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Germanwings-Chef Winkelmann: „Wir müssen den Abstand halten“

exklusivRund 60 Flugzeuge inklusive Piloten und Crew sollen von der Lufthansa zur Billigtochter-Germanwings wechseln. Im Handelsblatt-Interview verrät Germanwings-Chef Winkelmann, wie er die Kosten trotzdem im Griff halten will.

Thomas Winkelmann, Geschäftsführer von Germanwings, präsentierte das neue Design der Stewardess-Uniformen. Quelle: dpa
Thomas Winkelmann, Geschäftsführer von Germanwings, präsentierte das neue Design der Stewardess-Uniformen. Quelle: dpa

FrankfurtDie Billigfluggesellschaft Germanwings will auch nach der Übernahme großer Teile des Europaverkehrs von Lufthansa den Kostenvorteil von 20 Prozent gegenüber dem Mutterkonzern halten. „Wir müssen den Abstand halten, weil die Mehrzahl unserer Wettbewerber nicht in Deutschland sitzen und deshalb niedrigere Kosten haben, etwa bei den Lohnnebenkosten“, sagte Germanwings-Chef Thomas Winkelmann dem Handelsblatt. Germanwings wird in diesem und im kommenden Jahr den seit Jahren defizitären Europaverkehr von Lufthansa jenseits der beiden Drehkreuze Frankfurt und München übernehmen.  Bis  2015 will Lufthansa in diesem Bereich schwarze Zahlen erreichen.

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Mit dem Übergang werden auch rund 60 Flugzeuge inklusive Piloten und Crews von Lufthansa zur Billig-Tochter wechseln.  Dennoch fürchtet Winkelmann nicht, dass damit die Kosten auf Seiten von Germanwings steigen werden. Man werde an anderer Stelle sparen.   „Es gibt Kostenbereiche, bei denen der Kunde nicht merkt, wie man diese gestaltet. Das gilt etwa für die IT, den Vertrieb oder das simple Verladen von Koffern“, sagte Winkelmann.

Die größten europäischen Billigflieger

  • Platz 10

    Wizz Air: 42 Flugzeuge

    Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

    Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

  • Platz 9

    Jet 2: 49 Flugzeuge

    Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

  • Platz 8

    Germanwings: 55 Flugzeuge

    Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

  • Platz 7

    Flybe: 59 Flugzeuge

    Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

  • Platz 6

    Vueling: 72 Flugzeuge

    Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

  • Platz 5

    Air Berlin: 88 Flugzeuge

    Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
    Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

  • Platz 4

    Norwegian: 91 Flugzeuge

    Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

  • Platz 3

    HOP!: 102 Flugzeuge

    Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

  • Platz 2

    Easyjet: 197 Flugzeuge

    Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

  • Platz 1

    Ryanair: 297 Flugzeuge

    Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Der Germanwings-Chef räumte gleichzeitig Probleme bei der Umstellung auf die neuen Tarife gerade für Geschäftskunden ein: „ Das ist ein Thema, an dem wir arbeiten. Wir sind in einer Übergangsphase. Wir müssen die Informationstechnik umstellen, das ist eine komplexe Angelegenheit. Ab Juli sind die neuen Tarife buchbar.“ Man nehme die Klagen der Vielflieger sehr ernst. „Wir sind wie ein Hotel mitten in der Renovierungsphase. Ich weiß, das Hotel wird richtig schön. Aber ich weiß auch, dass es in der Übergangsphase mal rumpeln kann“, sagte Winkelmann weiter.  

Das komplette Interview finden Sie im Handelsblatt (Mittwochsausgabe) oder in unserer iPad-App Handelsblatt Live.

Die größten Märkte für Billigflieger

  • Platz 10

    Portugal – 951 Starts

    Mit 166.723 Sitzplätze und 142 Strecken landet Portugal erneut in den Top Ten.

  • Platz 9

    Schweiz – 1020 Starts

    Von den drei Schweizer Flughäfen Basel, Genf und Zürich gehen 152 Strecken ab. Die Flugrouten bieten eine Kapazität für 153.047 Passagiere.

