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Gesundheitsschutz: Preiskampf um Privatpatienten

Die privaten Krankenversicherer rüsten sich für die nächste Preisschlacht. Um neue Kunden zu gewinnen, setzen die Branchenriesen auf eine komplett überarbeitete Tarifstruktur – und attackieren die Konkurrenten mit Billigtarifen. Bis Jahresende haben die Versicherer ein starkes Argument.

Europas größter privater Krankenversicherer DKV wartet mit einer neuen Tarifstruktur auf. Foto: dpa Quelle: dpa
Europas größter privater Krankenversicherer DKV wartet mit einer neuen Tarifstruktur auf. Foto: dpa Quelle: dpa

KÖLN. Nächstes Jahr wird der Gesundheitsschutz teurer. Experten erwarten dann Preissteigerungen in zweistelliger Prozenthöhe im gesetzlichen wie im privaten System durch die Gesundheitsreform.

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Zum Angriff blasen als Erste überraschend die beiden Branchenschwergewichte DKV und Victoria. Die beiden Versicherer unter dem Ergo-Dach haben mit knapp 4,4 Mill. Voll- und Zusatzversicherten die meisten privat Krankenversicherten in Deutschland. Ab heute starten sie mit einer komplett überarbeiteten Tarifstruktur, die die Wettbewerber mit Kampfpreisen unter Druck setzen soll. „Wir wollen zu den besten fünf Anbietern gehören“, sagte Ergo-Vorstand Günter Dibbern dem Handelsblatt.

Der Ergo-Vorstand setzt die beiden Versicherer mächtig unter Druck, verlangt höhere Gewinne und geringere Kosten. Doch 2007 verlor die Krankensparte gut 7 000 Vollversicherte, auch das erste Halbjahr 2008 lief mit Verlusten in zweistelliger Prozenthöhe schlecht. In Preisvergleichen landen die Ergo-Versicherer bisher abgeschlagen auf hinteren Rängen unter den 48 Krankenversicherern.

Das ändert sich nun deutlich, wie Beispiele zeigen: Ein 30-jähriger Mann, der 600 Euro Selbstbehalt will, zahlt bisher bei der DKV knapp 220 Euro. Im neuen Tarifsystem wären es nach Ergo-Angaben 80 Euro weniger. Wenngleich die besten Offerten im Beispiel weitere 20 bis 30 Euro tiefer liegen, wird Ergo ein Drittel günstiger. „Unsere Produktfamilie ist flexibel, transparent, leistungsstark und hart kalkuliert“, lautet die Kampfansage von Ergo-Vorstand Dibbern. Er richtet diese direkt an die gesetzlichen Kassen. Viele müssen wegen des Gesundheitsfonds ihre Beiträge erhöhen, was nach Meinung von Experten ab 2009 zu einem Einheitsbeitragssatz von 15,5 Prozent führen wird.

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