Der Chef der Bahngewerkschaft GDBA, Klaus-Dieter Hommel, sieht Auseinandersetzungen innerhalb der GDL-Führung als Grund für den Abbruch der Verhandlungen. Schell wies diese Vermutung jedoch zurück. Ein Teil wolle, dass die GDL sich außerhalb des Lokführerbereiches profiliere, sagte Hommel der „Saarbrücker Zeitung“. „Sie wollen sich als Fahrpersonalgewerkschaft ausdehnen.“ Zugleich drohte er, Transnet und GDBA würden mit der Bahn Tarifverhandlungen für die Lokführer aufnehmen, falls die GDL tatsächlich streike. „Wir beide zusammen haben da auch 5 000 Mitglieder.“
In der SPD stieß der Abbruch der Verhandlungen auf Ablehnung. Bei einem Streik der Lokführer werde sich die SPD „deutlich dagegen positionieren“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Wend, der „Saarbrücker Zeitung“. „Da gibt es keine Solidarität.“ Er warf der Gewerkschaft vor, zu Lasten des Gemeinwohls ihre Einzelinteressen durchsetzen zu wollen.
Der verkehrspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hans-Peter Friedrich, warnte im Deutschlandradio Kultur, viele Bürger hätten irgendwann die Nase voll und fänden wieder Gefallen am Autofahren. Zudem schaue sich jeder Investor das Unternehmen genau an, bevor er sein Geld dort anlege. Dazu gehöre auch, welche Gewinne gemacht worden seien und wie die Streiksituation sei. Der Fahrgastverband Pro Bahn forderte, die Bundesregierung solle Druck auf die Tarifpartner ausüben und eine Schlichtung organisieren.

