8 Bewertungen ****
11.07.2008 
Beteiligte Unternehmen ziehen Antrag beim Bundeskartellamt zurück

Fusion von Air Berlin und Condor abgesagt

Die geplante Fusion der Fluggesellschaften Air Berlin und Condor ist vorerst gescheitert. Air Berlin und die Condor-Mutter Thomas Cook ziehen den Antrag für die geplante Fusion beim Bundeskartellamt zurück, wie beide Unternehmen am Freitag mitteilten.

Maschinen von Condor und Air Berlin am Flughafen in Düsseldorf. Zunächst kommen sich die Fluggesellschaften nicht näher. Die Fusion zwischen beiden ist abgesagt. Foto: apLupe

Maschinen von Condor und Air Berlin am Flughafen in Düsseldorf. Zunächst kommen sich die Fluggesellschaften nicht näher. Die Fusion zwischen beiden ist abgesagt. Foto: ap

HB FRANKFURT. "Die Parteien sind übereingekommen, die bestehende Vereinbarung zu kündigen", hieß es in der Cook-Mitteilung.

Der Konzern wolle nun in weiteren Gesprächen mit Air Berlin ohne Termindruck eine "alternative Transaktion" prüfen. "Thomas Cook betrachtet Condor nach wie vor als ein starkes Unternehmen mit beträchtlichem Potenzial", hieß es in der Mitteilung. Für Cook seien jedoch auch eine Reihe anderer Optionen für die Tochter denkbar, von der sich das Unternehmen trennen wollte. "Aufgrund der möglichen Auswirkungen der anderen Optionen hat sich Thomas Cook entschieden, das Aktienrückkaufprogramm bis auf weiteres auszusetzen."

Im Wortlaut: die Ad-hoc-Mitteilung von Air Berlin

In einem Schreiben an das Bundeskartellamt nennen die Parteien Air Berlin zufolge die "erheblich veränderten wirtschaftlichen" Rahmenbedingungen seit Vertragsabschluss als Grund für die Rücknahme des Antrags. Allein der Kerosinpreis habe sich seitdem um mehr als verdoppelt.

Air Berlin und die Condor-Muttergesellschaft Thomas Cook hatten im September vergangenen Jahres ihre Pläne für einen Zusammenschluss der beiden Fluggesellschaften bekanntgegeben. Air Berlin wäre zu einer der größten europäischen Airlines aufgestiegen. Im Gegenzug wäre Thomas Cook mit einem Anteil von knapp 30 Prozent zum Air-Berlin-Großaktionär geworden.

Das Bundeskartellamt hatte am Dienstag ein Veto gegen den Zusammenschluss angekündigt, falls es nicht gelingen sollte, kurzfristig die Bedenken der Wettbewerbshüter auszuräumen. Die Behörde befürchtete durch den Zusammenschluss erhebliche Wettbewerbseinbußen auf den wichtigen Flugstrecken in die Mittelmeerregion.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Blogkommentare zu diesem Artikel

Anzeige

Vorhersage Deutschland

weiterKöpfe

Aus Premiere wird Sky mit Rezepten aus Italien  Artikel in Merkliste

Als Marketing- und Vertriebschef von Premiere steht Marcello Maggioni an vorderster Front bei der Neuausrichtung des hoch defizitären Bezahlkanals, der von Samstag an Sky heißt. Neben dem Namen ändern sich grundlegend die Programmstruktur und die Preise. Das hat intern für viel Unruhe und böses Blut gesorgt. Artikel


Handelsblatt Marktplatz

Über 220 000 Seminare zu 120 Themen. Aktuell: Abendseminare mit Spitzen-Trainern. Weiter