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Gewerkschaften: Neue Streiks bei Lufthansa nach Ostern möglich

In den Wochen vor und nach Ostern wollen die Gewerkschaften nicht streiken, danach ist allerdings wieder damit zu rechnen. Die Vorstellungen lägen weit auseinander und beide Seiten wollen vorerst nicht nachgeben.

Streik nach Ostern: Lufthansa will weitere Arbeitsniederlegungen hinnehmen. Quelle: dpa
Streik nach Ostern: Lufthansa will weitere Arbeitsniederlegungen hinnehmen. Quelle: dpa

FrankfurtDen deutschen Flughäfen droht ab der zweiten Aprilwoche wieder der Ausnahmezustand: Die Gewerkschaft Verdi könnte dann im Tarifstreit mit der Lufthansa erneut zu Streiks aufrufen. Nur "in der Woche vor und nach Ostern ist nicht an Streiks gedacht", sagte ein Gewerkschaftssprecher dem Nachrichtenmagazin "Focus" laut einem Vorabbericht am Freitag.

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Die Lufthansa durchlebt den größten Umbau der Konzerngeschichte – und riskiert deshalb immer wieder den Konflikt mit der Belegschaft. Die Streikschäden steigen seit Jahren. Die Saat hat die Airline selbst gelegt.

Die Lufthansa, die derzeit massiv ihre Kosten drücken will, würde weitere Ausstände in Kauf nehmen, um mehr Flexibilität zu erhalten, wie Finanzchefin Simone Menne jüngst sagte. "Wir sind bereit, weitere Streiks zu ertragen und werden uns nicht wegen kurzfristiger Harmonie langfristig belasten", hatte Menne angekündigt.

Streiks und Warnstreiks im deutschen Luftverkehr

  • 21. März 2012

    Am Frankfurter Flughafen fallen während eines fünftägigen Arbeitskampfes mehr als 1700 Flüge aus, rund 170 000 Passagiere sind betroffen. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will für Verkehrsdisponenten, Vorfeldlotsen und Flugzeug-Einweiser mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen erzwingen.

  • 27. März

    Wegen Warnstreiks an den Flughäfen in Frankfurt/Main, Köln/Bonn, Düsseldorf, München, Stuttgart, Bremen und Hannover fallen Hunderte Flüge aus. Über Stunden sorgen die von der Gewerkschaft Verdi vertretenen Mitarbeiter von Feuerwehr, Gepäckabfertigung und Bodenverkehrsdiensten dafür, dass nicht mehr viel geht. An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld legen rund 1500 Beschäftigte des Bodendienstleisters Globeground die Arbeit nieder.

  • 7. September

    Die Gewerkschaft Ufo verursacht den bislang größten Ausfall an einem einzigen Streiktag in der Geschichte der Lufthansa. Rund 1000 Flüge werden gestrichen, mehr als 100 000 Passagiere sind betroffen. Es ist der erste bundesweite Streik der rund 18 000 Lufthansa-Flugbegleiter. Bei zwei Streikwellen in den Tagen zuvor waren insgesamt bereits rund 500 Flüge ausgefallen.

  • 10. Dezember

    Warnstreiks des privaten Sicherheitspersonals führen an mehreren deutschen Flughäfen zu Verspätungen. Verdi hatte zu den Aktionen aufgerufen. Hintergrund sind stockende Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag.

  • 18. Januar 2013

    Ein Streik legt den Hamburger Flughafen weitgehend lahm. Die meisten Beschäftigten an den Sicherheitskontrollen folgen einem Verdi-Aufruf und legen für den ganzen Tag die Arbeit nieder. Betroffen sind rund 19 000 Reisende.

  • 24./ 25. Januar

    Ein Streik des privaten Sicherheitspersonals auf den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn sorgt für große Behinderungen. Hunderte Flüge fallen aus.

  • 14./ 15. Februar

    Streiks der Sicherheitskräfte in Hamburg, Düsseldorf und Köln/Bonn legen den Betrieb erneut fast komplett lahm.

  • 20. Februar

    Die Streiks gehen in Hamburg weiter, vor den Terminals gibt es wieder lange Warteschlangen.

  • 26. Februar

    In der ersten Runde der Tarifverhandlungen bei der Lufthansa kommen sich die Parteien nicht näher. Die Gespräche werden auf den 22. März vertagt.

  • 20. März 2013

    Kurz vor der nächsten Verhandlungsrunde ruft Verdi zu Warnstreiks an den Standorten Frankfurt, Berlin und Hamburg auf. Die Gewerkschaft Verdi vertritt vor allem Beschäftigte in den Boden- und Serviceeinheiten der Lufthansa.

