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Gerichtsentscheidung: Fraport darf umstrittene Landebahn bauen

Wichtiger Teilsieg für Fraport: Der Ausbau des Frankfurter Flughafens darf laut einer Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs unter Auflagen fortgesetzt werden. Allerdings gibt es einige Bedingungen, und die haben es in sich. Deshalb regagierte die Lufthansa verärgert auf das Urteil.

Der Frankfurter Flughafen dürfte bald eine neue Landebahn bekommen. Quelle: dpa
Der Frankfurter Flughafen dürfte bald eine neue Landebahn bekommen. Quelle: dpa

HB KASSEL. Der Frankfurter Flughafen darf ausgebaut werden - allerdings müssen die Nachtflüge stärker beschränkt werden als geplant. Das hat der Kasseler Verwaltungsgerichtshof (VGH) am Freitag entschieden und damit grünes Licht für das Milliardenprojekt gegeben. Die Zulassung von 17 Flügen zwischen 23 und 5 Uhr sei aber nicht mit dem gesetzlich gebotenen Schutz der Nachtruhe vereinbar, sagte Senatsvorsitzender Hartmut Zysk in der Urteilsbegründung.

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"Der Senat verkennt nicht die erheblichen wirtschaftlichen Interesse im Nachtflugverkehr. Dem steht aber die außerordentliche Lärmbelastung gegenüber, der zahlreiche Menschen ausgesetzt wären." Die Zahl der Nachtflüge muss jetzt neu geregelt werden. Hierzu gestand der VGH den klagenden Kommunen und Anwohnern eine Revision zum Bundesverwaltungsgericht zu. Die übrigen Klagen wurden abgewiesen ohne Recht auf Revision.

Aktien des Flughafen-Betreibers Fraport reagierten mit großen Schwankungen auf die Gerichtsentscheidung. Nach einem zwischenzeitlichen Rutsch bis auf 34,49 Euro stiegen sie am Vormittag um 0,49 Prozent auf 35,17 Euro. Ein Börsianer sah die geforderte Neuregelung des Nachtflugverbots als belastenden Unsicherheitsfaktor. Ein anderer Händler sah an der Meldung jedoch "nichts Negatives". Mit der Entscheidung könne die Fraport AG "echt zufrieden sein", zumal die Landesregierung "ja eh auf ihrer Seite ist, was das Nachtflugverbot angeht".

Fraport will für vier Mrd. Euro eine vierte Bahn und ein drittes Terminal bauen. Die neue Landebahn Nordwest soll im Herbst 2011 in Betrieb genommen werden. Bislang zählt der Flughafen jährlich etwa 50 Millionen Fluggäste und arbeitet am Rand seiner Kapazität. Für das Jahr 2020 werden 88 Millionen Passagiere erwartet. Befürworter erhoffen sich 40 000 neue Arbeitsplätze.

Vor dem VGH hatten Gegner des Ausbaus wie Anrainerkommunen und Umweltverbände geklagt, aber auch die Lufthansa, der die Nachtflugregeln zu streng sind.

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