 Milliarden US-Dollar schaffte Subway weltweit im vergangenen Jahr. In den USA führt die Kette mit ihren angeblich gesunden Baguettes regelmäßig Rankings der beliebtesten Franchisegeber an.
Anders in Deutschland. Subway habe seine Franchisenehmer über mehrere verschiedene Gebietsentwickler gewonnen, die mit unterschiedlichen Maßstäben gearbeitet hätten, heißt es in der Branche. Daher habe lange eine einheitliche Ausrichtung mit starker Zentrale gefehlt. Zudem seien Standortanalysen mangelhaft gewesen, so dass viele Filialen nicht die nötigen Umsätze erzielen konnten.