Die 1935 gegründete GfK
hat sich in den vergangenen Jahren dynamisch entwickelt. Vorstandschef Wübbenhorst richtete das Unternehmen seit dem Börsengang 1999 konsequent auf Wachstum aus. Dafür übernahm er einige Dutzend Unternehmen. Mit dem Kauf von NOP vor drei Jahren für 570 Mill. Euro machte der Konzern den größten Sprung. Wie schnell die GfK
gewachsen ist, zeigt der Vergleich mit 1999: Damals lag der Umsatz bei 375 Mill. Euro. Für das laufende Jahr rechnet die LBBW mit mehr als 1,2 Mrd. Euro.
Durch das enorme Wachstum wurde die Fusion mit TNS überhaupt erst möglich. In Unternehmenskreisen heißt es, Wübbenhorst und Lowden hätten schon lange über ein Zusammengehen nachgedacht. Früher sei die GfK
für einen Zusammenschluss unter Gleichen, wie er jetzt angestrebt wird, aber zu klein gewesen. "Ich war immer der Meinung, dass eine Kombination von GfK
und TNS im besten Interesse unserer Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre ist", sagte Wübbenhorst. Größter Gesellschafter des neuen Konzerns wird der Nürnberger GfK
-Verein sein mit einem Anteil von 28 Prozent. Die Franken werden mit dem bisherigen Aufsichtsratschef der GfK
, Hans Joachim Riesenbeck, einen der zwei Chairmen des Konzerns stellen.
Der starke Zweite hinter Nielsen
Aufholjagd: Kommt der Zusammenschluss von TNS und GfK
zustande, entsteht die Nummer zwei in der Branche hinter Marktführer Nielsen. Damit steigt die Konzentration in der Industrie weiter. Schon machen die zehn größten Anbieter rund 60 Prozent vom Umsatz.
Größe zählt: Die Kunden der Marktforscher sind oft Konzerne, die ihre Produkte weltweit anbieten. Sie brauchen vergleichbare Daten. Die könnten TNS und GfK
dann verstärkt anbieten - und so zur Alternative für Nielsen-Kunden werden, die nicht bei demselben Marktforscher wie ihr Konkurrent sein wollen.

