
Ich halte MediaMarkt nicht für ein wirklich gutes Beispiel für ein Unternehmen, das sich mit "radikalen Innovationen" auf dem Markt behauptet. Denn "radikale Innovationen" und extremer "Preiswettbewerb" (Geiz ist geil!) stehen für die gegensetzlichen Strategien der "Differenzierung" (Qualität, Innovationsführerschaft) und "Kostenführerschaft".
Was MediaMarkt ebenso wie die meisten führenden, großen Industrieunternehmen gemacht hat, ist, Innovation als Mittel zum Preiswettbewerb zu nutzen - das Angebot selbst ändert sich dadurch aber nicht oder allenfalls marginal!
So gesehen hat MediaMarkt eine radikale "Prozessinnovation" getätigt, aber ganz sicher keine radikale "Produktinnovation". Und wie man aus empirischen Innovationsstudien weiß, spielen signifikante Prozessinnovationen erst in der Expansionsphase von Märkten eine Rolle, das heißt: auf dem direkten Weg zu einem "reifen" Markt.
Radikale Produktinnovationen sind indes kennzeichnend für neue Märkte, auf denen wettbewerblich gesehen weder die "Kosten" noch der "Preis" ausschlaggebend sind, sondern die "Funktionalität" und "Qualität" von Angeboten und Diensten. Genau das führt auch zu einer dynamischen Entwicklung und schafft die Voraussetzung für Wachstumsschübe - auf einzelnen Märkten und ebenso in ganzen Volkswirtschaften.
Ihre Diganose, Herr Meyer, ist dennoch vollkommen richtig: Wir haben heute zu viele Unternehmen und zu viele Märkte, die im Modus "Staus-Quo-Erhalt" laufen und deswegen innovativ wie auch marktstrukturell völlig verkrustet sind. In einem solchen Umfeld jagt ein Kostensenkungsprogramm das nächste und weder den Managern noch den Wirtschaftspolitikern scheint klar zu sein, dass sie sich in eine Innovations- und Wachstumsfalle manövrieren.
Wer das etwas besser erklärt haben möchte, kann das hier tun: http://stefanleichnersblog.blogspot.com/2012/03/in-der-wachstumsfalle-griechenland-co.html

Nachtrag:
Hier noch der Link zu dem Aufsatz, in dem das Innovationsverhalten von Unternehmen (radikale Produkt- und Prozessinnovationen im Lebenszyklus von Unternehmen) graphisch dargestellt ist:
http://stefanleichnersblog.blogspot.com/2012/02/in-der-wachstumsfalle-griechenland-co_29.html

Der Media Markt Online Shop ist, wie schon beschrieben nicht nur antik langweilig, er spiegelt auch etwas von 100%iger Arroganz wieder. Egal wie wir das Ding zusammen schustern, wir sind die Media Markt Helden und darauf fährt der blöde Kunde schon ab. Ich habe schon so einiges in meiner jahrelangen E-Commerce Erfahrung erlebt aber das Media Markt Ding ist ein absolutes Parade-Beispiel einer innovationslosen Insellösung die mühslig in allen Media Markt Ländern auf die gleiche Akzeptanz setzen muss. Wir sind doch nicht blöd, so werden auch die teuren Agenuren für viel Geld diesen e-Commerce Schwachsinn unterstützt haben. Ja, wenn ein Einzelhändler Online Profi spielt, dann kommt halt so eine lahme Krücke dabei raus.
Hier auch noch ein interessanter Beitrag zum Thema
http://www.produktreporter.com/media-markt-onlineshop/