  • Platz 8

    Niederlande – 1147 Starts

    Mit der französisch-niederländischen Billig-Airline Transavia haben es die Niederlande in die Top Ten geschafft. Sie bedienen 212 Strecken mit 188.917 Sitzplätzen.

  • Platz 7

    Norwegen – 1599 Starts

    Die Billigflieger bieten 281.616 Sitzplätze auf 286 Strecken in und von Norwegen. Die meisten gehen mit Norwegian in die skandinavischen Nachbarländer.

  • Platz 6

    Irland - 1865 Starts

    Nur auf Platz sechs landet Irland, obwohl mit Ryanair die größte Billigfluglinie Europas auf der Grünen Insel sitzt und auch die einstige Staatslinie Aer Lingus nun als Low-Cost-Gesellschaft firmiert. 213 Strecken bedienen sie zusammen mit der Konkurrenz. Das macht 300.425 Sitzplätze.

  • Platz 5

    Frankreich – 2913 Starts

    Die Top Fünf setzen sich mit der Streckenanzahl deutlich von den Verfolgern ab: 551 Strecken gehen ab Frankreich – fast viermal so viel wie vom zehntplatzierten Portugal. 488.567 Sitzplätze bieten die Billigflieger an.

  • Platz 4

    Deutschland – 5119 Starts

    Das geografische Zentrum Europas kommt mit eigenen Billigairlines wie Germanwings auf 658 Strecken mit 792.192 Sitzplätzen.

  • Platz 3

    Italien – 6425 Starts

    Italien bleibt auf Rang drei: 1,05 Millionen Sitzplätze auf 1001 Strecken. Die italienischen Anbieter wie Meridiana tragen aber nur wenig zur Sitzanzahl bei.

  • Platz 2

    Spanien – 7594 Starts

    Für Billigflieger sind vor allem die Sandstrände im Süden ein beliebtes Ziel. 1,37 Millionen Sitzplätze bringen Spanien auf Platz zwei. Von den 1060 Strecken bietet einige die spanischen Airline Vueling an.

  • Platz 1

    Großbritannien – 10.127 Starts

    Mit Abstand die Nummer eins der Liste: 1221 Strecken, das sind rund 160 Strecken mehr als beim zweitplatzierten Spanien. Mit 1,42 Millionen Sitzplätzen liegt Großbritannien ebenfalls vor Spanien.

  • Methodik

    Zweimal im Jahr gibt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) seine Marktanalyse der europäischen Billigflieger heraus. Die Daten beziehen sich auf einer Woche im Sommerflugplan 2013. Als Strecke gelten Hin- und Rückflug einer Verbindung. Sitzplätze sind die verfügbaren Kontingente, nicht die tatsächlichen Passagierzahlen.

  • 27.03.2013, 07:54 UhrFrank3

    SO HAT AUCH MERCEDES seine SEELE VERKAUFT und ist NUN NICHTS BESONDERES IN KONKURRENZ und kann NUR NOCH IM PREISWETTBEWERB BESTEHEN und NICHT DURCH ANSEHEN und WISSEN, IST WAS BESONDERES . JEDER WEISS , DAS NUN CHINESEN UNTERGESCHOBEN BEKOMMEN KANN und NICHT DEUTSCHE QUALITÄT MIT SICHERHEIT DEUTSCH .

  • 27.03.2013, 07:13 UhrVielflieger

    Die Lufthansa und Herr Franz setzen Ihren Kampf gegen die eigenen Kunden und vor allem die besten Kunden also weiter fort. Mir ist kein Unternehmen bekannt, dass jemals einen solchen Kampf gewonnen hat. Vielleicht hat die Lufthansa aber doch eine Chance zu überleben - als Billigtochter von Turkish oder Zubringer von Emirtaes.Bye, bye Lufthansa.

  • 26.03.2013, 20:01 UhrFrank3

    FÜR diesen DUMMEN BEITRAG WÜRDE NICHTS ZAHLEN !! LUFTHANSA IST ZU DÄMLICH AUF ihren NAMEN ZU ACHTEN , den FLIEGER , MIT WÜRDE , WAS WERT IST . BILLIG UND IMMER BILLIGER WOLLEN NUR . . .

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