Die British Airways
plc, London, hält aktuell 13,15 Prozent an der in Madrid ansässigen Iberia
Lineas Aereas de Espana SA, die ihrerseits direkt mit 2,99 Prozent an dem britischen Wettbewerber beteiligt ist und sich zudem Zugang zu weiteren 6,99 Prozent gesichert hat.
Auch die Deutsche Lufthansa
AG, Frankfurt, hatte in der Vergangenheit immer wieder Interesse an der zum Verkauf gestellten Iberia
gezeigt. Der Vorstandsvorsitzende der im Dax notierten Airline, Wolfgang Mayrhuber, hatte allerdings den zunächst geforderten Preis als zu hoch bezeichnet. Nachdem der Preis gesunken war und sich Gespräche zwischen BA und Iberia
abgezeichnet hatten, sagte Mayrhuber allerdings, dass er jetzt erst einmal darauf warte, was diese Gespräche ergeben würden. Mayrhuber hatte immer wieder betont, dass der Markt, den Iberia
bedient, sehr interessant für Lufthansa
ist. Iberia
ist vor allem in Spanien und Lateinamerika aktiv.
Am Dienstag wollte die Lufthansa
die neue Entwicklung nicht im Detail kommentieren. Der weitere Fortgang und der Markt würden beobachtet, sagte Lufthansa
-Sprecherin Claudia Lange der Agentur Dow Jones Newswires. Lufthansa
-Aktien geben im Dax bis zum Nachmittag nach einem zwischenzeitlich deutlicheren Minus 1,5 Prozent auf 14,76 Euro nach.
Bereits im vergangenen Jahr hatte ein von der US-Beteiligungsgesellschaft TPG geführtes Konsortium - zu dem auch BA gehörte - versucht, Iberia
für 3,60 Euro je Aktie zu übernehmen. Der Plan wurde allerdings verworfen, nachdem der Iberia
-Hauptanteilseigner, die spanische Bank Caja Madrid, ihre Beteiligung an der Fluggesellschaft auf 23 Prozent ausgeweitet hatte. Nach Ansicht von Händlern ist die nun angestrebte Fusion einem Übernahmeangebot für die Spanier vorzuziehen.
Neuen Anschub hatte die mögliche Neuordnung auf dem europäischen Fluglinienmarkt von den sich verschlechternden ökonomischen Rahmenbedingungen sowie dem haussierenden Ölpreis bekommen. Beinahe alle wichtigen Airlines hatten zuletzt mitgeteilt, tiefgreifende Sparmaßnahmen ergreifen zu müssen.
Auch Iberia
gehörte dazu und kündigte an, die Arbeitskosten und die operativen Ausgaben deutlich zurückzufahren. Die größte spanische Airline geriet unter Druck, nachdem die Billigfluggesellschaften Easyjet
und Ryanair
ihr Engagement in Spanien deutlich ausgeweitet hatten.

