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Gewinne in Aussicht: Amazon-Aktie schießt auf Rekordhoch

Trotz dünner Gewinne, und schwacher Aussichten, ließen sich die Anleger von den Amazon-Zahlen nicht beunruhigen. Grund dafür sind das starke Betriebsergebnis und neue Profit-Quellen wie Cloud Computing und E-Books.

Viel Einnahmen, wenig Gewinne: Amazon. Quelle: Reuters
Viel Einnahmen, wenig Gewinne: Amazon. Quelle: Reuters

SeattleDer weltgrößte Online-Händler Amazon hat zum Jahresende deutlich mehr verdient als erwartet. Erfolge seien im vierten Quartal insbesondere das Cloud Computing und der Handel mit E-Books gewesen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Zugleich seien durch den Ausbau des Netzes an Warenlagern sowie Auftragsbearbeitungszentren die Kosten gesenkt worden.

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Anleger honorierten die Ergebnisse: Die Aktie des eBay-Rivalen kletterte zeitweise um elf Prozent auf den Rekordwert von 288 Dollar.

Vor allem in renditestarken Geschäftsfeldern wie den E-Books wuchs das Unternehmen. Nach den Worten von Konzern-Chef Jeff Bezos zog das Geschäft mit dem Reader Kindle im vergangenen Jahr um 70 Prozent an. Das klassische Buchgeschäft wuchs dagegen nur um fünf Prozent. „Das ist der Übergang, den wir erwartet haben“, sagte Bezos.

Amazon

Das Betriebsergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr um 56 Prozent auf 405 Millionen Dollar. Die Bruttogewinnmargen lagen im vierten Quartal bei 24 Prozent, Analysten hatten mit 22 Prozent gerechnet. „Unglaublich starke Margen“, kommentierte Analyst Jordan Rohan von Stifel Nicolaus die Daten. Dank des wichtigen Weihnachtsgeschäft stieg der Umsatz um 22 Prozent auf 21,27 Milliarden Dollar.

Unterm Strich blieben jedoch nur 97 Millionen Dollar (72 Millionen Euro), und damit nur etwa halb so viel wie im Vorjahreszeitraum. Das ist sie, Amazons riskante Wachstumsstrategie: Günstige Preise, ein schneller und oft kostenloser Versand sowie neue Produkte sollen die Kunden anlocken.

Das sichert Marktanteile gegenüber anderen Onlinehändlern und setzt die Konkurrenten mit stationären Läden unter Druck. Gleichzeitig bekommt Amazon wegen der hohen Investitionen etwa in neue Logistikzentren aber kaum etwas heraus.

Der Online-Händler übernimmt den Anbieter von Spracherkennungssoftware.

Amazon fährt zweigleisig: Auf der einen Seite ist das Unternehmen ein klassischer Onlinehändler. Auf der anderen Seite entwickelt sich Amazon immer mehr zu einem Anbieter von Inhalten. Ein drittes Standbein sind Internetservices wie Cloud-Dienste.

In Konkurrenz zu Apple wurde der Tablet-PC Kindle entwickelt. Die neuen Zahlen deuten nach Analystenmeinungen an, dass Amazon nun in der Lage ist, aus diesen Investitionen attraktive Gewinne zu ziehen. Die neuen Aktivitäten wachsen schneller als die klassischen Einzelhandelsgeschäfte von Amazon.
In den vergangenen Jahren waren die Gewinne gesunken, da Amazon in langfristiges Wachstum investierte. Neue riesige Bearbeitungszentren wurden errichtet und dadurch die Vertriebswege verkürzt und die Kosten gesenkt.

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