Vor einer Woche hatte ein Warnstreik die Lufthansa ins Chaos gestürzt - 700 von 1800 Flügen fielen aus. Die Tarifverhandlungen stocken trotz des Ausstands. "Wir liegen weit auseinander", hatte die Gewerkschaft nach dem Warnstreik erklärt. Die Lufthansa habe zwar für die dritte Runde am 17. April ein Angebot zu Beschäftigungssicherung und Entgelt zugesagt. "Wir sind allerdings sehr skeptisch, dass dieses Angebot ausreichend sein wird." Damit seien Warnstreiks vor der dritten Runde nicht ausgeschlossen. Lufthansa wollte sich zu den Verhandlungen nicht äußern.

Die 627 Flugzeuge des Lufthansa-Konzerns (Ende 2012)

  • Airbus A310/A319

    A310: Zwei Maschinen (Vermietet)

    A319: 81 Maschinen, davon 32 bei Germanwings

  • Airbus A320/A321

    A320: 89 Maschinen

    A321: 75 Maschinen

  • Airbus A330/A340

    Airbus A330: 36 Maschinen

    Airbus A340: 63 Maschinen

  • Airbus A380

    A380: 10 Maschinen

  • Boeing 737

    B737: 45 Maschinen

  • Boeing 747 (Jumbo-Jet)

    B747: 29 Maschinen

  • Boeing 767/777

    Boeing 767: Sechs Maschinen

    Boeing 777: Vier Maschinen

  • Boeing MD-11F

    MD-11F: 18 Maschinen (alle Lufthansa Cargo)

  • Bombardier

    Bombardier CRJ: 56 Maschinen

    Bombardier C-Series: 0 (bestellt für 2013 bis 2018: 30 Maschinen)

    Bombardier Q-Series: 14 Maschinen

  • Sonstige

    ATR: 11 Maschinen

    Avro RJ: 22 Maschinen

    Embraer: 42 Maschinen

    Fokker F70: 9 Maschinen

    Fokker F100: 15 Maschinen

Verdi fordert für die rund 33.000 Lufthansa-Beschäftigten 5,2 Prozent mehr Gehalt und sichere Arbeitsplätze. Die Lufthansa will eine Nullrunde durchsetzen. Verhandelt wird über die Gehälter der Beschäftigten bei Lufthansa Cargo, der Catering-Tochter LSG, Lufthansa Technik, Lufthansa Systems sowie der Lufthansa-Mitarbeiter am Boden und in der Kabine.

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  • 30.03.2013, 04:59 UhrSlingShot

    wenn die Lufthansa Belegschaft behauptet sie sind unterbezahlt, empfehle ich denen nur mal bei Emirates, Air Canada, United, Ryan oder sonst einer Fluggesellschaft anzuklopfen.
    Lufthansa: overpaid and underworked.

  • 30.03.2013, 09:50 UhrSamba

    Och Sling Shot, in Deutschland müssen halt deutsche Gehälter gezahlt werden, in der Verwaltung konkurriert man dann mit Bayer, Deutsche Bank, Münchner Rück und so oder man verlegt es in Ausland. Zu den Piloten und Emirates

    "Emirates lockt Piloten mit Dienstvilla, Chauffeur-Service und steuerfreiem Gehalt nach Dubai. Der Grund:Die Scheich-Airline braucht viel Personal, um ihren atemberauben den Wachstumskurs überhaupt stemmen zu können."

    In Deutschland werden die Bruttogehälter halt massiv besteuert im Vergleich zum Mittleren Osten.

    Ryanair z.B., das stimmt natürlich! Ist ein Problem, wenn solches Lohndumping in der Branche gezahlt wird! Muss man als Carrier drauf reagieren!

    Und ob die Lohnforderung von 5,2 % tatsächlich das Kernthema ist, wird sich weisen. Für viele aus der Verwaltung kann ich jedenfalls sagen, ist es nicht.

    Die Frage ist tatsächlich, kann eine Airline die gegen massiv staatlich subventionierte Airlines vom Golf antritt und gegen Lohndumper, die über europäische Boilligflughäfen subventioniert werden, überhaupt überleben? Derzeit sind die Prognosen für viele Europäer da nicht so dolle!

  • 30.03.2013, 14:34 Uhrfragezeichen

    und woher wissen Sie das? Sind Sie Brachenkenner und arbeiten bei Lufthansa? Nur für Ihr Verständnis - nicht jeder bei der Airline arbeitet gutbezahlt als Pilot.

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